Pharmaindustrie, Gesundheitspolitik

Ein heute vom Bundesrat verabschiedeter Bericht kommt zum Schluss, dass bei der Einzelfallverg?tung bei krebskranken Kindern kein Handlungsbedarf bestehe.

07.09.2022 - 14:50:18

Bericht des Bundesrates zur Verg?tung von Medikamenten f?r krebskranke Kinder - Bundesrat schafft neue Probleme. Aus Sicht von Interpharma steht dies im Widerspruch mit dem aktuellen Handeln des Bundesrats, denn mit der sich in der Vernehmlassung befindlichen Revision von Art. 71 a-d der Verordnung ?ber die Krankenversicherung (KVV) werden die Einzelfallverg?tungen f?r krebskranke Kinder massiv gef?hrdet.

Basel (pts029/07.09.2022/14:47) - Ein heute vom Bundesrat verabschiedeter Bericht kommt zum Schluss, dass bei der Einzelfallverg?tung bei krebskranken Kindern kein Handlungsbedarf bestehe. Aus Sicht von Interpharma steht dies im Widerspruch mit dem aktuellen Handeln des Bundesrats, denn mit der sich in der Vernehmlassung befindlichen Revision von Art. 71 a-d der Verordnung ?ber die Krankenversicherung (KVV) werden die Einzelfallverg?tungen f?r krebskranke Kinder massiv gef?hrdet.

Der Bundesrat sieht keinen Handlungsbedarf bei der Einzelfallverg?tung von Medikamenten im Bereich der Kinderonkologie. Dabei st?tzt er sich auf einen Bericht im Auftrag der SGK-N, den er heute verabschiedet hat. Im selben Atemzug betont der Bundesrat, dass er im Rahmen der laufenden KVV-Revision Massnahmen vorschlage, um die Gleichbehandlung bei der Einzelfallverg?tung zu verbessern. Aus Sicht von Interpharma, dem Verband der forschenden pharmazeutischen Unternehmen, ist diese Argumentation widerspr?chlich.

Denn in der Revision der KVV will der Bundesrat neu, dass auch f?r die Einzelfall-Verg?tung klinisch kontrollierte Studien vorausgesetzt werden, welche einen "Mehrnutzen" von 35% aufzeigen m?ssen. Dies w?rde sich wie eine Schranke auf den Patientenzugang, besonders in der Kinderonkologie, auswirken, wodurch der Zugang zu lebenswichtigen Therapien unn?tig erschwert wird. Da insbesondere in Einzelfallsituationen bei krebskranken Kindern klinisch kontrollierte Studien oft fehlen, kann dieser neu geforderte Nachweis in den meisten F?llen nicht erbracht werden. Die meisten Off-Label-Behandlungen k?nnten so nicht mehr verg?tet werden und betroffene Patientinnen und Patienten w?rden den Zugang zur ben?tigten Therapie verlieren. Der Bundesrat hat in seinem Bericht also die Auswirkungen seiner eigenen Vorschl?ge nicht ber?cksichtigt.

Vorschlag von Interpharma w?rde Revision ?berfl?ssig machen

F?r die forschenden pharmazeutischen Unternehmen steht das Patientenwohl im Mittelpunkt. Die vom Bundesrat vorgeschlagene KVV/KLV-Revision ist f?r die Patientinnen und Patienten in der Schweiz dagegen untauglich - wie das oben ausgef?hrte Beispiel zeigt. Gefordert ist ein Ansatz, der die Bed?rfnisse der Patientinnen und Patienten ber?cksichtigt und die Rahmenbedingungen f?r den Patientenzugang in der Schweiz nachhaltig verbessern kann. Mit dem Konzept des r?ckverg?teten Innovationszugangs hat Interpharma bereits im Mai einen konkreten Vorschlag vorgelegt.

Ren? Buholzer, Gesch?ftsf?hrer von Interpharma, erkl?rt:

"Es ist widerspr?chlich, dass der Bund keinen Handlungsbedarf beim Zugang zu Medikamenten bei krebskranken Kindern sieht, w?hrend er diesen gleichzeitig mit der laufenden KVV-Revision unterminiert. Es braucht und gibt tauglichere L?sungen als die Vorschl?ge, welche er in die Vernehmlassung gegeben hat."

(Ende)

Aussender: Interpharma Ansprechpartner: Samuel Lanz Tel.: +41 61 264 34 00 E-Mail: samuel.lanz@interpharma.ch Website: www.interpharma.ch

Basel (pts029/07.09.2022/14:47)

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