Fußball, Champions League

An Fußball war an diesem Abend nicht zu denken.

11.04.2017 - 22:24:05

Bartra verletzt - Explosionen am BVB-Bus: Königsklassen-Spiel vertagt. Nach den Explosionen am BVB-Teambus ist das Champions-League-Spiel gegen AS Monaco abgesagt worden. Verteidiger Bartra wurde verletzt. Die Polizei spricht von ernst zu nehmenden Sprengsätzen.

  • Beschädigter BVB-Bus - Foto: Carsten Linhoff

    Der Bus von Borussia Dortmund steht nach den Explosionen mit einer beschädigten Scheibe in Dortmund an einer Straße. Foto: Carsten Linhoff

  • Spielabsage - Foto: Federico Gambarini

    Eine Anzeigetafel im Stadion informiert über den Nachholtermin des abgesagten Spiels. Foto: Federico Gambarini

  • Betroffen - Foto: Federico Gambarini

    BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke steht nach der Nachricht von den Explosionen betroffen im Stadion. Foto: Federico Gambarini

  • Zuschauer - Foto: Federico Gambarini

    Zuschauer im Signal Iduna Park in Dortmund informieren sich über ihre Smarphones. Foto: Federico Gambarini

  • Spielabsage - Foto: Federico Gambarini

    Fans von Borussia Dortmund verlassen das Stadion und machen sich nach der Spielabsage auf den Heimweg. Foto: Federico Gambarini

  • Marc Bartra - Foto: Guido Kirchner

    Dortmunds Marc Bartra wurde bei den Explosionen verletzt. Foto/Archiv: Guido Kirchner Foto: Guido Kirchner

  • Teambus - Foto: Die Umgebung des Explosionsorts wird von der Polizei nach weiteren Sprengsätzen abgesucht. Foto: Ina Fassbender.

    Die Umgebung des Explosionsorts wird von der Polizei nach weiteren Sprengsätzen abgesucht. Foto: Ina Fassbender.

  • Training - Foto: Federico Gambarini

    Monacos Spieler trainieren nach der Spielabsage im leeren Stadion. Foto: Federico Gambarini

Beschädigter BVB-Bus - Foto: Carsten LinhoffSpielabsage - Foto: Federico GambariniBetroffen - Foto: Federico GambariniZuschauer - Foto: Federico GambariniSpielabsage - Foto: Federico GambariniMarc Bartra - Foto: Guido KirchnerTeambus - Foto: Die Umgebung des Explosionsorts wird von der Polizei nach weiteren Sprengsätzen abgesucht. Foto: Ina Fassbender.Training - Foto: Federico Gambarini

Dortmund - Schock und Bestürzung in Dortmund: Nach der Explosion von drei Sprengsätzen am Mannschaftsbus von Borussia Dortmund ist das Champions-League-Spiel gegen AS Monaco am Dienstagabend kurzfristig abgesagt worden.

BVB-Profi Marc Bartra wurde bei dem Vorfall verletzt. Hinweise auf einen Terroranschlag hatten die Sicherheitsbehörden zunächst nicht. Die Polizei ging aber von einem Angriff mit «ernst zu nehmenden Sprengsätzen» aus. Die Partie soll nun am Mittwoch um 18.45 Uhr stattfinden. Das legte die UEFA nach Rücksprache mit beiden Mannschaften schnell fest.

Eine Viertelstunde vor dem geplanten Anpfiff des Viertelfinal-Hinspiels in der Signal-Iduna Arena teilte der Fußball-Bundesligist mit, dass die Königsklassen-Partie nach den erschreckenden Ereignissen vor dem BVB-Teamhotel nicht stattfinden kann. «Die ganze Mannschaft ist in einer gewissen Schockstarre. Wir müssen versuchen, das in irgendeiner Weise zu kanalisieren. Das wird nicht einfach, wir müssen morgen spielen. Solche Bilder bekommst du nicht aus dem Kopf raus», sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Die Ursache für die Explosionen war auch mehrere Stunden nach den Detonationen im Dortmunder Süden unklar. Kurz nach 19.00 Uhr - unmittelbar nach der Abfahrt des Fußball-Bundesligisten vom Teamhotel zum Stadion - waren in der Nähe des Mannschaftsbusses die Sprengsätze in einer Hecke explodiert. Die Sicherheitskräfte suchten die Umgebung mit einer Drohne ab. Wenig später teilte die Polizei mit, dass ein weiterer verdächtiger Gegenstand gefunden worden sei, ohne Details zu nennen.

«Wir waren natürlich geschockt. Die Mannschaft war geschockt», sagte Watzke. Auch Trainer Thomas Tuchel habe die Attacke direkt mitbekommen, berichtete Watzke: «Thomas war natürlich auch geschockt, weil eine der Explosionen wohl direkt an seiner Seite stattgefunden hat.»

Der BVB-Bus wurde nach Vereinsangaben an zwei Stellen beschädigt. Auf Bildern war zu erkennen, dass die hinterste Scheibe auf der rechten Seite zersplittert war. Bartra wurde in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben von BVB-Torhüter Roman Bürki wurde der Verteidiger von Splittern der zerbrochenen Scheiben verletzt. «Ich saß in der hintersten Reihe neben Marc Bartra, der von Splittern der zerborstenen Rückscheibe getroffen wurde», sagte der Profi der Schweizer Zeitung «Blick».

«Der Bus bog auf die Hauptstraße ein, als es einen Riesenknall gab - eine regelrechte Explosion», sagte Bürki. Dann hätten sich die Spieler geduckt und auf den Boden gelegt. «Wir wussten ja nicht, ob noch mehr passiert.»

Bereits am Mittwoch kommender Woche ist das Rückspiel in Monaco angesetzt. Am Samstag steht für die Borussia das Bundesliga-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt an.

Schnell müssen die BVB-Profis ihre Konzentration bündeln: «Ich hoffe das es uns in irgendeiner Weise morgen gelingt, einigermaßen wettbewerbsfähig wieder auf dem Feld zu stehen», sagte Watzke. BVB-Präsident und Ligapräsident Reinhard Rauball äußerte die Hoffnung, dass das Team zu einer Trotzreaktion fähig sei. «Das wäre das Allerschlechteste, wenn durch eine derartige Handlung heute Abend diejenigen auch noch Erfolg haben, dass die Mannschaft sich beeinflussen lässt. Ich bin überzeugt, dass Trainer und Mannschaft genau den richtigen Weg gehen werden und morgen eine bestmögliche Leistung abrufen werden», sagte Rauball.

Große Anteilnahme gab es aus der ganzen Sportwelt: Der FC Barcelona twitterte «Unsere ganze Unterstützung für @MarcBartra, @BVB und alle seine Fans». Auch aus München kamen Nachrichten an die Kollegen im Westen. Bayern-Verteidiger Jérôme Boateng hoffte, dass «alle okay», seien. Auch Schalke 04 drückte seine Anteilnahme aus. «In solchen Momenten hält man im Revier fest zusammen», schrieben die Schalker.

Bundesjustizminister Heiko Maas zeigte sich ebenfalls entsetzt. «Schockierende Nachricht», schrieb der SPD-Politiker am Dienstagabend bei Twitter. «Unsere Gedanken sind beim @BVB. You'll never walk alone!» Regierungssprecher Steffen Seibert würnschte Bartra rasche Genesung. «Gute Besserung, @MarcBartra», schrieb Seibert bei Twitter. «Große Reaktion der Monaco-Fans. Heute Abend stehen alle zum @BVB.»

BVB-Stadionsprecher Norbert Dickel informierte die Fans vor Ort: «Es besteht jetzt hier im Stadion kein Grund zur Panik», sagte Dickel, der von einem «gravierenden Zwischenfall» sprach. Die Fans wurden aufgefordert, zunächst im Stadion zu bleiben. Die Monaco-Fans skandierten «Dortmund, Dortmund».

«Bombenexplosion am Mannschaftsbus am Mannschaftshotel. Spieler in Sicherheit. Keine Gefahr im und am Stadion. Weitere Infos folgen», hatte der Fußball-Bundesligist getwittert. «Bitte warten Sie auf offizielle Informationen + unterlassen Gerüchte und Spekulationen. Damit unterstützen Sie uns sehr», twitterte die Polizei, bevor es schließlich um 20.30 Uhr zur Absage kam.

Der Ort der Explosionen wurde weiträumig abgesperrt. Die Mannschaft sollte zunächst mit einem anderen Bus zum Stadion gebracht werden. Mehrere Spieler hielten sich vor der Unterkunft auf. Nach der Absage kehrte das Team in das Hotel zurück, bevor die Spieler zu ihren Familien fuhren.

@ dpa.de

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