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Energiewende in Deutschland: Die Kosten steigen weiter (FOTO)

07.03.2017 - 10:05:23

McKinsey & Company / Energiewende in Deutschland: Die Kosten steigen ...

Düsseldorf -

Energiewende-Index von McKinsey: Nur subventionierte Ziele werden

erreicht - Kosten für Stromversorgung steigen 2025 auf 77 Milliarden

Euro - Über 330 Euro Mehrbelastung für Privathaushalte

Viele bisherige Erfolge der Energiewende sind überwiegend durch

Subventionen zustande gekommen. Dies gilt insbesondere für den Ausbau

der Wind- und Photovoltaikanlagen. Gleichzeitig werden Ziele, die zu

ihrer Erreichung keine direkte finanzielle Förderung erfahren, immer

unrealistischer - allen voran der CO2e-Ausstoß. Die Kosten für die

Stromversorgung in Deutschland werden von 63 Milliarden Euro 2015 auf

jährlich 77 Milliarden Euro 2025 steigen. 2010 lagen sie noch bei 55

Milliarden Euro. Dies sind zentrale Erkenntnisse der

Unternehmensberatung McKinsey & Company, die seit 2012 den Status

der Energiewende in Deutschland anhand von 15 Indikatoren

halbjährlich abbildet.

Der aktuelle Energiewende-Index zeigt: Von den 15 Kennzahlen im

Index haben sich zehn seit der vorherigen Erhebung im Herbst 2016

verschlechtert, nur eine hat sich verbessert. Für vier Kennzahlen

lagen keine aktualisierten Daten vor, so dass ihr Status unverändert

blieb. Als unrealistisch stuft die Analyse das Erreichen von acht

Zielen ein, die sich die politischen Entscheidungsträger zu Beginn

der Energiewende gesetzt hatten. Neben dem CO2e-Ausstoß betrifft dies

den Primärenergie- und der Stromverbrauch, die Kosten für

Netzeingriffe, den Ausbau der Transportnetze, die Haushalts- und

Industriestrompreise sowie die Höhe der EEG-Umlage.

335 Euro durchschnittliche Mehrbelastung je Haushalt im Jahr 2025

Zu den zentralen Kostentreibern der Energiewende zählen nach der

Analyse von McKinsey vor allem der weitere Ausbau und die Förderung

der erneuerbaren Energien und deren Subventionierung über die

EEG-Umlage. "Hinzu kommen die steigenden Kosten für Netzausbau und

Systemdienstleistungen, also die Ausgaben für Übertragungs- und

Verteilnetze sowie für den Erhalt der Funktionstüchtigkeit aller

Systeme", sagt McKinsey-Seniorpartner Thomas Vahlenkamp. Der Anstieg

der jährlichen Stromversorgungskosten von derzeit rund 63 auf 77

Milliarden Euro im Jahr 2025 entspräche einer Zusatzbelastung von

durchschnittlich 335 Euro je Privathaushalt, sofern diese gleichmäßig

auf alle Haushalte in Deutschland verteilt würden.

Die Ergebnisse des Energiewende-Index im Detail

1. Indikatoren mit realistischem Tempo in der Zielerreichung

- Offshore-Wind-Ausbau: Mit einer abermals gestiegenen Leistung

auf jetzt 4,1 GW liegt der Indikator trotz abgeschwächtem

Zubautempo mit einem Erfüllungsgrad von 155 Prozent weit über

dem derzeitigen Zielwert. Angestrebt wird eine Kapazität von 6,5

GW im Jahr 2020.

- Solar-Photovoltaik-Ausbau: Die Verlangsamung des Ausbaus von

Photovoltaik setzt sich weiter fort. Nach rund 1,4 GW in 2015

kamen im vergangenen Jahr rund 1,5 GW an neuen Anlagen hinzu.

Damit wird der nach dem EEG aktuell angestrebte Ausbaupfad von

2,4 bis 2,6 GW pro Jahr weiterhin deutlich verfehlt. Dennoch

liegt der Indikator bezüglich der für 2020 angepeilten Kapazität

von 51,8 GW in seiner Zielerreichung noch immer bei 110 Prozent.

Grund dafür ist die vorangegangene Übererfüllung, insbesondere

in den Jahren 2010 bis 2012. Bliebe allerdings das Ausbautempo

auf dem niedrigen Niveau von heute, würden bis Ende 2020

lediglich 47 GW an installierter Leistung erreicht werden. Der

Indikator fiele dann ab September 2018 unter die Marke von 100

Prozent und damit aus der Kategorie der realistischen

Zielerreichung.

- Gesicherte Reservemarge: Der Indikator für Kapazitätsreserven in

deutschen Kraftwerken erzielte einen Wert von 292 Prozent (hier

lagen noch keine neuen Daten vor). Dies stellt eine verlässliche

Gewährleistung der Energieversorgung auf nationaler Ebene dar.

- Anbindung Offshore-Windparks: Die Anbindung der

Offshore-Windparks ist abgeschlossen, und der Indikator

verbleibt somit weiterhin auf seinem Wert von 100 Prozent

Zielerreichung.

- Sicherheit der Stromversorgung: Die Ausfalldauer pro Kunde stieg

zuletzt von 12,3 auf 12,7 Minuten an, wodurch die Zielerreichung

des Indikators um einen Prozentpunkt auf 112 Prozent fällt.

Insgesamt zählt das deutsche Stromnetz weiterhin zu den

versorgungssichersten weltweit.

- Arbeitsplätze in erneuerbaren Energien: Im vierten Jahr in Folge

ist die Zahl der Beschäftigten im Sektor erneuerbare Energien

gesunken - von 355.400 auf 330.000. Den stärksten absoluten

Rückgang verzeichnen die Branchen Onshore-Wind (-8.000

Beschäftigte) und Photovoltaik (-7.000). Mit einem

Erfüllungsgrad von 102 Prozent liegt der Indikator zwar noch

knapp im Zielkorridor; bei einer Fortschreibung des Trends

könnte jedoch die Zielerreichung im Jahr 2020, die ein Minimum

von rund 322.000 Arbeitsplätzen vorsieht (entsprechend dem

Niveau des bei der ersten Index-Erhebung gewählten Ausgangsjahrs

2008), mittelfristig gefährdet sein.

- Erstmalig Verlust von Arbeitsplätzen in stromintensiven

Industrien: Nach einem kontinuierlichen Anstieg der

Beschäftigung seit Mitte 2013 ist dieser Trend nun erstmals

gebrochen. Im Frühjahr 2016 gab es insgesamt 15.000 Beschäftige

weniger als im September 2015. Derzeit liegt die Zahl der

Arbeiter und Angestellten in den betrachteten Wirtschaftszweigen

bei rund 1,65 Mio. Der Zielwert von 1,59 Mio. Beschäftigen -

gemessen auch hier am Ausgangsjahr 2008 - wird dennoch weiterhin

klar übertroffen.

2. Indikatoren mit unsicherer Zielerreichung

- Ausbau Transportnetze: Bedingt durch die anhaltenden

Ausbauverzögerungen entfernt sich der Indikator weiter von

seinem Zielkorridor. Bestand bei der letzten Erhebung nur

Anpassungsbedarf, fällt der Indikator dieses Mal in die

Kategorie "unrealistisch". Der bisherige Zubau beläuft sich auf

rund 632 km, bis 2020 soll er insgesamt nach den aktuellen

Planungen 1.909 km betragen. Um dieses Ziel zu erreichen,

müssten pro Jahr nun bereits 320 km zugebaut werden.

- Kosten Netzeingriffe: Für die Entwicklung der Kosten für die

Einspeisung zusätzlicher Kapazitäten lagen keine aktuellen Daten

vor. Sie hatten sich zuletzt jedoch erheblich von rund 2,00

EUR/MWh auf 3,40 EUR/MWh erhöht. Der Indikator sank damit in

seiner Zielerreichung auf ein Allzeittief von -141 Prozent.

- Primärenergieverbrauch: Der Primärenergieverbrauch war zuletzt

gestiegen und erzielte mit 13.542 PJ eine Zielerreichung von

lediglich 46 Prozent.

- Stromverbrauch: 2016 ging der Stromverbrauch in Deutschland nur

minimal zurück und lag mit 593 TWh lediglich 1 TWh unter dem

Vergleichswert von 2015. Damit rückt das 2020er-Ziel von 553 TWh

in immer weitere Ferne. Der Indikator verschlechtert sich auf

eine Zielerreichung von jetzt nur noch 54 Prozent.

- Haushaltsstrompreise: Die Haushaltsstrompreise sind erneut von

29,35 ct/kWh auf jetzt 30,38 ct/kWh gestiegen. Da der

europäische Durchschnittspreis im gleichen Zeitraum leicht

gesunken ist, vergrößert sich damit der Abstand zu anderen

Ländern weiter. Mittlerweile liegt das Preisniveau für deutschen

Haushaltsstrom 47,3 Prozent über dem europäischen Durchschnitt.

Die Zielerreichung des Indikators verschlechtert sich von 35

Prozent auf 15 Prozent.

- Industriestrompreise: Während es europaweit zu einem Rückgang

von 6,2 Prozent kam, fiel der Preis in Deutschland um 9,2

Prozent auf 10,21 ct/kWh. Somit liegt das Preisniveau nur noch

17,1 Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Der Indikator

verbessert dadurch seine Zielerreichung von -45 Prozent auf -2

Prozent.

- Ausstoß CO2-Äquivalent: Die Emissionen betrugen im Jahr 2016

nach Schätzung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen 916

Megatonnen (Mt). Dies stellt einen leichten Anstieg im Vergleich

zum Vorjahreswert dar, der nachträglich von 925 auf 908 Mt

korrigiert wurde. Die angestrebte Zielmarke für 2016 liegt mit

812 Mt weit darunter. Während der CO2e-Anteil des Stromsektors

im Erhebungszeitraum zurückging, erhöhte sich vor allem der

Beitrag der Industrie sowie des Wärme- und Verkehrssektors.

Ursachen der vermehrten Emission waren unter anderem die kühlere

Witterung im Vergleich zum Vorjahr sowie die gute

Wirtschaftslage.

- EEG-Umlage: Auf die Erhöhung 2016 folgt eine erneute Anhebung um

8,3 Prozent auf 6,88 ct/kWh im Jahr 2017. Der Indikator

verschlechtert sich dadurch auf jetzt 3 Prozent Zielerreichung.

Erst in den Jahren nach 2020 werden ältere Anlagen in größerem

Umfang aus der Einspeisevergütung fallen - von da an ist damit

zu rechnen, dass sich die Umlage sukzessive verringern wird.

Hintergrund und Methodik

Der Energiewende-Index von McKinsey bietet alle sechs Monate einen

Überblick über den Status der Energiewende in Deutschland. Feedback

und Rückmeldung dazu sind ausdrücklich erwünscht. Einen detaillierten

Überblick über den Index und die untersuchten Indikatoren finden Sie

unter www.mckinsey.de/energiewendeindex

Über McKinsey

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Unternehmensberatung für das Topmanagement. Zu den Klienten zählen 27

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Hamburg, Köln, München, Stuttgart und Wien aktiv, weltweit mit über

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