Artenschutz, Makohai

Rechtsgutachten: EU verst??t gegen internationales Fischereirecht

12.11.2021 - 13:52:41

Rechtsgutachten: EU verst??t gegen internationales Fischereirecht. Wenige Tage vor dem Beginn der Jahrestagung der Fischerei-Konvention ICCAT (International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas) zeigt ein Rechtsgutachten, dass die Verhandlungsposition der Europ?ischen Union gegen das Fischereirecht der Vereinten Nationen verst??t. Das Gutachten best?tigt die Kritik der Artenschutzorganisationen Sharkproject und Pro Wildlife, die ein sofortiges Anlandeverbot f?r den Makohai im Nordatlantik fordern. ?ber die Zukunft des Makohais verhandelt die (digitale) ICCAT-Tagung vom 15. bis 23. November.

Br?ssel/Z?rich/M?nchen (pts030/12.11.2021/13:50) - Wenige Tage vor dem Beginn der Jahrestagung der Fischerei-Konvention ICCAT (International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas) zeigt ein Rechtsgutachten, dass die Verhandlungsposition der Europ?ischen Union gegen das Fischereirecht der Vereinten Nationen verst??t. Das Gutachten best?tigt die Kritik der Artenschutzorganisationen Sharkproject und Pro Wildlife, die ein sofortiges Anlandeverbot f?r den Makohai im Nordatlantik fordern. ?ber die Zukunft des Makohais verhandelt die (digitale) ICCAT-Tagung vom 15. bis 23. November.

Juristen der Universit?ten Leeds Beckett, Hamburg und Oxford kommen in ihrem Rechtsgutachten zu dem Schluss, dass die Blockadehaltung der EU gegen ein Anlandeverbot f?r den Makohai (d.h. kein Einbringen gefangener Tiere in den Hafen) dem Vorsorgeprinzip des UN-Abkommens zu Fischbest?nden widerspricht*. Denn bereits seit 2017 empfiehlt das ICCAT-Wissenschaftsgremium einen vollst?ndigen und sofortigen Anlandestopp f?r Makohaie aus dem Nordatlantik. Nur dann, so die ICCAT-Wissenschaftler, hat der v?llig ?berfischte Bestand des Makos eine wirkliche Chance, sich in den n?chsten 50 Jahren zu erholen.

"Dennoch ignoriert die Fischereiabteilung der EU (DG MARE) den Rat der Wissenschaft und will den Fischereien die Fortsetzung ihres lukrativen Mako-Gesch?fts erm?glichen", kritisiert Dr. Iris Ziegler von Sharkproject. In der EU wird Makohai als willkommener Beifang der Langleinenfischerei auf Thunfisch, Schwertfisch und Blauhai gefangen und Fleisch sowie Flossen vermarktet.

2019 wurden Makohaie, unter anderem auf Initiative der EU und ihrer Artenschutzbeh?rden, in den Anhang II des weltweiten Artenschutzabkommens CITES ("Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora") aufgenommen. Seither ist internationaler Handel mit Makohaien nur erlaubt, wenn der Fang nachweislich nicht das ?berleben der Art gef?hrdet. Da dieser Nachweis vor allem f?r den Nordatlantik nicht m?glich ist, hat die EU-Artenschutzabteilung DG ENVI ab dem 1. Januar 2021 als Konsequenz einen Anlandestopp aus internationalen Gew?ssern beschlossen. DG MARE hingegen ignoriert diese Artenschutzentscheidung, setzte eigenm?chtig Mitte Januar eine Anlandequote f?r die EU-Flotte fest und will offenbar auf der kommenden ICCAT-Tagung erneut einen Fangstopp durch komplexe und nicht umsetzbare Regelungen de facto verhindern. Spanien und Portugal geh?ren zu den gr??ten Haifangnationen der Welt: 2020 fingen die beiden L?nder 1.200 Tonnen Makohaie allein im Nordatlantik.

Makohaie sind auf der Internationalen Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN seit 2019 als stark gef?hrdet (Endangered) eingestuft, der Bestand im Mittelmeer gar als akut vom Aussterben bedroht (Critically Endangered). In einer gemeinsamen Beschwerde wandten sich Sharkproject und Pro Wildlife an EU-Vize Pr?sident Frans Timmermans, der f?r die EU-Biodiversit?tsstrategie und den European Green Deal zust?ndig ist. "Wie will die EU glaubw?rdig eine f?hrende Rolle im globalen Artenschutz beanspruchen, wenn sie bei den Makohai-Verhandlungen als erstem Praxistest so kl?glich versagt?" so Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife abschlie?end.

* Dem Rechtsgutachten zufolge ist auch der diesj?hrige Vorschlag der EU aufgrund der extrem langen Zeit f?r den Wiederaufbau und den daraus resultierenden Unabw?gbarkeiten auf Erfolg nicht mit dem Vorsichtsprinzip vereinbar. Die vorgeschlagene Berechnungsmethode zur fortgesetzten Anlandung einer noch zu definierenden Menge an Beifang ist nach Ansicht der Autoren ein weiterer Grund hierf?r da sich die Berechnung auf Daten st?tzt, die bisher nicht bzw. nur vollkommen unzureichend existieren. Sie empfehlen daher zumindest bis 2035, noch besser bis 2045 (dem fr?hesten Zeitpunkt einer m?glichen Bestandserholung) ein Anlandeverbot einzuf?hren. Das Rechtsgutachten wurde von Sustainable Fisheries and Communities Trust (SFACT) in Auftrag gegeben.

Weitere Infos:

Link zum Gutachten: https://bit.ly/3C4aggH

Verb?ndeschreiben an EU-Vizepr?sidenten Frans Timmermans: https://bit.ly/3Hf3CrA

Links zu den Beobachter Statements beim ICCAT Panel 4: https://bit.ly/31HhjPQ und https://bit.ly/2Yzziqe

Pressekontakte: Dr. Iris Ziegler, Sharkproject, Tel.: +49 174 379 5190, E-Mail: i.ziegler@sharkproject.org Dr. Sandra Altherr, Pro Wildlife, Tel.: +49 174 217 5054, E-Mail: Sandra.Altherr@prowildlife.de

Pro Wildlife e.V. ist eine gemeinn?tzige Organisation, die sich global f?r den Schutz von Wildtieren und ihrer Lebensr?ume einsetzt. Weltweit arbeitet Pro Wildlife daran, Gesetze zum Schutz von Wildtieren und ihren Lebensr?umen zu verbessern. Unter anderem nehmen wir an Konferenzen wie der Internationalen Walfangkommission (IWC) und dem Washingtoner Artenschutz?bereinkommen (engl. CITES) teil und stehen in engem Austausch mit anderen Organisationen und Regierungen weltweit. Wir zeigen Missst?nde auf und informieren Medien, Verbraucher und Politiker ?ber aktuelle Entwicklungen im Wildtier- und Naturschutz. Vor Ort unterst?tzen wir Arten- und Tierschutzprojekte in zahlreichen L?ndern - sei es, um Opfer von Wilderei und Wildtierhandel zu retten, die Lebensr?ume von Wildtieren zu sch?tzen, Wilderei zu verhindern oder Aufkl?rungsarbeit bei der lokalen Bev?lkerung zu leisten.

SHARKPROJECT ist eine Artenschutzorganisation, die sich f?r den Schutz der Haie und ihres marinen Lebensraumes einsetzt. Neben Bildungs- und ?ffentlichkeitsarbeit zu Meeresschutzthemen engagiert sich SHARKPROJECT v.a. auch f?r ein globales Umdenken in Bezug auf die Nutzung unserer Meere, wirklich nachhaltige Fischerei, Beifangreduzierung und die Errichtung von Schutzgebieten. Alle Mitarbeitenden arbeiten ehrenamtlich und alle Spendengelder kommen direkt Haischutz-Projekten zugute. Neben der Dachorganisation SHARKPROJECT International existieren derzeit Landesorganisationen in ?sterreich, Deutschland und der Schweiz. SHARKPROJECT ist Mitglied bei der International Union for Conservation of Nature (IUCN), akkreditierter Beobachter beim IOTC (Indian Ocean Tuna Commission) und beim ICCAT (International Commission for the Conservation of Atlantic Tuna) sowie Mitglied im NGO Tuna Forum.

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Aussender: The Skills Group Ansprechpartner: J?rgen H. Gangoly Tel.: +43 1 505 26 25 13 E-Mail: gangoly@skills.at Website: www.skills.at

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