Justiz, Kriminalität

Generalbundesanwalt ermittelt vor allem gegen Islamisten

16.04.2026 - 08:17:26 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Bundesanwaltschaft konzentriert sich bei ihren Ermittlungen vor allem auf Islamismus und ausländischen Terrorismus.

Generalbundesanwalt (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Generalbundesanwalt (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Das berichtet die "Welt" unter Berufung auf die Antwort von Justizstaatssekretärin Anette Kramme auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Gleichzeitig bleiben Ermittlungen gegen sogenannte Reichsbürger auf hohem Niveau, während Verfahren wegen Sabotage und Spionage seit 2024 deutlich zunehmen. Fälle mit mutmaßlich links- oder rechtsextremistischen Tätern werden vergleichsweise seltener in Karlsruhe geführt.

Im Bereich der Spionage und Sabotage leitete der Generalbundesanwalt (GBA) 2024 insgesamt 16 Verfahren gegen 24 Beschuldigte ein, meist wegen Spionage für fremde Geheimdienste. 2025 kamen vier weitere hinzu. Derzeit bearbeitet die Behörde 20 entsprechende Ermittlungsverfahren. "Der Anstieg seit 2024 ist besorgniserregend. Das zeigt, mit welchen Bedrohungen von außen wir konfrontiert sind", sagte die Grünen-Innenexpertin Irene Mihalic der "Welt".

Im Bereich des islamistischen Terrorismus führt der GBA aktuell 269 Verfahren gegen 347 Beschuldigte, überwiegend wegen Mitgliedschaft in terroristischen Vereinigungen. 2024 wurden 125 neue Verfahren eingeleitet, 2025 waren es 180. Viele Fälle betreffen Taten im Zusammenhang mit der Terrormiliz IS oder den Taliban in Syrien, Irak und Afghanistan.

Auch rechtsextremistische Strukturen stehen im Fokus. 2025 leitete der GBA neun neue Verfahren ein, insgesamt sind zwölf Verfahren mit 35 Beschuldigten anhängig. Deutlich gestiegen ist die Zahl der Ermittlungen gegen sogenannte Reichsbürger: Nach drei Verfahren im Vorjahr wurden 2025 insgesamt 78 neue Verfahren eingeleitet. Im Zentrum steht dabei ein Netzwerk, dem ein geplanter gewaltsamer Umsturz und Angriffe auf Infrastruktur vorgeworfen werden.

Im Bereich Linksextremismus leitete der GBA 2025 zwei neue Verfahren gegen elf Beschuldigte ein, insgesamt laufen 28 Verfahren gegen 32 Beschuldigte. Ein Teil davon betrifft mutmaßliche Taten der RAF aus früheren Jahrzehnten. Anschläge auf kritische Infrastruktur werden häufig linksextremistischen Tätern zugerechnet, Verbindungen nach Russland sind laut Ermittlern jedoch nicht belegt.

de | news | 69168241 |

Weitere Meldungen

Reul kritisiert Fußballvereine für Umgang mit Stadion-Tätern Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) kritisiert Fußballvereine für ihren Umgang mit Stadion-Tätern und bringt strengere Regelungen ins Gespräch.Gewalt in Stadien sei schon seit Jahren ein Problem, sagte Reul der "Rheinischen Post". (Politik, 13.06.2026 - 12:03) weiterlesen...

Reul dringt auf europäische Palantir-Alternative Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) dringt auf eine europäische Alternative zur umstrittenen US-Überwachungssoftware Palantir.Reul sagte der "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe), immer mehr Kriminalität verlagere sich ins Netz. (Politik, 13.06.2026 - 06:25) weiterlesen...

Polizei in Washington untersucht «86 47»-Zeichen im Rasen. Die Polizei ermittelt, das US-Innenministerium spricht von Vandalismus. Auf dem Rasen der National Mall in der US-Hauptstadt taucht die Zahlenfolge «86 47» auf. (Ausland, 12.06.2026 - 08:55) weiterlesen...

Hubig will Verjährungsfrist von Vergewaltigung verlängern. Was die SPD-Politikerin noch beim Sexualstrafrecht ändern will - und was die Union sagt. Die Bundesjustizministerin fordert, die Verjährungsfrist bei Vergewaltigung von 5 auf 20 Jahre zu verlängern. (Politik, 11.06.2026 - 14:47) weiterlesen...

Union für Ausweitung der Verjährungsfrist bei Vergewaltigungen Die Unionsfraktion schließt sich den Plänen von Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) an, die Verjährungsfrist bei Vergewaltigungen auszuweiten.Wer eine Vergewaltigung erlebt habe, brauche oft Jahre, manchmal Jahrzehnte, bevor er oder sie in der Lage sei, den Schritt zur Anzeige zu gehen, sagte Günter Krings, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, der "Rheinischen Post". (Politik, 11.06.2026 - 13:04) weiterlesen...

GdP-Chef fordert schnellere Verfahren und mehr Haftplätze Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Kopelke, fordert vor der am Donnerstag in Hamburg beginnenden Justizministerkonferenz schnellere Strafen für Kriminelle und eine Erweiterung der Haftplätze in Deutschland."Wir Polizisten sind Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft und unsere Ermittlungsarbeit landet jetzt nur noch auf großen Aktenbergen", sagte der Polizeigewerkschafter dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". (Politik, 11.06.2026 - 06:44) weiterlesen...