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ZÜRICH - Der schweizerische Rückversicherer Swiss Re rechnet infolge zunehmender Katastrophenschäden mit einer deutlich wachsenden Nachfrage nach Versicherungsschutz.

09.09.2021 - 11:49:01

Swiss Re rechnet mit stark wachsender Nachfrage nach Versicherungsschutz. Die Prämieneinnahmen der Versicherungsbranche im Schaden- und Unfallgeschäft dürften im Vergleich zum Niveau vor der Corona-Krise bis Ende des Jahres um zehn Prozent auf 6,9 Billionen US-Dollar (5,8 Billionen Euro) steigen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Zürich mit. Für 2022 rechnet das Management mit einem weiteren Anstieg auf von mehr als 7 Billionen Dollar - einen historischen Höchstwert.

Anlass der Prognosen ist das traditionelle Rückversicherer-Treffen in Monte Carlo, das wegen der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr online stattfindet.

Die jüngsten Naturkatastrophen und Zwischenfälle bei Computersystemen zeigten, dass die Schäden schwerer würden und häufiger aufträten, erklärte Swiss-Re-Manager Moses Ojeisekhoba. Die größte Bedrohung für die Weltwirtschaft ist dem Rückversicherer zufolge der Klimawandel. Vor allem Naturkatastrophen wie Hochwasser und Waldbrände nähmen zu. Hinzu komme die stärkere Digitalisierung. Daher steige der Bedarf an Versicherungen.

Die Swiss Re hält es zudem für notwendig, dass Erst- und Rückversicherer bei ihren Kunden weiter an der Preisschraube drehen. So träten große Schadenereignisse nicht nur häufiger auf; sie würden für die Versicherer durch eine zunehmende Inflation auch teurer als bisher.

Zuletzt hatte die Hochwasserkatastrophe in Deutschland und den Nachbarländern sowie Hurrikan "Ida" in den USA milliardenschwere Schäden angerichtet. Diese kommen auch die Versicherer teuer zu stehen. Der deutsche Branchenverband GDV schätzt die versicherten Schäden allein in Deutschland im Zusammenhang mit der Sturzflut inzwischen auf rund sieben Milliarden Euro.

Die Zerstörungen durch "Ida" in den Vereinigten Staaten fallen noch deutlich größer aus. Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister CoreLogic schätzt allein die versicherten Schäden an Gebäuden in Lousiana, Mississippi und Alabama an der US-Golfküste auf 14 bis 21 Milliarden US-Dollar (11,8 bis 17,8 Mrd Euro). Dort hatte der Hurrikan Ende August gewütet. Danach schwächte er sich zu einem Tropensturm mit schwerem Regen ab. Dieser führte vor allem in New Jersey, New York, Pennsylvania, Connecticut und Massachusetts zu starken Überschwemmungen. CoreLogic erwartet dort weitere versicherte Gebäudeschäden von 5 bis 8 Milliarden Dollar.

Wie bei wetterbedingten Naturkatastrophen steht die Versicherungsbranche auch in der Cyberversicherung vor der Herausforderung, die Risiken richtig einzuschätzen und angemessene Prämien zu berechnen. So haben Angriffe auf Computersysteme seit Beginn der Corona-Krise zugenommen. Dies gilt auch für sogenannte Ransomware-Angriffe. Bei solchen Attacken verschlüsselt der Angreifer die Computersysteme seiner Opfer und fordert Lösegeld, um sie wieder zu entschlüsseln.

Erst Anfang Juli griffen Hacker über eine Schwachstelle beim amerikanischen IT-Dienstleister Kaseya Hunderte Unternehmen mit Erpressungs-Software an. Eine von Experten in Russland verortete Gruppe verlangte 70 Millionen Dollar in der Digitalwährung Bitcoin für einen Generalschlüssel zu allen betroffenen Computern. Die gleiche Gruppe hatte bereits hinter dem Angriff auf den weltgrößten Fleischkonzern JBS gesteckt. Das Unternehmen musste als Folge für mehrere Tage Werke unter anderem in den USA schließen.

@ dpa.de