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News, Finanzindustrie

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich gegen den Plan von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) für eine gemeinsame EU-Einlagensicherung ausgesprochen.

18.11.2019 - 18:07:41

EU-Einlagensicherung: Söder lehnt Pläne von Scholz ab

BERLIN - Noch immer kommt rund jeder vierte Fernzug zu spät, beklagen sich Fahrgäste über geschlossene Bordbistros und fehlende Reservierungsanzeigen. Aber im Berliner Bahntower bestimmte am Montag wieder der Machtkampf in der Chefetage die Tagesordnung des Aufsichtsrats: Die Ablösung von Finanzchef Alexander Doll soll den wochenlangen Querelen nun ein Ende setzen.

Das Kontrollgremium billigte den Auflösungsvertrag, auf den sich Doll vergangene Woche eingelassen hatte - dem Vernehmen nach gegen eine Abfindung in einstelliger Millionenhöhe. Doch die Entscheidung fiel nach dpa-Informationen nicht einstimmig aus. Es gibt noch Fragen, auch an Konzernchef Richard Lutz.

Der Streit mit Lutz hatte sich am erfolglosen Versuch Dolls entzündet, die Konzerntochter Arriva zu verkaufen. Aufsichtsratschef Michael Odenwald nannte nach der Sitzung am Montag aber keine Gründe für den Abgang des Finanzchefs.

Stattdessen Bedauern und viel Lob: Odenwald sprach von erfolgreicher Leistung, vertrauensvoller Zusammenarbeit und einem wichtigen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit des Konzerns. "In diesem Zusammenhang hat er auch den Verkaufsprozess von Arriva professionell aufgesetzt und vorangetrieben."

Die Tochter betreibt mit 53 000 Beschäftigten Busse und Bahnen in 14 europäischen Ländern. Ihr Verkauf sollte bis zu vier Milliarden Euro bringen - die Angebote lagen nach Bahnangaben aber deutlich darunter.

Auf eine Ablösung Dolls hatte auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) gedrungen. Intern wurde Doll vorgeworfen, bei dem erhofften Milliardendeal nicht alle Karten auf den Tisch gelegt zu haben, etwa was Pensionslasten bei der verschuldeten Tochterfirma betrifft.

Das bezweifeln aber vor allem die Arbeitnehmervertreter. Sie enthielten sich am Montag der Stimme, wie in Aufsichtsratskreisen zu erfahren war. Stattdessen forderten sie weitere Aufklärung. "Einige hätten es schon früher wissen müssen", hieß es anschließend mit Blick auf Bahnchef Richard Lutz.

Denn der Vorstandsvorsitzende hatte von 2010 bis Dezember 2018 das Finanzressort verantwortet - Doll war erst vor eineinhalb Jahren zur Bahn gekommen, zunächst als Vorstand für Güterverkehr und Logistik, seit Januar auch für Finanzen. Vor drei Jahren war es Lutz, der schon einmal versuchte, Arriva zu verkaufen. Für die Arbeitnehmerseite ist das Thema dem Vernehmen nach nicht erledigt. Sie fordert Regelungen, damit künftig Informationen besser fließen.

Der Bahnbeauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann, erklärte noch vor zwei Wochen, die Arriva-Interessenten hätten "alle notwendigen Unterlagen und Dokumente" fristgerecht erhalten. Die Entscheidung über das Unternehmen mit Sitz in England verzögere sich "aufgrund des aktuell schwierigen Marktumfeldes und der politischen Situation im Vereinigten Königreich". Ferlemann bezog sich in seiner Antwort auf eine FDP-Anfrage auf Konzernangaben.

Es gibt Anzeichen, dass es auch andere Ursachen als Arriva gibt für das Zerwürfnis zwischen Bahnchef und Finanzvorstand. Dem Vernehmen nach lehnte Doll es ab, sich künftig auf das Ressort Güterverkehr zu konzentrieren und die Finanzen abzugeben.

Mit diesem Schritt wäre ein Wechsel von Sigrid Nikutta als Vorstand für Güterverkehr zur Bahn vereitelt worden. Die frühere Cargo-Managerin und heutige Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) war schon öfter für Führungsposten bei der Bahn im Gespräch gewesen. Dieses Mal gelingt ihr der Wechsel; am 7. November berief sie der Aufsichtsrat zum 1. Januar 2020.

Erwartet wird, dass Konzernchef Lutz nun das Ressort Finanzen kommissarisch wieder übernimmt. Der Aufsichtsrat tagt regulär wieder am 11. Dezember - unter anderem zum Thema Arriva.

@ dts-nachrichtenagentur.de