Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Konflikte, UN

13 Blauhelmsoldaten wurden bei dem Anschlag in Mali teils schwer verletzt, darunter zwölf Deutsche.

26.06.2021 - 12:44:43

MedEvac-Flug gestartet - Nach Anschlag in Mali: Medizinische Hilfe ist gestartet. Die Verletzten sollen nach Hause gebracht werden - ein erstes Flugzeug ist unterwegs.

Wunstorf/Bamako - Nach dem Selbstmordattentat im westafrikanischen Mali auf Blauhelmsoldaten sind die ersten der zwölf verletzten Bundeswehr-Soldaten auf dem Rückweg nach Deutschland.

Der Airbus A400M der Luftwaffe war heute früh vom Luftwaffenstützpunkt Wunstorf nordwestlich von Hannover abgehoben. Die Maschine wird am Nachmittag am Flughafen Köln erwartet.

Von dort sollen die Blauhelm-Soldaten ins Bundeswehr-Zentralkrankenhaus nach Koblenz gebracht werden. An Bord der Maschine vom Typ A400M befinden sich den Angaben zufolge die drei schwer verletzten Soldaten und jene, die liegend transportiert werden müssen. In Köln startete inzwischen ein zweiter Airbus, der weitere verletzte Soldaten aus Mali zurückzubringen soll.

Der Flugzeugtyp ist als fliegende Intensivstation einsetzbar und wurde unter anderem auch in der Corona-Pandemie für die Verlegung von Patienten aus Italien und Frankreich nach Deutschland genutzt.

Am Freitagmorgen um 6.28 Uhr Ortszeit hatte ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe eine Patrouille deutscher UN-Soldaten angegriffen und dabei 13 Menschen verletzt. Es handelte sich nach offiziellen Angaben um zwölf Deutsche und einen Belgier. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte noch am Freitag, von den Deutschen seien drei schwer verletzt. Die Soldaten sicherten nach UN-Angaben den Konvoi eines malischen Bataillons. Vorangegangen sei am Vortag die Explosion eines Sprengsatzes, bei der es aber nur Sachschaden an einem Fahrzeug gegeben habe.

Rund 900 deutsche Soldaten beteiligt

Der Selbstmordanschlag wurde rund 180 Kilometer nordöstlich der Stadt Gao verübt, in deren Nähe die meisten Bundeswehrsoldaten in Mali stationiert sind. Zum Zeitpunkt des Angriffs um 8.28 deutscher Zeit befanden sich die Soldaten noch in einer «Nachtaufstellung», also einer Art schützenden Wagenburg, wie aus einer Information des Einsatzführungskommandos an die Obleute hervorging. «Unter Einsatz ziviler Rettungshubschrauber und eines UN-Hubschraubers wurden die Verwundeten nach Gao in französische, chinesische und deutsche Sanitätseinrichtungen verbracht», hieß es weiter.

Derzeit sind rund 900 deutsche Soldaten an der UN-Mission Minusma beteiligt. Die Obergrenze liegt bei 1100 Männern und Frauen aus Deutschland. Der Einsatz soll den Friedensprozess in Mali unterstützen. In dem Land sind islamistische Terrorgruppen aktiv. 2013 schlug ein massiver französischer Militäreinsatz ihren Vormarsch auf die Hauptstadt Bamako zurück. Auch organisierte Kriminalität und grenzübergreifender Schmuggel sind ein Problem in der Region, über die Migrationsrouten nach Nordafrika und weiter Richtung Europa laufen.

« estmögliche medizinische Versorgung»

Zuletzt gab es in Mali zwei Militärputsche. Im Raum stand zuletzt gar die Frage, ob sich Mali nach dem jüngsten Putsch gar in Richtung radikaler Islamismus bewegt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte eine grundsätzliche Neuausrichtung der französischen Militärpräsenz in der Sahelzone an - und eine Ende des französischen Anti-Terror-Einsatzes «Operation Barkhane». Bilaterale militärische Einsätze mit Mali wurden ausgesetzt, um den Druck auf den Krisenstaat und die Putschisten zu erhöhen. Frankreich - das islamistische Terroristen in der Sahelzone aktiv sucht und angreift - hat immer wieder getötete eigene Soldaten zu beklagen.

Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl (SPD), sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: «Die Nachrichten sind erschütternd. Meine Gedanken sind bei den Soldaten und ihren Angehörigen. Ihnen wünsche ich viel Kraft. Das Wichtigste ist, dass die Verletzten die bestmögliche medizinische Versorgung erhalten und sicher nach Deutschland gebracht werden.»

© dpa-infocom, dpa:210626-99-149482/5

@ dpa.de