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Wahlen, Covid-19

16 Millionen Wahlberechtigte - Macron-Lager vor Schlappe bei Kommunalwahlen in Frankreich

28.06.2020 - 17:08:05

16 Millionen Wahlberechtigte - Macron-Lager vor Schlappe bei Kommunalwahlen in Frankreich. Wegen der Corona-Krise werden die Stichwahlen in Frankreich mit einer mehrmonatigen Verspätung nachgeholt. Die Grünen sind auf dem Vormarsch. Präsident Macron setzt unterdessen auf die Weltpolitik.

  • Emmanuel Macron - Foto: Ludovic Marin/AFP/dpa

    Emmanuel Macron (hinten,M) nach der Stimmabgabe im nordfranzösischen Seebad Le Touquet. Foto: Ludovic Marin/AFP/dpa

  • Anne Hidalgo - Foto: Joel Saget/POOL AFP/AP/dpa

    Die amtierende Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, bei der Stimmabgabe. Foto: Joel Saget/POOL AFP/AP/dpa

  • Zweite Runde der Kommunalwahlen in Frankreich - Foto: Aurelien Morissard/XinHua/dpa

    Ein Wahllokal in Paris. In Frankreich hat die Endrunde der Kommunalwahlen begonnen. Foto: Aurelien Morissard/XinHua/dpa

Emmanuel Macron - Foto: Ludovic Marin/AFP/dpaAnne Hidalgo - Foto: Joel Saget/POOL AFP/AP/dpaZweite Runde der Kommunalwahlen in Frankreich - Foto: Aurelien Morissard/XinHua/dpa

Paris - Bei der Endrunde der Kommunalwahlen in Frankreich hat sich eine schwere Schlappe für das Mitte-Lager von Staatschef Emmanuel Macron abgezeichnet.

Die Präsidentenpartei La République en Marche (LREM) dürfte mit ihrem ursprünglichen Vorhaben scheitern, Paris zu erobern und in anderen Städten für Überraschung zu sorgen. Noch vor drei Jahren hatte die junge Partei aus dem Stand die Mehrheit der Sitze in der Nationalversammlung errungen.

Stattdessen standen nun Grüne und Verbündete aus dem linken Lager vor Erfolgen in Lyon, Toulouse oder Tours. Bisher ist Grenoble die einzige große Stadt mit einem grünen Bürgermeister. Die symbolträchtige Hauptstadt dürfte nach Umfragen in der Hand der sozialistischen Amtsinhaberin Anne Hidalgo und ihren Verbündeten bleiben. Paris plant 2024 die Olympischen Spiele.

Die Stichwahlen waren eigentlich für Ende März geplant, mussten aber wegen der Covid-19-Pandemie verschoben werden. Bei der ersten Runde Mitte März war weit mehr als die Hälfte der Wähler nicht zur Abstimmung gekommen. Die Wahlbeteiligung lag am Mittag bei 15,29 Prozent, das waren nach Angaben des Innenministeriums mehr als vier Punkte weniger als bei der Abstimmung 2014.

Macron und seine Frau Brigitte wählten im nordfranzösischen Seebad Le Touquet, wie TV-Bilder zeigten. Nach den Wahlen will der 42-Jährige über seinen politischen Kurs nach der Coronavirus-Pandemie entscheiden, die Frankreich mit rund 30.000 Toten hart traf. Möglich ist dabei eine Regierungsumbildung - seit Wochen wird darüber spekuliert, ob Premier Édouard Philippe weitermachen kann oder nicht. Er ist nach Umfragen deutlich beliebter als der Präsident. Philippe trat in Le Havre an und galt in der Hafenstadt als Favorit.

Macron setzt unterdessen auf die große Politik - am Freitag konferierte er per Videoschalte mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin, am Montag wird er bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im brandenburgischen Meseberg erwartet.

In den Wahllokalen galt Maskenpflicht. Die Stichwahlen betrafen fast 5000 Kommunen, darunter waren die größten Städte des Landes. Aufgerufen waren gut 16 Millionen Wählerinnen und Wähler - das entspricht etwa einem Drittel der Wahlberechtigten. Die letzten Wahllokale sollen am Abend um 20.00 Uhr schließen.

© dpa-infocom, dpa:200628-99-594877/2

@ dpa.de