17. Österreichische Schmerzwochen, ÖSG

Cannabinoid-Medikamente können begleitend zu anderen Therapien auch Schmerzpatienten helfen.

09.02.2018 - 10:16:32

17. Österreichische Schmerzwochen: Wirksame Cannabinoid-Medikamente helfen auch Schmerzpatienten. Eine allgemeine Freigabe von Cannabis zu medizinischen Zwecken sei aber nicht sinnvoll, da Cannabis und Marihuana nicht besser gegen eine Reihe von Beschwerden wirken als die in klinischen Studien getesteten und bereits verschreibbaren Cannabinoid-Medikamente, sagen Experten anlässlich der ÖSG-Schmerzwochen.

Wien/Klagenfurt (pts013/09.02.2018/10:15) - Cannabinoid-Medikamente können begleitend zu anderen Therapien auch Schmerzpatienten helfen. Eine allgemeine Freigabe von Cannabis zu medizinischen Zwecken sei aber nicht sinnvoll, da Cannabis und Marihuana nicht besser gegen eine Reihe von Beschwerden wirken als die in klinischen Studien getesteten und bereits verschreibbaren Cannabinoid-Medikamente, sagen Experten anlässlich der ÖSG-Schmerzwochen.

Immer mehr Erkenntnisse über die Wirkung von Cannabinoiden - den einzelnen Inhaltsstoffen der Hanfpflanze Cannabis sativa L. - werden von Forschergruppen in aller Welt publiziert. Cannabinoide aus der Hanfpflanze dienen als Arzneirohstoff für die Herstellung von Medikamenten zur Behandlung unterschiedlichster Beschwerden - etwa chronischer Schmerzen, Spastizität, Übelkeit und Erbrechen oder gastrointestinaler Störungen.

"Es gibt 104 Verbindungen, die zur Familie der Cannabinoide gehören und sich stark bezüglich ihrer Verwendbarkeit als Arzneimittelstoff unterscheiden. Das therapeutische Potenzial von Cannabisarzneimitteln wird international gerade intensiv erforscht", sagt o.Univ.-Prof. DDr. Hans Georg Kress (AKH/Medizinische Universität Wien), Vorstandsmitglied der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG). "Nach gegenwärtigem Wissensstand ist es nicht notwendig, Cannabisblüten oder Marihuana für medizinische Zwecke freizugeben. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sie wirksamer und sicherer wären, als die bereits heute verschreibbaren und in klinischen Studien untersuchten Cannabinoid-Medikamente", so Prof. Kress. Diese sind als Fertigarzneimittel verfügbar oder werden als "Rezepturarzneimittel" in der Apotheke zubereitet.

Cannabinoid-Medikamente gegen chronische Schmerzen

Neben anderen Anwendungsbereichen wird auch die Wirksamkeit von Cannabisarzneimitteln wie Dronabinol zur Behandlung von chronischen Schmerzen zunehmend untersucht. Cannabinoide werden in der Regel gemeinsam mit etablierten Schmerzmitteln verabreicht, wenn diese alleine nicht ausreichend wirken. Als zusätzliche Medikation können sie auch die Nebenwirkungen einer Schmerztherapie lindern. "Wir können von Cannabinoid-Medikamenten keine Wunder in der Schmerzbehandlung erwarten. Zwar sind sie in der Schmerzreduktion einem Placebo oft überlegen, aber sie sind kein gleichwertiger Ersatz für Opioide bei starken und stärksten Schmerzen", sagt Prof. Kress. "Positiv ist sicher, dass bei Cannabisarzneimitteln schwerwiegende Nebenwirkungen selten sind."

Das betont auch eine vom deutschen Gesundheitsministerium in Auftrag gegebene Analyse über Potenzial und Risiken von Cannabis und Cannabinoiden. Die Autoren der CAPRIS-Studie beschreiben aber auch "sekundäre Wirksamkeitsbelege" zugunsten der Cannabinoid-Arzneimittel, zum Beispiel eine Reduktion der durchschnittlichen Schmerzintensität.

Dronabinol gegen Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit

Ein wichtiges Einsatzgebiet für pflanzliche, synthetische und teilsynthetische Cannabinoide ist die Behandlung von Übelkeit und Erbrechen sowie von fehlendem Appetit bei Menschen mit chemotherapeutisch behandelter Krebserkrankung und HIV/AIDS. Eine aktuelle österreichische Arbeit zeigt, dass Dronabinol - der internationale Freiname für THC - zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen sowie von Appetitlosigkeit bei onkologischen Patienten in der Palliativmedizin gut wirkt.

"Wenn keine andere Therapie gegen Übelkeit und Erbrechen hilft, ist die Behandlung mit Dronabinol zusätzlich zu etablierten Antiemetika sinnvoll. Für die Behandlung von Appetitlosigkeit ist es sogar das Mittel erster Wahl, da wir dafür in der Palliativmedizin kaum andere Optionen zur Verfügung haben", sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar (Klinikum Klagenfurt am Wörthersee), der mit seinem Team die Untersuchung durchgeführt hat.

Quellen: Deutsches Bundesministerium für Gesundheit: Cannabis: Potential und Risiken. Eine wissenschaftliche Analyse (CaPRis). 2017; Likar R et al: Klinischer Einsatz von Dronabinol zur Behandlung therapierefräktärer Übelkeit und Erbrechen bei onkologischen Patienten in der Palliativmedizin. Z Palliativmed 2017; 18: 249-254; Lötsch J et al: Current evidence of cannabinoid-based analgesia obtained in preclinical and human experimental settings. Eur J Pain. 2017 Nov 21. doi: 10.1002/ejp.1148. [ Epub ahead of print ]

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Wien/Klagenfurt (pts013/09.02.2018/10:15)

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