Große, Diskrepanzen

Nach SchĂ€tzungen der Weltgesundheitsorganisation werden im Jahr 2018 voraussichtlich 387.913 EuropĂ€er an Lungenkrebs sterben.1 Die vorlĂ€ufigen Ergebnisse einer neuen von der Economist Intelligence Unit durchgefĂŒhrten Studie zum Vergleich von 13 LĂ€ndern zeigen, dass Regierungen in Europa die Krankheit ganz unterschiedlich angehen.

04.12.2018 - 11:34:28

Große Diskrepanzen in den Behandlungsergebnissen von Lungenkrebspatienten, je nach Wohnsitz in Europa. In LĂ€ndern mit besseren Behandlungsergebnissen scheint es wirksame PrĂ€ventionsmaßnahmen zu geben, und dem zeitgerechten Zugang zu neuen, innovativen Therapien wird dort hohe PrioritĂ€t eingerĂ€umt. Die ersten Forschungsergebnisse aus der Studie, die bis Anfang 2019 weiterlĂ€uft und tiefgreifende lĂ€nderbezogene Forschung und Workshops umfasst, werden heute von der Economist Intelligence Unit auf dem von MSD veranstalteten EuropĂ€ischen Krebsforum in BrĂŒssel vorgelegt. Die aus EntscheidungstrĂ€gern, Akademikern, Gesundheitsfachleuten, Branchenvertretern und Patientengruppen bestehenden Teilnehmer bieten einen ersten Resonanzboden fĂŒr die Studienergebnisse und wirken an der Schwerpunktbildung der nĂ€chsten Forschungsphase mit. Die EIU will insbesondere in Erfahrung bringen, ob einzelne LĂ€nder Fortschritte machen, Innovationen hervorbringen und die Chancen zur Lebensrettung wahrnehmen.

2. Die durchschnittliche Zunahme des Anteils der Patienten, die 5 Jahre nach der Diagnose noch am Leben sind, ist im Lauf von 15 Jahren von 12 Prozent auf nur 17 Prozent angestiegen. Die durchschnittliche Überlebensrate fĂŒr alle Krebsarten zusammen betrĂ€gt 50 bis 60 Prozent.3 Österreich, Schweden und Norwegen haben die höchsten Überlebensraten bei Lungenkrebs, wĂ€hrend die niedrigsten in RumĂ€nien, Finnland und Großbritannien zu finden sind.

3. Lungenkrebs ist eine strategische PrioritÀt in den LÀndern mit (Lungen-)KrebseindÀmmungsplÀnen und -richtlinien: Hier schneiden Schweden und Frankreich am besten ab, wÀhrend in Finnland noch einiger Aufholbedarf besteht.

4. Das Rauchen ist der Hauptrisikofaktor fĂŒr Lungenkrebs, denn rund 80 Prozent aller LungenkrebsfĂ€lle werden mit dem Rauchen in Verbindung gebracht. Darum kommt öffentlichen Gesundheitsprogrammen zur EindĂ€mmung des Tabakkonsums und Aufgabe des Rauchens, einschließlich Regulierung von E-Zigaretten, eine besondere Bedeutung zu. Die Studie zeigt, dass Finnland und Norwegen in diesem Bereich eine FĂŒhrungsstellung einnehmen, wĂ€hrend derartige Programme in RumĂ€nien kaum anzutreffen sind.

5. Hinsichtlich der Behandlung ermitteln die Studienverfasser, ob die Patienten behandelt werden, ob Tumortests verfĂŒgbar sind und die Kosten erstattet werden und ob neue, innovative Arzneimittel von der Krankenkasse ĂŒbernommen werden. Derzeit werden vier Biomarker fĂŒr Lungenkrebs am hĂ€ufigsten genutzt. Die Kosten der Untersuchung auf alle vier werden nur in einer Minderheit der LĂ€nder erstattet.

6. Nur in Schweden und Polen gibt es einen speziellen Lungenkrebsplan/-abschnitt des Nationalen KrebseindĂ€mmungsplans (NCCP) und nur in vier LĂ€ndern (Österreich, Frankreich, RumĂ€nien und Griechenland) wurde der jeweilige Plan in den letzten fĂŒnf Jahren aktualisiert.

7. Nur die HĂ€lfte der LĂ€nder (Belgien, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Polen, Spanien, Großbritannien) hat eine Studie eingeleitet oder daran teilgenommen, um zu prĂŒfen, ob und wie eine Vorsorgeuntersuchung eingefĂŒhrt werden könnte.

In seiner Stellungnahme im Vorfeld seines Hauptvortrags auf dem EuropĂ€ischen Krebsforum sagte Martin Seychell, Stellvertretender Generaldirektor der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (DG SANTE) der EuropĂ€ischen Kommission: „In den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, die Behandlungsergebnisse fĂŒr Krebspatienten zu verbessern, obwohl Krebs weiterhin die zweithĂ€ufigste Todesursache in der EU darstellt.“ Er ergĂ€nzte: „Die Ergebnisse der von der Economist Intelligence Unit durchgefĂŒhrten Studie zeigen deutlich, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Interessengruppen notwendig ist, und der Kampf gegen diese Krankheit wird in den kommenden Jahren zweifellos weiterhin eine PrioritĂ€t fĂŒr die Kommission darstellen.“

„Die LandesmaßstĂ€be und lĂ€nderspezifischen Analysen in dieser Studie geben uns Wegweiser, wie wir bessere Ergebnisse erzielen können“, erklĂ€rte Alfonso AguarĂłn im Namen von Lung Cancer Europe. „EntscheidungstrĂ€ger sollten sich diese Ergebnisse anschauen und dazu angeregt werden, sie in zukĂŒnftige Entscheidungen einfließen zu lassen. Es ist Zeit, die Belastung, die diese Erkrankung fĂŒr die Patienten, ihre Familien und Angehörigen darstellt, stĂ€rker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rĂŒcken. Diese Patienten sollten endlich mehr beachtet werden.“

Deepak Khanna, Senior Vice President und Regional President, EMEAC Oncology, bei MSD, kommentierte: „Alle Interessengruppen sollten die Umsetzung von Richtlinien, die zu besseren Behandlungsergebnissen fĂŒhren, beschleunigen. Als biopharmazeutisches Forschungsunternehmen arbeiten wir mit Regierungen in ganz Europa zusammen, um sicherzustellen, dass die Patienten zeitgerechten Zugang zu unseren innovativen Krebsmitteln haben, um dazu beizutragen, das Leben von Lungenkrebspatienten zu verlĂ€ngern und zu verbessern.“

Hinweis an die Redaktion:

Die Studie besteht aus mehreren Indikatoren, nach denen die Leistungen der einzelnen LĂ€nder bewertet wurden und die in fĂŒnf Hauptbereiche4 in Verbindung mit Bewusstsein, PrĂ€vention, Vorsorge, Diagnose, Behandlung und Versorgung gruppiert sind. Jedes Land erhielt eine Bewertung fĂŒr jeden Indikator, und die Studienverfasser unterstĂŒtzen EntscheidungstrĂ€ger durch die Bereitstellung diverser Empfehlungen fĂŒr verbesserungsfĂ€hige Bereiche. Beispielsweise kann die Zeitspanne vom Auftreten erster Symptome bis zur Diagnose mehrere Monate dauern. In den besser abschneidenden LĂ€ndern gibt es ein Schnellverfahren zur Diagnosestellung bei Verdacht auf Lungenkrebs und Richtlinien, in denen das Schnellverfahren und ein spezifischer Zeitrahmen zur diagnostischen Überweisung ausgefĂŒhrt sind.

Die Benchmarking-Studie der Economist Intelligence Unit wird von MSD unterstĂŒtzt. FĂŒr redaktionelle Entscheidungen ist die Economist Intelligence Unit verantwortlich.

Das EuropĂ€ische Krebsforum wird von MSD in Zusammenarbeit mit Lung Cancer Europe (LUCE) und der European Cancer Patient Coalition (ECPC) ausgerichtet. Es findet am 4. Dezember 2018 in der Solvay-Bibliothek in BrĂŒssel statt.

Über MSD

Seit mehr als einem Jahrhundert forscht MSD, ein fĂŒhrendes globales biopharmazeutisches Unternehmen, im Sinne des Lebens und bringt Medikamente und Impfstoffe fĂŒr eine Reihe der weltweit am schwierigsten zu behandelnden Krankheiten voran. MSD ist ein Markenname der Merck & Co., Inc. Das Unternehmen ist in Kenilworth im US-Bundesstaat New Jersey ansĂ€ssig. Durch unsere verschreibungspflichtigen Arzneimittel, Impfstoffe, biologischen Therapien und Gesundheitsprodukte fĂŒr Tiere kooperieren wir mit unseren Kunden und sind in mehr als 140 LĂ€ndern tĂ€tig, um innovative Gesundheitslösungen bereitzustellen. Wir betonen auch unser Engagement fĂŒr die Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung durch weitreichende Maßnahmen, Programme und Partnerschaften. Heute steht MSD weiterhin an der Spitze der Forschung im Interesse der PrĂ€vention und Behandlung von Krankheiten, welche die Menschen und Gemeinschaften rund um den Globus bedrohen – einschließlich Krebs, Herz- und Stoffwechsel-Krankheiten, aufkommende Tier-Krankheiten, Alzheimer und Infektionskrankheiten, einschließlich HIV und Ebola. Weitere Informationen finden Sie unter www.msd.com und treten Sie mit uns in Verbindung auf Twitter, LinkedIn und YouTube.

1 http://gco.iarc.fr/today/data/factsheets/cancers/15-Lung-fact-sheet.pdf, zuletzt aufgerufen am 30. November 2018
2 Österreich, Belgien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, die Niederlande, Norwegen, Polen, RumĂ€nien, Spanien, Schweden und Großbritannien
3 6.1 C Allemani and the CONCORD Working Group. (2015) Global surveillance of cancer survival 1995–2009: analysis of individual data for 25,676,887 patients from 279 population-based registries in 67 countries (CONCORD-2). Lancet 2015;385(9972):977–1010 https://www.thelancet.com/pdfs/journals/lancet/PIIS0140-6736(14)62038-9.pdf; https://www.thelancet.com/cms/attachment/2053318878/2060147121/mmc1.pdf, zuletzt aufgerufen am 30. November 2018
4 Die fĂŒnf Hauptbereiche sind: (1) Lungenkrebs ist eine strategische PrioritĂ€t, (2) Lungenkrebs ist ein Problem der öffentlichen Gesundheit, (3) Lungenkrebs ist ein Wettlauf gegen die Zeit, (4) Lungenkrebs kann bewĂ€ltigt werden und (5) Lungenkrebs ist bereit fĂŒr Innovationen.

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