ADHS kann kreative Problemlösung fördern
15.02.2026 - 18:13:12 | boerse-global.deEine neue Studie stellt das defizitorientierte Bild von ADHS infrage. Menschen mit starken Symptomen lösen Probleme häufiger durch plötzliche Geistesblitze als durch analytisches Denken. Das zeigt eine Untersuchung der Drexel University.
Die Ergebnisse, die im Fachjournal „Personality and Individual Differences“ veröffentlicht wurden, deuten auf einen überraschenden Vorteil hin: Ein als typisch für ADHS beschriebenener „undichter“ Aufmerksamkeitsfilter könnte unerwartete Verbindungen und kreative Durchbrüche begünstigen.
Exekutive Funktionen: Das Management im Kopf
Exekutive Funktionen gelten als das Management-System des Gehirns. Dazu zählen:
* Arbeitsgedächtnis
* Kognitive Flexibilität (Aufgaben wechseln)
* Impulskontrolle
* Planungs- und Organisationsfähigkeit
Bei ADHS sind diese Funktionen häufig beeinträchtigt. Das führt zu bekannten Herausforderungen wie Konzentrationsschwierigkeiten und Problemen mit der Tagesstruktur. Bisher definierte die Wissenschaft ADHS oft primär über diese Defizite.
Der verblüffende Befund: Zwei Wege zum Ziel
Die Forscher ließen Probanden mit unterschiedlich starken ADHS-Symptomen kreative Rätsel lösen. Das Ergebnis war eindeutig: Personen mit ausgeprägten Symptomen kamen signifikant häufiger durch plötzliche „Aha!“-Momente zur Lösung. Die Vergleichsgruppe nutzte dagegen eher methodisches, analytisches Denken.
Noch interessanter war das Gesamtergebnis: Die meisten Rätsel lösten sowohl die Gruppe mit sehr hoher als auch die mit sehr niedriger exekutiver Kontrolle. Die Mitte schnitt am schlechtesten ab. Dies legt zwei erfolgreiche, aber grundverschiedene Denkwege nahe:
1. Den strukturiert-analytischen Weg.
2. Den intuitiv-sprunghaften Weg.
Vom Störungsbild zur kognitiven Stärke
Die Studie fordert einen Paradigmenwechsel heraus. Sie unterstützt den Ansatz der Neurodiversität, der neurologische Unterschiede als natürliche Vielfalt betrachtet. Die Fähigkeit zu unkonventionellen Lösungen könnte in Berufen, die Innovation erfordern, ein echter Vorteil sein.
Sollte der Fokus in der Unterstützung also weg von der reinen Defizit-Kompensation und hin zur Stärkenförderung gehen? Die Autoren der Studie legen diese Schlussfolgerung nahe.
Was bedeutet das für den Arbeitsalltag?
Für die persönliche Produktivität und die Gestaltung von Jobs ergeben sich neue Perspektiven. Traditionelle Bürostrukturen mit linearer Planung sind für viele Menschen mit ADHS eine Hürde. Flexiblere, kreative Rollen könnten ihnen hingegen entgegenkommen.
Für Arbeitgeber liegt die Chance darin, Umgebungen zu schaffen, die verschiedene Denkstile zulassen. Die gezielte Kombination von analytischen und intuitiven Problemlösern könnte die Innovationskraft von Teams steigern.
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Für Betroffene unterstreicht die Studie die Wichtigkeit, die eigenen kognitiven Stärken zu erkennen und passende berufliche Nischen zu suchen.
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