Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Transport, Verkehr

Zittersommer für Bahnkunden - Streiks nun im August möglich

24.06.2021 - 14:32:28

BERLIN - Der erste Ferientag ist trüb und nass in Berlin. Doch was die Lokführergewerkschaft in der Hauptstadt verkündet, heitert gerade in Ländern mit frühen Sommerferien viele auf: keine Streiks bei der Bahn bis zum 9. August. Für alle aber, die später reisen wollen, gilt: "Unmittelbar danach ist mit Arbeitskämpfen zu rechnen." Das kündigt Claus Weselsky, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), am Donnerstag an. Es geht ihm um mehr Geld für die Beschäftigten. Er kämpft aber auch um die Zukunft seiner Gewerkschaft. Die Kunden dagegen wollen schlicht eins: dass die Züge fahren.

"Ich hoffe, dass sie sich wieder zusammensetzen und miteinander verhandeln", sagt Karl-Peter Naumann, der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn. Die Zeit müsse genutzt, der Tarifkonflikt gelöst werden, vielleicht mit unabhängiger Moderation. Denn das Tischtuch zwischen Gewerkschaft und Bahn scheint zerschnitten: man bezichtigt sich der Lüge, spricht über- und nicht miteinander.

Die Bahn sieht die Lokführer auf "Geisterfahrt". Nach den schweren Monaten der Pandemie wolle sie den Reisenden "das Sommermärchen zerstören", meint Personalchef Martin Seiler. Es gibt keinen günstigen Zeitpunkt für Streiks, erwidert die Gewerkschaft. Sie könne nicht auf alle Ferientermine Rücksicht nehmen.

Für die Bahn ist es nicht nur das Thema Ferien. Nach mehreren Corona-Wellen fassen die Reisenden gerade wieder Vertrauen, die Buchungszahlen steigen. Rund zehn Milliarden Euro Umsatzminus werde die Pandemie bis 2024 anrichten, kalkuliert das Management. Großzügige Tarifabschlüsse wie früher seien nicht drin.

Die GDL fordert Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von rund 3,2 Prozent sowie eine deutliche Corona-Prämie im laufenden Jahr. Nach Lesart der Bahn summieren sich die gesamten Forderungen aber auf etwa das Dreifache davon - was die GDL bestreitet.

Wegen der Pandemie will sich die Bahn am "Notlagentarifvertrag" der Flughäfen orientieren, der eine ähnliche Erhöhung um 3,2 Prozent auf einen längeren Zeitraum und spätere Stufenzeitpunkte verteilen würde. Die Bahn will den Vertrag auf 40 Monate strecken.

Vor gut zwei Wochen hatte die Gewerkschaft das Scheitern der Tarifverhandlungen erklärt und "Arbeitskampfmaßnahmen" ankündigt. Nun kommt bis zum 9. August die Urabstimmung, das ist so eine Maßnahme, auch wenn in den vergangenen Wochen mehr von Streiks die Rede war. Und zwar von härteren und längeren Arbeitskämpfen als in der Vergangenheit; mehrtägige Streiks hatte es zuletzt 2015 geben.

Mit der langen Frist zieht die GDL ein Thema in den Bundestagswahlkampf, das für sie eine Existenzfrage darstellt. Seit Ende 2020 setzt die Bahn das Tarifeinheitsgesetz um. In jedem der rund 300 Bahnbetriebe wird seitdem bei einer Tarifkollision geprüft, welche Gewerkschaft mehr Mitarbeiter vertritt und folglich den Tarifvertrag verhandeln darf.

Meist ist es die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. Versuche der GDL, dieses Vorgehen gerichtlich zu stoppen, sind bislang gescheitert. Weselsky rechnet auch deshalb damit, dass mehr als 90 Prozent der Mitglieder für Streik stimmen. "Der Raum ist gefüllt mit einem explosiven Gas-Luft-Gemisch. Wir brauchen nur ein Streichholz hineinzuhalten."

Die Konkurrenzgewerkschaft EVG hatte schon im vergangenen Herbst einen Tarifabschluss unterschrieben. Ab Anfang 2022 erhalten die Beschäftigten 1,5 Prozent mehr Geld. Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen und sie kann im Frühjahr 2023 schon wieder verhandeln. Die GDL will mehr herausholen und nutzt die Urabstimmung auch als Druckmittel.

"Es ist eine lange Zeit zum Nachdenken für die Teppichetage im Bahntower und auch für den Eigentümer", sagt Weselsky. Der Staatskonzern habe auf Geheiß des Bundes den Verkehr während der Corona-Pandemie durchgehend aufrechterhalten. "Wer die Musik bestellt, wird sie auch bezahlen müssen."

In der "Teppichetage" gibt es Bereitschaft, zusätzlich über eine Corona-Prämie für die Mitarbeiter zu reden, wie zu hören ist. Doch bislang habe die Gewerkschaft nicht einmal über bisherige Angebot verhandeln wollen. Bahn-Personalchef Martin Seiler bringt am Donnerstag eine nochmalige Schlichtung ins Gespräch - was die GDL umgehend ablehnt.

Vorerst sieht es nicht nach neuen Verhandlungen aus. Die Gewerkschaft verfahre unverantwortlich und unseriös, sagt Seiler. "Mit immer neuen Drohungen und Ankündigungen verunsichert der GDL-Chef Millionen Bahnkunden."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Altmaier: Notwendige Maßnahmen bei Energiewende besser erklären. Der CDU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: "Ich setze darauf, dass mit dem gestiegenen Bewusstsein für Klimaschutz auch die Akzeptanz für die notwendigen Maßnahmen steigen wird. Das setzt aber voraus, dass wir den Dialog mit den betroffenen Bürgern noch einmal deutlich ausbauen und intensivieren. BERLIN - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hält es angesichts von Protesten gegen neue Windräder und Stromleitungen für nötig, deren Notwendigkeit besser zu erklären und die Akzeptanz zu erhöhen. (Boerse, 31.07.2021 - 10:05) weiterlesen...

Forschung: Private Vorbilder und Normen wichtig gegen Impfmüdigkeit. Denn nach einer neuen Studie entscheidet in der Pandemie weniger die eigene Persönlichkeit oder die gefühlte Angst als vielmehr das Verhalten anderer, ob eine Maske getragen oder ein Impftermin wahrgenommen wird. MANNHEIM/KOBLENZ/LANDAU - Im Ringen um steigende Impfzahlen und sinkende Neuinfektionen könnte nach Ansicht von Wissenschaftlern aus Landau und Mannheim bereits der Blick in die Nachbarschaft, ins Fußballteam oder den Freundeskreis ein Ansporn sein. (Wirtschaft, 31.07.2021 - 10:05) weiterlesen...

Massives Werben fürs Impfen. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz forderte ein offensiveres Auftreten auch der Geimpften selbst. "Wir müssen unsere Freundinnen und Freunde davon überzeugen, dass sie sich impfen lassen. Das ist eine Sache, die berührt jeden von uns", sagte der Bundesfinanzminister den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag). BERLIN - Angesichts der gesunkenen Impfbereitschaft und des näher rückenden Schuljahresbeginns werben Politik und Verbände massiv für die Corona-Impfungen. (Wirtschaft, 31.07.2021 - 10:04) weiterlesen...

STICHWORT: Die neuen Corona-Regeln für Einreisen nach Deutschland BERLIN - Strengere Testpflichten bei der Einreise nach Deutschland sollen eine Corona-Ausbreitung zum Ende der Sommerferien verhindern. (Wirtschaft, 31.07.2021 - 10:03) weiterlesen...

Israel kritisiert Iran nach tödlicher Attacke auf Schiff. Das Schiff wird von der britischen Firma Zodiac Maritime verwaltet. Vorsitzender der Zodiac-Gruppe ist der israelische Geschäftsmann Ejal Ofer. "Der Iran ist nicht nur ein israelisches Problem, sondern ein Exporteur von Terror, Zerstörung und Instabilität, die uns allen schaden", schrieb Außenminister Jair Lapid in der Nacht auf Samstag auf Twitter. Bei dem Angriff am Donnerstag waren laut Zodiac Maritime zwei Mitglieder der Crew getötet worden, eine Person aus Großbritannien und eine aus Rumänien. TEL AVIV - Nach einem tödlichen Angriff auf ein Schiff im Norden des Indischen Ozeans hat Israel den Erzfeind Iran scharf attackiert. (Boerse, 31.07.2021 - 09:43) weiterlesen...

Bundeswahlleiter: Sind auch für vierte Corona-Welle gewappnet. BERLIN - Die Bundestagswahl am 26. September ist nach den Worten von Bundeswahlleiter Georg Thiel auch bei einer heftigen vierten Corona-Welle gesichert. Darauf sei man vorbereitet, "das war auch ein Szenario", sagte Thiel der "Rheinischen Post" (Samstag). "Wir haben alle Schlüsselpositionen dreifach besetzt und sorgen dafür, dass ab Anfang September diese drei Personen nicht mehr zusammen in einem Raum sind. Damit haben wir zwei Nachbesetzungen, wenn eine Person ausfällt", erläuterte Thiel. Bundeswahlleiter: Sind auch für vierte Corona-Welle gewappnet (Wirtschaft, 31.07.2021 - 09:43) weiterlesen...