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Digitaler Nachlass, FPSB

Wer stirbt, hinterl?sst auch ein digitales Erbe - doch nur die Wenigsten k?mmern sich um ihren digitalen Nachlass.

08.10.2021 - 10:02:16

Spuren im Netz: So l?sst sich der digitale Nachlass regeln

Frankfurt am Main (pts013/08.10.2021/10:00) - Wer stirbt, hinterl?sst auch ein digitales Erbe - doch nur die Wenigsten k?mmern sich um ihren digitalen Nachlass. FPSB Deutschland gibt anl?sslich der World Investor Week 2021 konkrete Handlungsempfehlungen

Im Testament ist in der Regel bzw. sollte klar bestimmt sein, wer Haus und Grund, das Verm?gen und wertvolle Gegenst?nde nach dem Tode bekommen soll. Doch was mit den pers?nlichen digitalen Daten nach dem Ableben passiert, ist in den seltensten F?llen gekl?rt. Ein Fehler, denn eine solche "digitale Erbmasse" h?ufen mittlerweile nahezu alle Menschen in ihrem Leben an. "Ob Daten aus sozialen Netzwerken, E-Mails oder Benutzerkonten f?r Online-Banking oder andere Plattformen im Web - durch die Digitalisierung umfassen Nachl?sse und Erbschaften immer h?ufiger auch digitale Bestandteile", erl?utert Maximilian Kleyboldt, CFP?, Vorstandsmitglied des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland).

Und das d?rften inzwischen bei den meisten sehr viele Daten sein. Denn immer mehr digitale Spuren werden bewusst oder auch unbewusst hinterlassen. Diese elektronischen Daten, die nach dem Tod des Benutzers weiter existieren, werden als "digitales Erbe" oder "digitaler Nachlass" bezeichnet. Die Rechte gehen an die Erben ?ber. F?r den Erblasser ist es somit sehr bedeutsam, wer nach seinem Ableben welche Daten erh?lt, in denen eventuell wertvolle Informationen ?ber Verm?genswerte bis hin zu privatesten Geheimnissen gespeichert sind. Wichtig ist vor allem, dass auch die Erben Zugang im Todesfall erhalten und die Kenntnis ?ber den Zugang haben. Der "Facebook-Fall" l?ste einen rechtswissenschaftlichen Diskurs hinsichtlich des digitalen Nachlasses aus, nachdem Facebook den Eltern den Zugang zum Account der verstorbenen Tochter verweigert hatte.

Unwissenheit ?ber digitale Spuren

Einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge, haben sich dennoch nur acht Prozent der vollj?hrigen Deutschen bisher intensiv mit der Regelung des digitalen Nachlasses besch?ftigt. Ein Hindernisgrund ist dabei Unwissenheit: Viele Menschen wissen gar nicht, dass auch E-Mail-Accounts oder Konten in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram zum "Digitalen Erbe" geh?ren.

"Der digitale Nachlass findet derzeit im Rahmen der Nachfolgeberatung wenig bis keine Ber?cksichtigung. Wer sein digitales Erbe schon zu Lebzeiten ordentlich regelt, macht seinen Hinterbliebenen vieles leichter", r?t Nachfolgeplaner Kleyboldt, der neben seiner Vorstandst?tigkeit auch Stellvertretender Direktor im Wealth Planning bei der Bethmann Bank AG in Frankfurt am Main, ist. Diese m?ssen sonst etwa Daten und bestehende Accounts l?schen sowie vereinbarte Abos und Kaufvertr?ge k?ndigen, schlie?lich enden diese Vertr?ge nicht automatisch.

"Je sensibler und sorgf?ltiger bereits zu Lebzeiten mit den Spuren im Netz umgegangen wird, desto einfacher ist es f?r die Erben, den digitalen Nachlass zu verwalten", sagt Maximilian Kleyboldt. Sinnvoll ist beispielsweise, zun?chst eine ?bersicht aller Accounts mit Benutzernamen und Kennw?rtern zu erstellen. In einer Vollmacht kann der Erblasser zudem fr?hzeitig festlegen, was nach dem Tod mit seinen Accounts, Passw?rtern und anderen digitalen Spuren, wie Daten in Cloud-Diensten, passieren soll und wer die Zugriffsrechte erh?lt.

Erben erhalten Daten-Zugriff

Und noch etwas sollten Erblasser beachten: Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs geht das digitale Erbe komplett auf die erbberechtigten Hinterbliebenen ?ber, so dass sie auf die Daten zugreifen d?rfen - selbst wenn es sich um private Chats handelt. Laut BGH steht in diesem Fall das Erbrecht ?ber dem postmortalen Pers?nlichkeitsrecht, dem Fernmeldegeheimnis sowie dem Datenschutz. Wer jedoch verhindern will, dass einer der Erben auf ein Nutzerkonto zugreifen kann, sollte einen Testamentsvollstrecker einsetzen, der den Zugriff der Erben verhindert und die Datenbest?nde l?scht beziehungsweise Nutzerkonten k?ndigt.

"Jeder Erblasser sollte sich fr?hzeitig um die Regelung des eigenen Nachlasses k?mmern, egal, ob dieser aus klassischen Sachwerten wie einer Immobilie oder Aktien oder digitalen Werten besteht", fasst FPSB-Vorstand Kleyboldt zusammen. Ohne Hinweise auf Benutzernamen, Passw?rter oder PINs k?nnen im schlimmsten Fall sogar Verm?genswerte unerkannt bleiben. Das gilt insbesondere f?r Konten bei reinen Online-Banken, restlichem Paypal-Guthaben oder auch Verm?genswerten in Kryptow?hrungen. Die Herausforderung f?r die Nachfolgeberatung bez?glich des digitalen Nachlasses ist das Spannungsfeld zwischen Dokumentation und Diskretion.

Welche Schritte sollte man in Bezug auf den digitalen Nachlass somit einleiten?

* Die wichtigste Ma?nahme: K?mmern Sie sich um das Thema "digitaler Nachlass".

* Anfertigung einer dokumentierten ?bersicht der Aktivit?ten im Internet

* Zugangssicherung f?r bestimmte bzw. definierte Personen gew?hrleisten

* Benutzerkennung und Passwort sowie entsprechende Aktualisierungen sollten der vorgesehenen Person in geeigneter Weise bekannt sein, um sie in die Lage zu versetzen, im entscheidenden Zeitpunkt auf den jeweiligen Account zugreifen zu k?nnen.

* Integrieren Sie Ihre Vorstellungen und W?nsche bez?glich Ihres digitalen Verm?gens in Ihren Vollmachten.

* Machen Sie sich auch vertraut mit den Nutzungsbedingungen der von Ihnen in Anspruch genommenen digitalen Dienstleistungen und den jeweiligen anbieterspezifischen Regelungen, insbesondere f?r die Stellvertretung und die F?lle des Versterbens.

* Suchen Sie das Gespr?ch mit der von Ihnen ausgew?hlten Person und unterrichten Sie diese in geeigneter Form ?ber Ihre W?nsche f?r den Fall der F?lle.

* Dem Erblasser ist zu raten, bei Online-Aktivit?ten und bei der Speicherung von Daten grunds?tzlich zwischen gesch?ftlichen und privaten Daten sowie ggf. Verm?genswerten und Nicht-Verm?genswerten zu trennen.

* Anlage einer digitalen Vorsorgemappe: Verschl?sselung des Dokuments mit einem sog. Master-Passwort. Dieses braucht nicht regelm??ig ge?ndert werden und kann den Erben bspw. im Rahmen der letztwilligen Verf?gung mitgeteilt werden.

* Checken Sie aktuelle Vollmachten oder das bestehende Testament in Bezug auf den digitalen Nachlass.

Abschlie?end gilt es nat?rlich darauf hinzuweisen, dass dies nur einen Ausschnitt der m?glichen Aktivit?ten umfasst, und insbesondere die rechtlichen Fragestellungen dieser Aspekte zus?tzlich mit dem pers?nlichen Rechtsberater er?rtert werden sollten.

Aktionswoche vermittelt Finanzwissen

Einen Beitrag zu mehr Informationen zu solchen und ?hnlichen Themen leistet der internationale Dachverband der CERTIFIED FINANCIAL PLANNER?-Professionals, der FPSB Ltd, zu dem auch der FPSB Deutschland geh?rt, im Rahmen der f?nften World Investor Week, die vom 4. bis 10. Oktober 2021 stattfindet. Bei dieser Aktionswoche werden Verbraucher der Nutzen einer langfristigen Finanzplanung nahegebracht und Finanzwissen vermittelt. "Das Engagement f?r mehr Finanzwissen und eine qualitativ bessere Finanzberatung im Kundeninteresse z?hlt zu den Hauptzielen des FPSB Deutschland", betont Prof. Dr. Rolf Tilmes, CFP?, Vorstandsvorsitzender des FPSB Deutschland.

Weitere Themen des FPSB Deutschland zur World Investor Week 2021 waren:

* 4.10.21: "Checkliste Ruhestandsplanung: Fr?hzeitig finanziell auf den Lebensabend vorbereiten"

* 5.10.21: "Beratungsqualit?t - individuell statt von der Stange: Mit dieser Checkliste finden Anleger professionelle Finanzberater"

* 6.10.21 am World Financial Planning Day: "Aufr?umen mit Rollenklischees: Frauen und Finanzen - das passt zusammen"

* 7.10.21: "Die T?cken der nachhaltigen Geldanlage - und wie Sie sie vermeiden"

Save the date

Am 18.11.2021 l?dt der FPSB Deutschland zu einem virtuellen Presse-Workshop ein. Unter der Moderation von Anne Connelly, Gr?nderin des Karrierenetzwerkes "Fondsfrauen" sowie dem Finanzportal "herMoney", informieren Expertinnen und erfahrene Finanzplanerinnen ?ber finanzielle Trends und Vorsorgem?glichkeiten f?r Frauen und zeigen verschiedene Wege in die finanzielle Unabh?ngigkeit auf.

?ber den FPSB Deutschland e.V. Das Financial Planning Standards Board Ltd. - FPSB ist ein globales Netzwerk mit derzeit 27 Mitgliedsl?ndern und ?ber 192.000 Zertifikatstr?gern. Dessen Ziel ist es, den weltweiten Berufsstandard f?r Financial Planning zu verbreiten und das ?ffentliche Vertrauen in Financial Planner zu f?rdern. Das Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland) mit Sitz in Frankfurt/ Main geh?rt seit 1997 als Vollmitglied dieser Organisation an.

Zentrale Aufgabe des FPSB Deutschland ist die Zertifizierung von Finanz- und Nachfolgeplanern nach international einheitlich definierten Regeln. Wichtige G?tesiegel sind der CERTIFIED FINANCIAL PLANNER?-Professional, der CERTIFIED FOUNDATION AND ESTATE PLANNER?-Professional, der EFPA European Financial Advisor? EFA und der CGA? CERTIFIED GENERATIONS ADVISOR. Der FPSB Deutschland hat ferner den Anspruch, Standards zur Methodik der ganzheitlichen Finanzberatung zu setzen. Daf?r arbeitet der FPSB Deutschland eng mit Regulierungs- und Aufsichtsbeh?rden, Wissenschaft und Forschung, Verbrauchersch?tzern sowie Presse und interessierter ?ffentlichkeit zusammen.

Ein weiteres Anliegen des FPSB Deutschland ist die Verbesserung der finanziellen Allgemeinbildung. Zu diesem Zweck hat der Verband den Verbraucher-Blog https://www.frueher-planen.de lanciert. Er informiert neutral, anbieterunabh?ngig und werbefrei ?ber alle relevanten finanziellen Themen und beinhaltet drei Online-Rechner zur Berechnung der Altersrente und der Basisrente sowie zur Optimierung der Fondsanlage. Weitere Informationen erhalten Sie unter: https://www.fpsb.de

Folgen Sie uns auch auf LinkedIn unter: https://de.linkedin.com/company/fpsbdeutschland

(Ende)

Aussender: Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. Ansprechpartner: Iris Albrecht Tel.: +49 681 4109806 10 E-Mail: presse@fpsb.de Website: www.fpsb.de

Frankfurt am Main (pts013/08.10.2021/10:00)

@ pressetext.de