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Jungheinrich AG, DE0006219934

Frühzeitige und konsequente Maßnahmen reduzieren Auswirkungen von

11.08.2020 - 07:36:28

Jungheinrich AG / Frühzeitige und konsequente Maßnahmen reduzieren ...

COVID-19 auf Halbjahresbilanz der Jungheinrich AG (FOTO)

Hamburg -

- Auftragseingang Wert: 1,81 Mrd. Euro (-12,3 Prozent)

- Umsatzerlöse: 1,80 Mrd. Euro (-7,9 Prozent)

- EBIT: 95 Mio. Euro, EBIT-Rendite von 5,3 Prozent

- Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit auf 201 Mio. Euro verdoppelt

- Nettoverschuldung von 172 auf 36 Mio. Euro deutlich reduziert

- Neue Prognose 2020 am 22. Juli 2020 veröffentlicht

Die Jungheinrich AG hat heute ihr Ergebnis für das erste Halbjahr 2020

veröffentlicht. Die Kennzahlen sind stark von dem im Zuge der Corona-Pandemie zu

verzeichnenden weltweiten Marktrückgang für Flurförderzeuge im zweiten Quartal

geprägt. So reduzierte sich im ersten Halbjahr 2020 der Auftragseingang im Wert

um 12,3 Prozent auf 1.811 Mio. Euro. Der Umsatz ging um 7,9 Prozent auf 1.801

Mio. Euro zurück. Frühzeitig im Konzern eingeleitete und konsequent umgesetzte

Maßnahmen zur Kostensenkung und Liquiditätssicherung konnten die Auswirkungen

der Krise auf Jungheinrich jedoch erfolgreich eingrenzen. Das Unternehmen hat

seinen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verdoppelt, seine

Nettoverschuldung deutlich reduziert und verfügt über eine solide

Liquiditätsreserve.

Dr. Lars Brzoska, Vorsitzender des Vorstandes der Jungheinrich AG: "Die

COVID-19-Pandemie hat die Weltwirtschaft im ersten Halbjahr 2020 in einem

beispiellosen Ausmaß getroffen. Diesem globalen Ereignis konnte sich auch die

Intralogistikbranche nicht entziehen. Es zahlt sich jedoch aus, dass wir

Jungheinrich aufgrund unserer Erwartung einer globalen Konjunktureintrübung

bereits im vergangenen Jahr wetterfest gemacht haben. Dadurch waren wir im

Frühjahr 2020 in der Lage, umgehend auf die Corona-Pandemie zu reagieren und

erfolgreiche Maßnahmen zur Kostensenkung und Liquiditätssicherung einzuleiten,

um so die Auswirkungen der Krise auf Jungheinrich zu verringern. Den Cashflow

aus der laufenden Geschäftstätigkeit haben wir gegenüber dem Vorjahr verdoppelt

und gleichzeitig die Nettoverschuldung deutlich reduziert. Mit seinem hohen und

stabilen Umsatzanteil hat insbesondere auch der Jungheinrich-Kundendienst dazu

beigetragen, dass wir uns in der Corona-Krise gut behaupten konnten. Mit unserer

Expertise in der Lithium-Ionen-Technologie ist Jungheinrich für das beginnende

Jahrzehnt der Elektromobilität hervorragend aufgestellt. Unsere

Automatisierungslösungen garantieren einen sicheren und effizienten

Materialfluss, der auch in Krisenzeiten stabil läuft. Auf dieser Grundlage bin

ich fest davon überzeugt, dass Jungheinrich gestärkt aus der Corona-Krise

hervorgehen wird."

Die Bestellungen für Neufahrzeuge mit 53,9 Tsd. Fahrzeugen lagen im 1. Halbjahr

2020 deutlich unter dem Vorjahreszeitraum (67,0 Tsd. Fahrzeuge). Der wertmäßige

Auftragseingang des Jungheinrich-Konzerns blieb mit 1,81 Mrd. Euro ebenfalls

hinter dem Vorjahr (2,07 Mrd. Euro) zurück. Der Konzernumsatz betrug - vor allem

vor dem Hintergrund des guten Auftragsbestandes zum Ende des 1. Quartals 2020 -

1,80 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,96 Mrd. Euro).

Im 1. Halbjahr 2020 wurde ein EBIT in Höhe von 95 Mio. Euro (Vorjahr: 125 Mio.

Euro) erzielt. Das EBT betrug 82 Mio. Euro (Vorjahr: 117 Mio. Euro).

Entsprechend lag die EBIT-Rendite bei 5,3 Prozent (Vorjahr: 6,4 Prozent) und die

EBT-Rendite bei 4,5 Prozent (Vorjahr: 6,0 Prozent). Die Vorjahreswerte wurden

geringfügig angepasst und berücksichtigen die bereits in der Quartalsmitteilung

zum 30. September 2019 berichteten und sich nahezu kompensierenden

Ergebniseffekte.

Die Nettoverschuldung lag zum Berichtsstichtag bei 36 Mio. Euro. Die

Verbesserung um 136 Mio. Euro gegenüber dem Jahresende 2019 (172 Mio. Euro)

resultierte vorrangig aus den Maßnahmen zur Reduktion des Working Capital und

der verminderten Zuführung von Neufahrzeugen in die Mietflotte. Der Cashflow aus

der laufenden Geschäftstätigkeit erreichte im Zeitraum Januar bis Juni 2020 rund

201 Mio. Euro und verdoppelte sich damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum (99

Mio. Euro). Getragen wurde der starke Zuwachs durch den deutlich gegenüber dem

Vorjahreszeitraum um 125 Mio. Euro verminderten Mittelabfluss für Zugänge der

Miet- und Leasinggeräte sowie Forderungen aus Finanzdienstleistungen.

Prognose

Am 22. Juli 2020 hatte der Vorstand der Jungheinrich AG unter Berücksichtigung

der derzeit erwarteten Folgen der COVID-19-Krise eine neue Prognose für das

Geschäftsjahr 2020 veröffentlicht. Danach rechnet Jungheinrich für das Jahr 2020

mit einem Auftragseingang zwischen 3,4 Mrd. Euro und 3,6 Mrd. Euro. Der

Konzernumsatz dürfte sich ebenfalls innerhalb einer Bandbreite von 3,4 Mrd. Euro

bis 3,6 Mrd. Euro bewegen. Das Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern

(EBIT) sollte 2020 nach aktueller Einschätzung zwischen 130 Mio. Euro und 180

Mio. Euro liegen. Die EBIT-Rendite wird in einer Bandbreite von 3,8 Prozent bis

5,0 Prozent erwartet. Für das Ergebnis vor Steuern (EBT) soll ein Wert zwischen

105 Mio. Euro und 155 Mio. Euro erreicht werden. Die EBT-Rendite soll bei 3,1

Prozent bis 4,3 Prozent liegen.

Des Weiteren wird zum Jahresende 2020 eine Nettoverschuldung von deutlich unter

50 Mio. Euro erwartet. Der ROCE für das Geschäftsjahr 2020 dürfte zwischen 8

Prozent und 12 Prozent liegen.

Jungheinrich strebt darüber hinaus im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019 eine

leichte Verbesserung seines Marktanteiles in Europa (2019: 20,2 Prozent) an.

Entwicklung Januar - Juni 2020

Marktentwicklung nach Regionen

Weltweit sank das Marktvolumen für Flurförderzeuge im 1. Halbjahr 2020 im

Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent. Das entspricht 52 Tsd. Fahrzeugen.

In Europa war die rückläufige Entwicklung im 2. Quartal 2020 (minus 28 Prozent)

vor dem Hintergrund der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie in den europäischen

Mitgliedsländern deutlich stärker als im 1. Quartal 2020 (minus 5 Prozent).

Insgesamt ist der Rückgang des Weltmarktes für Flurförderzeuge im

Berichtszeitraum zu 80 Prozent auf die stark gesunkenen Bestellungen im

europäischen Markt zurückzuführen.

Marktentwicklung nach Produktsegmenten

Das globale Marktvolumen im Produktsegment Lagertechnik ging gegenüber dem

Vorjahreszeitraum um 5 Prozent zurück. Treiber hierfür war die rückläufige

Marktentwicklung in Europa. Das um 13 Prozent niedrigere Weltmarktvolumen für

elektromotorische Gegengewichtsstapler basierte zu 71 Prozent ebenfalls auf der

sinkenden Nachfrage in Europa. Der weltweite deutliche Rückgang der Nachfrage

nach Staplern mit verbrennungsmotorischem Antrieb um 7 Prozent war auf geringere

Bestellungen in Nordamerika und Europa zurückzuführen.

Geschäftsentwicklung von Jungheinrich

Insbesondere der Marktentwicklung in Europa folgend ging der stückzahlbezogene

Auftragseingang im Neugeschäft, der die Bestellungen für Neufahrzeuge

einschließlich der für Mietgeräte enthält, im 1. Halbjahr 2020 um 20 Prozent auf

53,9 Tsd. Fahrzeuge zurück (Vorjahr: 67,0 Tsd. Fahrzeuge). Neben der

rückläufigen Nachfrage war der niedrigere Wert auch durch die deutliche

Reduzierung der Aufträge für die eigene Mietflotte beeinflusst. Der wertmäßige

Auftragseingang, der alle Geschäftsfelder - Neugeschäft, Miete und

Gebrauchtgeräte sowie Kundendienst - umfasst, blieb im Berichtszeitraum mit

1.811 Mio. Euro um 12 Prozent hinter dem Vorjahreswert von 2.065 Mio. Euro

zurück. Der Auftragsbestand des Neugeschäftes betrug zum 30. Juni 2020 824 Mio.

Euro und war somit um 191 Mio. Euro beziehungsweise 19 Prozent niedriger als der

Vorjahreswert (1.015 Mio. Euro). Gegenüber dem Bestandswert von 787 Mio. Euro

zum Jahresende 2019 ergab sich dennoch ein Aufbau um 37 Mio. Euro

beziehungsweise 5 Prozent.

Der Konzernumsatz erreichte im 1. Halbjahr 2020 mit 1.801 Mio. Euro einen um 8

Prozent niedrigeren Wert als im Vorjahreszeitraum (1.956 Mio. Euro). Die Erlöse

im wichtigsten Einzelmarkt Deutschland sanken im Berichtszeitraum um 8 Prozent

auf 429 Mio. Euro (Vorjahr: 465 Mio. Euro). Die Auslandsumsätze gingen ebenfalls

um 8 Prozent auf 1.372 Mio. Euro (Vorjahr: 1.491 Mio. Euro) zurück. Die

Auslandsquote blieb damit konstant (Vorjahr: 76 Prozent). Außerhalb Europas

erreichten die Umsatzerlöse 232 Mio. Euro (Vorjahr: 274 Mio. Euro). Das

entspricht einem Anteil am Konzernumsatz von 13 Prozent (Vorjahr: 14 Prozent).

Über Jungheinrich

Jungheinrich, gegründet im Jahr 1953, zählt zu den weltweit führenden

Lösungsanbietern für die Intralogistik. Mit einem umfassenden Portfolio an

Flurförderzeugen, Automatiksystemen und Dienstleistungen bietet Jungheinrich

seinen Kunden passgenaue Lösungen für die Herausforderungen der Industrie 4.0.

Der Konzern mit Stammsitz in Hamburg ist weltweit in 40 Ländern mit eigenen

Direktvertriebsgesellschaften und in rund 80 weiteren Ländern durch

Partnerunternehmen vertreten. Jungheinrich beschäftigt weltweit 18.000

Mitarbeiter und erzielte 2019 einen Konzernumsatz von 4,07 Mrd. Euro. Die

Jungheinrich-Aktie ist im SDAX notiert.

Pressekontakt:

Benedikt Nufer, Pressesprecher

Tel.: +49 40 6948 3489

Mobil: +49 151 277 912 45

benedikt.nufer@jungheinrich.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/33063/4675944

OTS: Jungheinrich AG

ISIN: DE0006219934

@ dpa.de