Deutschland, Nordrhein-Westfalen

Am Montag haben die letzten Aktivisten Lützerath verlassen.

17.01.2023 - 09:40:27

Bagger und Gleise: Kohle-Gegner setzen Protestaktionen fort. Der Protest geht derweil andernorts weiter. In Inden und Neurath besetzen Aktivisten Bagger und Gleise. In Köln blockieren sie den Verkehr.

  • Das Aktionsbündnis «Lützerath Unräumbar» hat für Dienstag zu einem gemeinsamen Aktionstag aufgerufen. - Foto: Henning Kaiser/dpa/Symbolbild

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  • Aktivisten der Gruppierung Letzte Generation blockieren eine Straße in Köln. - Foto: Oliver Berg/dpa

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  • Aktivisten besetzen einen Schaufelradbagger im Braunkohletagebau Inden. - Foto: Federico Gambarini/dpa

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Das Aktionsbündnis «Lützerath Unräumbar» hat für Dienstag zu einem gemeinsamen Aktionstag aufgerufen. - Foto: Henning Kaiser/dpa/SymbolbildAktivisten der Gruppierung Letzte Generation blockieren eine Straße in Köln. - Foto: Oliver Berg/dpaAktivisten besetzen einen Schaufelradbagger im Braunkohletagebau Inden. - Foto: Federico Gambarini/dpa

Nach der Räumung von Lützerath haben Kohle-Gegner ihre Proteste am Morgen an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen fortgesetzt. Im Braunkohletagebau Inden wurde ein Schaufelradbagger besetzt, der daraufhin die Arbeit einstellen musste. Die Polizei Aachen sprach von etwa 20 beteiligten Aktivisten, ein Sprecher des Energiekonzerns RWE von 30 bis 40.

In der Nähe von Rommerskirchen besetzte nach Polizei- und RWE-Angaben zudem eine Gruppe von etwa 50 Aktivisten Werksbahnschienen zum Kraftwerk Neurath. Nachdem die sich geweigert hätten, die Gleise zu verlassen, seien die Protestierenden weggetragen worden, berichtete ein Sprecher der Polizei Aachen. Der «Aktionsticker Lützerath» vermeldete etwa 130 Blockierer an der Kohlebahn am Kraftwerk Neurath. Gewalttätige Auseinandersetzungen wurden zunächst an keinem Protestort bekannt.

In Köln brachten festgeklebte Klimaaktivisten mit einer Blockade-Aktion den Berufsverkehr massiv ins Stocken. Sie saßen quer auf einer Straße und hielten ein Banner hoch, das auf die Gruppierung Letzte Generation hinwies. Dazu waren gelbe Kreuze zu sehen - die Protest-Symbole gegen den Abriss von Lützerath.

Die Polizei sperrte nach eigenen Angaben Zufahrten und führte den Verkehr vorbei. Drei Personen seien auf der Straße festgeklebt, drei seien bereits weggetragen worden, sagte eine Polizeisprecherin am Morgen. Ein dpa-Fotograf berichtete von einem Stau und wütenden Kommentaren von Autofahrern in Richtung der Aktivisten.

Die Gruppierung Letzte Generation twitterte ein Foto aus Köln und erklärte: «Die Kohle unter #Lützerath muss im Boden bleiben!»

In Düsseldorf klebten sich Klimaaktivisten der Gruppe Extinction Rebellion am NRW-Innenministerium fest. Etwa ein Dutzend Menschen, darunter eine Mutter mit Kind, waren an der Aktion in Düsseldorf beteiligt, wie Sprecher von Polizei und Innenministerium sagten. Sie protestierten gegen die Räumung der Siedlung Lützerath für den Braunkohle-Abbau und forderten den Rücktritt von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) wegen des Polizeieinsatzes dort. Die Aktivisten beklagten Polizeigewalt und Kriminalisierung.

Demonstranten hatten am Samstag in der Nähe des Tagebaus die abgesprochene Demonstrationsroute verlassen und waren in die Richtung der Gegend gezogen, in die das Betretungsverbot gilt. Die Polizei hatte Schlagstöcke, Pfefferspray und Wasserwerfer eingesetzt, um die Menschen zurückzuhalten. Aus den Reihen der Demonstranten waren Steine, Erdklumpen und Pyrotechnik auf die Beamten geworfen worden.

Die Einsatzkräfte der Polizei richteten sich auf mehrere spontane, dezentrale Aktionen ein. Das Aktionsbündnis «Lützerath Unräumbar», zu dem auch Gruppen von Fridays For Future und Letzte Generation gehören, hatte zuvor für heute zu einem gemeinsamen Aktionstag aufgerufen.

@ dpa.de

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