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CARACAS - Das sozialistisch regierte Venezuela steht nach einem teilweisen Zahlungsausfall vor der Pleite.

14.11.2017 - 15:26:24

ROUNDUP 2/Staatspleite rückt näher: S&P senkt Daumen über Venezuela. Nach ergebnislosen Verhandlungen mit Gläubigern des hoch verschuldeten südamerikanischen Landes senkte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) den Daumen.

steht das Land mit 2,7 Milliarden Dollar in der Kreide, zudem sind vor allem Russland und China große Gläubiger.

Verschärft wurde die Krise durch zuletzt immer weiter steigende Risikoaufschläge und Finanzsanktionen der US-Regierung, die Maduro nach der Entmachtung des Parlaments den Umbau zur Diktatur vorwerfen. Über 120 Menschen starben bei Protesten gegen Maduro seit April, eine Pleite könnte die Versorgungskrise massiv verschlimmern. Schon jetzt sind hunderttausende Menschen geflüchtet, vor allem nach Kolumbien.

Maduro hat zwar unter scharfem Protest vieler westlicher Staaten seine Macht mit Repression gegen Oppositionelle und der Einsetzung einer linientreuen neuen Volksversammlung seine Macht gefestigt. Aber eine Pleite könnte auch zu Verwerfungen im Lage der Sozialisten führen - die große Unbekannte ist, wie das Militär reagieren würde.

Erst vor zwei Wochen hatte Maduro im Kampf gegen die Inflation, die dieses Jahr bei über 1000 Prozent liegen dürfte, die Einführung des größten Geldscheins in der Geschichte des Landes verkündet: 100 000 Bolivar. Vor einem Jahr war der größte Schein in Venezuela noch der 100-Bolivar-Schein, aber der war da schon praktisch nichts mehr wert.

Immer wieder wurde auch der Mindestlohn angehoben. Er liegt nun bei 177 507,43 Bolivar. Nach dem aktuellen Schwarzmarktkurs gibt es für einen Euro 65 000 Bolivar, somit beträgt er nur rund drei Euro. Einen Grund für die Finanzprobleme ist auch eine milliardenschwere Subvention des Benzins. Trotz der riesigen Ölreserven mangelt es aber in der maroden Ölindustrie an genug Raffineriekapazitäten, so das Benzin für horrende Summen zum Teil importiert werden muss. Für einen Euro (Schwarzmarktkurs) kann man derzeit rund 5000 Liter tanken.

An den Finanzmärkten gilt ein Zahlungsausfall Venezuelas schon lange als ausgemachte Sache. Die Kosten für Ausfallversicherungen (CDS) auf Staatsanleihen des Landes liegen so hoch wie für kein anderes Land der Welt. Die Prämie für eine Absicherung auf fünfjährige Anleihen liegt derzeit bei 154 Prozent. Zum Vergleich: Für eine entsprechende Sicherung einer Forderung gegen das Euro-Sorgenkind Griechenland müssen derzeit 4,7 Prozent des Forderungsbetrags gezahlt werden.

@ dpa.de

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