Adecco, CH0012138605

ZÜRICH - Der Personalvermittler Adecco ist im dritten Quartal nur noch mit stark gedrosseltem Tempo gewachsen.

06.11.2018 - 10:44:35

Personalvermittler Adecco wächst im dritten Quartal deutlich langsamer. Allerdings verdiente das Unternehmen unter dem Strich deutlich mehr.

Der Umsatz legte von Juli bis September im Jahresvergleich um zwei Prozent auf knapp sechs Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen am Dienstag in Zürich mitteilte. Bereinigt um Wechselkurseffekte und um die unterschiedliche Anzahl der Arbeitstage wuchs die Gesellschaft ebenfalls um 2 Prozent. Im zweiten Quartal hatte das Plus hier noch bei vier Prozent gelegen, davor über mehrere Quartale sogar zwischen sechs und sieben Prozent.

An der Börse kam die Quartalsbilanz gut an. Die Aktie legte nach rund einer Handelsstunde um 4,68 Prozent zu. Der Personaldienstleister übertraf mit seinen Zahlen die Erwartungen des Marktes. Im Gesamtjahr hat die Adecco-Aktie jedoch rund ein Drittel an Wert verloren.

Das Geschäft sei im dritten Quartal herausfordernd gewesen, hieß es. Dabei machten dem Unternehmen vor allem eine schwächere Entwicklung in Deutschland, in den Benelux-Ländern sowie in Nordeuropa zu schaffen. Aber auch die ehemaligen Wachstumstreiber Italien, Spanien und Portugal lieferten nicht mehr ganz so gute Werte. Zudem stagnierte das US-Geschäft. Zuwächse verzeichneten die Schweizer im größten Markt Frankreich, wenn auch nicht mehr ganz so stark wie zuletzt.

Unternehmenschef Alain Dehaze zeigte sich dennoch mit der Geschäftsentwicklung in Frankreich sehr zufrieden. "Wir zeigten eine Outperformance beim Umsatz und bei der Profitabilität", sagte er. Gleichwohl sei in Frankreich eine zweistellige Wachstumsrate nicht mehr möglich gewesen. Wie in vielen europäischen und vor allem südeuropäischen Ländern hätten sich Bremsspuren gezeigt - und zwar über diverse Branchen hinweg. "Wir sahen eine Verlangsamung in der Automobil- und Bauindustrie, aber auch im Retail- und Logistiksegment."

In Deutschland seien die aktuellen Probleme der Autoindustrie mit einer der Gründe für den Umsatzrückgang. Die Produktion neuer Autos ginge wegen der neuen Abgasvorschriften schleppend voran. Rasche Besserung ist laut Dehaze nicht in Sicht. "Im Moment bleibt das wohl so." Der Personaldienstleister hat bereits auf das langsamere Wachstum reagiert und die Kosten angepasst.

Der operative Gewinn (bereinigtes Ebita) ging im dritten Quartal um sechs Prozent auf 302 Millionen Euro zurück. Die Marge betrug fünf Prozent, im Vorjahr hatte sie noch bei 5,4 Prozent gelegen. Unter dem Strich blieb dank dem Verkauf

der Anteile am Unternehmen Beeline ein Gewinn von 270 Millionen Euro hängen. Das war gut doppelt soviel wie im Vorjahreszeitraum, allerdings hatten Abschreibungen damals das Ergebnis stark belastet.

@ dpa.de