Tesla, US88160R1014

WOLFSBURG - Ob nun förmliche Misstrauenserklärung oder nicht: Diese Sätze dürften gesessen haben.

04.11.2021 - 16:53:26

'Gemeinsam umsteuern', aber wie? - Verbale Ohrfeigen für den VW-Chef. Für VW -Konzernchef Herbert Diess könnte es - nach all den Reibereien der letzten Jahre - eng werden. Zumindest, wenn man Beobachtern aus dem Umfeld des innersten Machtzirkels bei dem Wolfsburger Autobauer Glauben schenkt. Und wenn man auch die öffentlichen Äußerungen eines der einflussreichsten Aufsichtsratsmitglieder, Betriebsratschefin Daniela Cavallo, als letzte Warnung deutet. Ausgesprochen vor Zehntausenden Beschäftigten.

sein! Der nächste Golf darf nicht aus China kommen!" Und er räumte ein: "Wir müssen miteinander reden."

Überhaupt Tesla. Der US-Elektropionier, der sich mit einer Fabrik vor den Toren Berlins breitmacht, wird ein starker Wettbewerber speziell für Wolfsburg. So weit, so klar. Diess ist jedoch überzeugt, dass das Ausmaß der Herausforderung vielen noch nicht klar ist. "Ich möchte, dass Ihre Kinder und Enkelkinder auch 2030 noch einen sicheren Job bei uns haben können", sagte er. "Die heute bestehenden Jobs werden innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahren sicher weniger." Am Ende entschieden die Kunden, ob Volkswagen den Wandel schaffe.

Die Einsicht in die Notwendigkeit des Umbruchs ist das eine, die Kommunikation darüber das andere. Cavallo unterstrich, es gebe schon etliche Begleitprogramme dafür - und die Beschäftigungsgarantie bis 2029 müsse Bestand haben. "Das einzige, was unsere Beschäftigten die letzten Wochen von Ihnen hören konnten, waren leichtfertige Spekulationen über Arbeitsplatzabbau", schimpfte sie. Die Menschen hätten "Angst um ihre Arbeit, ihre Familien, ihre Existenz".

Mindestens ein weiteres E-Modell vor Trinity fordert der Betriebsrat für das Hauptwerk. Womöglich könnten ergänzend Teile der Produktion der ID-Reihe nach Niedersachsen gezogen werden. Insgesamt fühlen sich Cavallo und die Gewerkschafter allerdings zu sehr im Vagen gelassen.

Gleichzeitig, so die Kritik, verwende der bereits beim Golf-8-Anlauf als wenig nahbar empfundene Diess viel Zeit auf allerlei PR-Aktionen

- und obendrein gemeinsames Schaulaufen ausgerechnet mit dem Gründer

von Tesla. Eine verfilmte Spritztour mit Elon Musk im ID.3 über den Flugplatz Braunschweig, Twitter-Debatten, Ratschläge des Multimilliardärs bei VW-Managertagungen. Solche Aktionen gehen immer mehr Beschäftigten auf den Wecker. "Was kommt als Nächstes? Empfehlen Sie vielleicht direkt den Kauf eines Teslas?", fragte Cavallo.

Diess hielt entgegen, bei der benötigten Zeit je Wagen liege Tesla klar vorn. Es gehe ihm um rechtzeitige Anpassung. "Der Zusammenhalt hier in den Hallen ist ein ganz besonderer in der VW-Familie", meinte er. "Damit das so bleibt, müssen wir jetzt gemeinsam umsteuern. Wir dürfen uns unsere Konzernzentrale nicht von Tesla kaputtmachen lassen!" Nötig daher: schnellere Produktionszeiten, mehr Effizienz.

Was der Chef konkret vorhat, blieb für einige der gut 50 000 Zuhörer jedenfalls weiter offen. "Nur heiße Luft und luftige Wortwolken", meinte einer. Als Niedersachsens Ministerpräsident und Co-Aufseher Stephan Weil (SPD) über die Bedeutung des Standorts sprach, brandete Applaus auf. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann mahnte: "Ein Trainer, der nicht mehr Zugang hat zur Mannschaft, der verliert auf dem Platz."

@ dpa.de

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