Energie, Klima

Am Samstag kamen Zehntausende Demonstranten, heute kommen immerhin 80 grüne Delegierte: Der NRW-Landesverband hält seinen Parteitag am Hambacher Forst ab.

07.10.2018 - 10:06:06

Beratung über Energiepolitik - Grüne tagen am Hambacher Forst

Kerpen - Die nordrhein-westfälischen Grünen treffen sich heute zu einem kleinen Parteitag am Hambacher Forst bei Köln. Etwa 80 Delegierte beraten einen Antrag des Landesvorstands für eine neue Energiepolitik in NRW.

Die Teilnehmer tagen auf einem Grundstück an der Abbaukante des Braunkohletagebaus. Heizung und Strom gibt es nicht. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte die Grünen für die Wahl des Veranstaltungsortes kritisiert, sie würden damit «Öl ins Feuer gießen».

Am Samstag hatten am Hambacher Forst viele Tausend Menschen für den Kohleausstieg demonstriert. Die Veranstalter sprachen von 50.000 Teilnehmern, die Polizei gab 25.000 bis 30.000 Teilnehmer an. Bei strahlender Sonne herrschte auf den Äckern am Saum des Waldes Festivalstimmung mit Reden und Live-Musik. Die Aktivistengruppe «Ende Gelände» rief zum Bau neuer Baumhäuser im Hambacher Forst auf. Tausende strömten vom Demonstrationsgelände in den Wald, was seit dem Ende der Räumungsarbeiten wieder erlaubt ist. Der Bau neuer Baumhäuser ist dagegen verboten. Bis Dienstag hatte die Polizei mit Millionenaufwand 86 Baumhäuser abgebaut.

Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte am Freitag einen vorläufigen Rodungsstopp für den Hambacher Forst verfügt. RWE wollte in den kommenden Monaten mehr als die Hälfte des verbliebenen Waldes fällen, um dort Braunkohle abzubauen. Bei der Kundgebung wurde aber nicht nur für den Erhalt des 12.000 Jahre alten Waldes demonstriert, sondern auch für einen schnellen Kohleausstieg.

«Wir brauchen jetzt ein Kohleausstiegsgesetz», forderte etwa die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock: «Da ist vor allem die Bundesregierung in der Pflicht. Die grüne NRW-Landesvorsitzende Mona Neubaur sagte im WDR, der kleine Parteitag werde am Sonntag auch besprechen, wie es für die Menschen in der Region künftig weitergehen solle und welche neuen Arbeitsplätze dort geschaffen werden könnten. «Man muss jetzt den Übergang gestalten», sagte Neubaur.

@ dpa.de

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