Grammer, DE0005895403

WOLFSBURG - Spionage-Vorwürfe auf der einen, Kopfschütteln auf der anderen Seite: Der erbitterte Streit zwischen dem Autozulieferer Prevent und Volkswagen findet auch nach der Kündigung von Verträgen kein Ende.

15.04.2018 - 15:47:24

Zulieferstreit-Prevent/VW geht weiter - Recherchen oder Spitzelei?. Die "Bild am Sonntag" berichtete über angeblich bespitzelte Prevent-Mitarbeitern im Auftrag von VW . Der Konzern wies das mit Nachdruck zurück. Man habe Auskünfte im Rahmen des rechtlich Zulässigen einholen lassen. Prevent reagierte mit scharfer Kritik.

und ihrer Beteiligung am inzwischen insolventen Küchenhersteller Alno für Schlagzeilen gesorgt hatte. Sie betreibt ein weit verzweigtes, internationales Geflecht von Beteiligungen an verschiedenen Firmen.

Ein Lieferstopp bei zwei Prevent-Unternehmen nach einem gekündigten Auftrag hatte im August 2016 in mehreren VW-Fabriken die Bänder still stehen lassen, etwa in der Golf-Produktion des Stammwerks Wolfsburg - trotz einstweiliger Verfügungen des Landgerichts Braunschweig, die zur Wiederaufnahme der Belieferung verpflichten sollten.

Im März hatte Prevent nun Kündigungen und Kurzarbeit an seinen eigenen Standorten Schönheide, Plauen und Stendal angekündigt, weil VW Verträge fristlos beendet habe. Der Autobauer hatte dazu erklärt: "Volkswagen ist auf eine jederzeit planbare und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten angewiesen." Daher würden bestehende Geschäftsbeziehungen regelmäßig überprüft.

Bezogen auf die Aussetzung der Belieferung 2016 bekräftigte VW am Wochenende, es habe sich damals um eine "unrechtmäßige" Aktion von Prevent gehandelt, die den Hersteller in eine Zwangslage gebracht habe. Auch Hogan Lovells stellte die Lage so dar.

In Brasilien hatte es ebenfalls Ärger mit einer Prevent-Tochter gegeben. Die Folge waren 160 Tage Produktionsstopp, ein Minus von 140 000 Fahrzeugen und Zwangsurlaub für rund 18 000 Beschäftigte. Bereits vor eineinhalb Jahren hatte der damalige VW-Konzernchef Matthias Müller angekündigt, die Lieferketten durchleuchten zu lassen, um beim Ausfall zentraler Partner die Schäden begrenzen zu können.

Daimler liegt mit der Prevent-Gruppe in ähnlicher Weise im Clinch. Es geht um einen Schadenersatz-Streit um die Lieferung von Sitzbezügen.

@ dpa.de