Migration, Konflikte

Abschiebungen nach Afghanistan sind aufgrund der dortigen Sicherheitslage umstritten.

12.09.2018 - 13:34:05

Mit 17 Afghanen an Bord - Abschiebeflug aus Deutschland in Kabul eingetroffen. Am Dienstagabend mussten erneut 17 Afghanen Deutschland verlassen. Ein Sammelcharter brachte die Männer nach Kabul - trotz wiederholter Kritik.

Kabul - In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist am Mittwochmorgen ein weiterer Abschiebeflug aus Deutschland eingetroffen.

Beamte am Flughafen bestätigten, die Maschine aus München sei kurz nach 7.30 Uhr Ortszeit gelandet. Wie das Bayerische Landesamt für Asyl und Rückführungen mitteilte, waren 17 Abgeschobene an Bord. Es war die 16. Sammelabschiebung seit dem ersten Flug im Dezember 2016. Damit haben Bund und Länder bisher 366 Männer nach Afghanistan zurückgebracht.

Laut der Mitteilung des Bayerischen Landesamtes für Asyl und Rückführungen hielten sich sieben der Abgeschobenen zuletzt in Bayern auf. Unter diesen hätten sich fünf rechtskräftig verurteilte Straftäter befunden. Neben Bayern hätten sich Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen an der Rückführungsmaßnahme beteiligt.

Die Abschiebungen sind umstritten, weil sich in Afghanistan der Krieg mit den radikalislamischen Taliban und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausweitet. Erst in der Nacht zu Montag wurden in vier Provinzen im Norden des Landes bei Kämpfen fast 60 Sicherheitskräfte getötet. Bei einem Anschlag auf Demonstranten in der östlichen Provinz Nangarhar wurden am Dienstag mindestens 68 Menschen getötet. In Kabul kamen bei einem Doppelanschlag auf einen Wrestling-Club vergangene Woche mindestens 23 Menschen ums Leben.

Im Juli hatte der Fall eines Afghanen bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt, der sich nach einer Sammelabschiebung kurz nach seiner Ankunft in Kabul das Leben genommen hatte. Der Mann hatte zuvor rund acht Jahre in Deutschland verbracht. Er war am 3. Juli aus Hamburg abgeschoben worden, weil er mehrere Straftaten begangen hatte.

@ dpa.de