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International, G20

Afghanistan droht eine humanitäre Katastrophe.

12.10.2021 - 05:10:09

Krisenlage - Humanitäre Katastrophe: G20-Sondergipfel zu Afghanistan. Die Rechte von Frauen, Minderheiten und Regimekritikern werden massiv eingeschränkt. Heute beraten die G20-Staaten bei einem Sondergipfel.

Rom bei einem Treffen mit Draghi in Rom gesagt und die italienische G20-Initiative begrüßt. Draghi hatte schon im August, als dramatische Bilder des Machtwechsels in Kabul und von massenhaften Evakuierungen um die Welt gingen, einen Sondergipfel vorgeschlagen und vorangetrieben. Zuletzt bereiteten die Außenminister am Rande der UN-Vollversammlung das Spitzentreffen vor. Ende Oktober steht dann in Rom der reguläre G20-Gipfel an.

Hälfte der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen

Nach UN-Angaben sind rund 18 Millionen Afghanen - und damit die Hälfte der Gesamtbevölkerung - auf humanitäre Hilfe angewiesen. 93 Prozent der Haushalte haben nicht genug zu essen. Mehr als die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren ist von Unterernährung bedroht. Die Grundversorgung steht nach UN-Einschätzung vor dem Zusammenbruch. Es drohe eine noch viel größere humanitäre Katastrophe, wenn die internationale Gemeinschaft es zulasse, dass Afghanistans Gesundheitswesen, die Banken und die Wirtschaft kollabieren.

Bei einer Geberkonferenz im September wurde dem Land zwar mehr als eine Milliarde Euro zugesagt - laut UN-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi sind davon aber erst 35 Prozent ausgezahlt worden. In dem Land wurden bereits 3,5 Millionen Menschen vertrieben, mehr als zwei Millionen Afghanen flüchteten in Nachbarstaaten.

Der Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin lobte den anstehenden G20-Sondergipfel als «richtiges Format». Er forderte die G20 auf: «Es muss eine starke gemeinsame Position geben, um mit den Taliban jenseits einer diplomatischen Anerkennung über humanitäre Hilfe und den Stopp von eklatanten Menschenrechtsverletzungen zu sprechen.»

© dpa-infocom, dpa:211012-99-564333/2

@ dpa.de