Anleihen, USA

WASHINGTON - Die amerikanische Notenbank Fed könnte ihre Geldpolitik trotz neuer Corona-Ängste rascher straffen als bisher erwartet.

30.11.2021 - 17:57:29

US-Notenbank könnte Wertpapierkäufe früher beenden. Darauf deuten Äußerungen von Fed-Chef Jerome Powell vom Dienstag hin. Vor dem Bankenausschuss des US-Senats brachte er zum einen die Möglichkeit ins Spiel, die immensen Wertpapierkäufe der Fed rascher abzuschmelzen. Zum anderen nährte er Zweifel an der Sichtweise der Fed, dass die derzeit hohe Inflation eine lediglich übergangsweise Angelegenheit sei. Der US-Dollar legte daraufhin deutlich zu, während die Zinsen am US-Kapitalmarkt stiegen.

Nach Worten von Powell peilt die Fed offenbar eine schnellere Rückführung ihrer milliardenschweren Wertpapierkäufe an. Die Wirtschaft entwickle sich sehr robust, und der Inflationsdruck sei hoch, erklärte Powell vor den Parlamentariern. Daher sei es möglicherweise angemessen, die Rückführung der Wertpapierkäufe vielleicht einige Monate früher abzuschließen.

Die Fed war auf ihrer jüngsten Zinssitzung in die Rückführung der zur Konjunkturstützung aufgelegten Wertpapierkäufe von monatlich 120 Milliarden US-Dollar eingestiegen. Für November und Dezember wurde ein Abschmelzen um je 15 Milliarden Dollar avisiert. Würde das Tempo gehalten, würde die Fed etwa Mitte 2022 keine zusätzlichen Anleihen mehr in ihre Bücher nehmen. Die Käufe waren wesentlicher Bestandteil der Fed-Krisenpolitik in der Corona-Pandemie.

Powell deutete zudem an, dass die Fed darüber nachdenke, die Inflation nicht mehr als "transitorisch", also übergangsweise Angelegenheit zu bezeichnen. Das Wort steht für die Auffassung der Notenbank, dass die zurzeit hohe Inflation durch Corona-Sondereffekte getrieben und daher nicht von Dauer ist. Die Sichtweise spricht gegen eine nennenswerte Straffung der Geldpolitik, um Inflationsrisiken zu begegnen. Bereits auf der jüngsten Zinssitzung hat sich die Fed mit einer leicht veränderten Wortwahl etwas von dieser Betrachtung gelöst.

Die hohe Inflation werde noch bis weit ins nächste Jahr anhalten, sagte Powell. Zwar dürfte sich die Teuerung im kommenden Jahr verlangsamen, preistreibende Faktoren wie Probleme im Welthandel blieben aber bestehen. "Ich denke, das Risiko höherer Inflation hat zugenommen." Zudem habe sich die Lage am Arbeitsmarkt rapide verbessert "und die Löhne steigen mit großer Geschwindigkeit", erklärte der Fed-Chef.

Die Inflation in den USA ist seit Monaten ungewöhnlich hoch. Im Oktober stiegen die Verbraucherpreise zum Vorjahresmonat um 6,2 Prozent und damit so stark wie seit 31 Jahren nicht mehr. Die Fed ist der Preisstabilität verpflichtet. Das Ziel der Zentralbank ist mittelfristig eine durchschnittliche Inflationsrate von zwei Prozent.

Powell sagte, die Gefahr "einer anhaltend hohen Inflationsrate" sei gestiegen, die Fed gehe aber weiter davon aus, dass die Teuerung 2022 "näher an unser Ziel sinken wird". Falls die Entwicklung anders verlaufen sollte, stehe die Notenbank bereit, ihre Werkzeuge einzusetzen.

Um die Inflation zu bremsen, könnte die Fed den Leitzins von derzeit fast Null schrittweise erhöhen - was allerdings auch die Konjunktur dämpfen würde. Davor könnte die Fed angesichts neuer Wachstumsrisiken infolge der Corona-Omikron-Variante zurückscheuen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Aktien New York Schluss: Späte Rally sorgt für kräftige Gewinne. Nach schwachem Start sorgte vor allem eine Rally in den beiden Schlussstunden dafür, dass der Dow Jones Industrial ging der Leitindex mit 34 725,47 Punkten nahe am Tageshoch aus dem Handel. Das Endergebnis einer wankelmütigen Woche wurde mit 1,3 Prozent noch klar positiv. NEW YORK - Die New Yorker Börsen haben nach einer Berg- und Talfahrt in dieser Woche nochmals Gewinne eingefahren. (Boerse, 28.01.2022 - 22:30) weiterlesen...

US-Anleihen legen etwas zu - Preisauftrieb verstärkt sich. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) stieg zuletzt um 0,24 Prozent auf 127,97 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Staatspapiere fiel im Gegenzug auf 1,78 Prozent. NEW YORK - US-Staatsanleihen haben am Freitag wieder etwas Boden gut gemacht. (Sonstige, 28.01.2022 - 21:16) weiterlesen...

Aktien New York: Zickzack-Kurs geht weiter - Märkte ins Plus gedreht. Dieses Mal gelang nach schwachem Start wieder ein Dreh ins Plus, unter anderem gestützt auf starke Zahlen von Apple. Nachdem Dow Jones Industrial schon etwa ein Prozent verloren hatte, stand er zwei Stunden vor Schluss 0,70 Prozent höher bei 34 400,51 Punkten. Mit einem Plus von 0,4 Prozent wäre das Endergebnis einer wankelmütigen Woche damit noch positiv geworden. NEW YORK - Die New Yorker Börsen setzen ihre Berg- und Talfahrt am Freitag mit erneuten Schwankungen fort. (Boerse, 28.01.2022 - 20:08) weiterlesen...

Aktien Osteuropa Schluss: Börsen meist mit Verlusten - Nur Moskau legt zu. Gegen die allgemein negative Tendenz konnte sich nur die Börse in Moskau stemmen. Der RTS-Index erholte sich dort um weitere 0,53 Prozent auf 1407,04 Punkte von einem Kurseinbruch zu Wochenbeginn, der mit dem Ukraine-Konflikt in Zusammenhang stand. Dies war schon der vierte Erholungstag in Folge. Am Vortag hatte er schon kräftige 5,7 Prozent zugelegt. PRAG/BUDAPEST/WARSCHAU - Die wichtigsten Börsen in Mittel- und Osteuropa sind am letzten Handelstag der Woche zumeist im Minus aus dem Handel gegangen. (Boerse, 28.01.2022 - 18:53) weiterlesen...

Aktien Wien Schluss: ATX beendet dreitägige Gewinnserie. Eingebettet in ein ebenfalls schwächeres europäisches Börsenumfeld fiel der Leitindex ATX um 0,72 Prozent auf 3837,53 Einheiten. Auch der breiter gefasste ATX Prime gab um 0,72 Prozent auf 1921,98 Punkte nach. Damit endete die bereits drei Tage dauernde Aufwärtsrallye am Wiener Markt, der ein tiefroter Wochenstart vorangegangen war. WIEN - Die Wiener Börse hat den Handel am Freitag zwar mit Abschlägen beendet, konnte aber dank einem starken Finish noch etwas Terrain gutmachen. (Boerse, 28.01.2022 - 18:35) weiterlesen...

Aktien Europa Schluss: Verluste im Schlepptau der Ausschläge in New York. Nachdem die US-Börsen am Vorabend ihre zeitweise deutlichen Gewinne noch abgegeben hatten, gerieten die Börsen auch hierzulande unter Druck. Als in New York der letzte Handelstag der Woche dann recht solide begann, konnte der EuroStoxx sein Minus wieder reduzieren. Über die Ziellinie ging der Leitindex der Eurozone 1,15 Prozent tiefer bei 4136,91 Punkten. Im Laufe der Woche hat er damit 2,2 Prozent verloren. PARIS/LONDON - Die europäischen Börsen haben am Freitag an ihre Schwankungen der vergangenen Tage angeknüpft. (Boerse, 28.01.2022 - 18:35) weiterlesen...