Unwetter, Unglücke

Alle Warnungen verhallten ungehört: Bloß nicht die Pisten verlassen! Mehrere deutsche Skifahrer haben es trotzdem getan - und waren trotz Lawinenausrüstung ohne Chance.

13.01.2019 - 15:11:23

Unglück auf gesperrter Route - Drei Deutsche bei Lawinenabgang in Österreich getötet. Mindestens drei sind tot.

Lech - Drei Skifahrer aus Süddeutschland sind im österreichischen Lech unter einer Lawine ums Leben gekommen. Wie die Behörden am Sonntag berichteten, wurde ein Mann der vierköpfigen Gruppe am Vormittag noch vermisst.

Die vier befreundeten Skifahrer waren am Samstag den Angaben zufolge auf einer gesperrten Skiroute unterwegs. Laut Polizei fanden die Retter die Leichen von drei Männern aus Oberschwaben im Alter von 32, 36 und 57 Jahren kurz vor Mitternacht. Die noch vermisste Person ist 28 Jahre alt und ebenfalls aus Süddeutschland.

Als am Samstagabend die Frau eines Skifahrers Vermisstenanzeige stellte, gelang es den Helfern schnell, die Gruppe mittels Handy-Ortung zu lokalisieren. Eine Rettungsmannschaft stieg sofort auf. Drei Skifahrer wurden laut Polizei gegen 23 Uhr gefunden. Sie wiesen Verletzungen auf sowie Erstickungsmerkmale. Die Wintersportler hatten die gesamte Notfallausrüstung dabei. Trotz ausgelösten Airbags wurden sie verschüttet.

Die Suche nach dem vierten Verschütteten musste wegen großer Lawinengefahr abgebrochen werden. Ob sie am Sonntag wieder aufgenommen wird, entscheidet eine Lawinenkommission am Vormittag, wie ein Polizeisprecher sagte. «Es ist zu fragen, ob die Suche wegen der großen Lawinengefahr zu verantworten ist», so der Sprecher.

Am Samstag herrschte in Lech oberhalb von 2000 Metern Lawinenwarnstufe 3. Wegen weiterer Schneefälle dürfte die Lawinengefahr nicht nur in der Region Arlberg weiter zunehmen. Verbreitet wird bis zum Dienstag in Hochlagen mit rund einem Meter Neuschnee und mehr gerechnet.

In den französischen Alpen kamen zwei Pistenarbeiter bei einer Lawinensprengung ums Leben. Die beiden Männer hantierten am Sonntagmorgen an einem Hang mit Sprengstoff, als es aus zunächst ungeklärter Ursache zur Explosion kam, wie der zuständige Unterpräfekt der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Das Unglück ereignete sich demnach nahe der Skistation von Morillon unterhalb des Gipfels Pointe de Cupoire, rund 20 Kilometer nordwestlich von Chamonix. In dem Gebiet herrscht nach Angaben des Unterpräfekten seit Samstag die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Derzeit würden fast täglich Sprengungen durchgeführt, um das Risiko von Schneerutschen zu verringern. Die beiden Angestellten des Skigebiets seien erfahren im Umgang mit Sprengstoff gewesen.

@ dpa.de

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