VOLKSWAGEN VORZÜGE, DE0007664039

WOLFSBURG - Bei Volkswagen wird es nach Einschätzung von Personalvorstand Gunnar Kilian keine Fortsetzung des "Zukunftspakt" genannten Sparprogramms geben.

02.12.2018 - 08:48:45

VW-Personalvorstand: Es wird keinen 'Zukunftspakt II' geben. "Aber auch nach dem Abschluss dieses Programms müssen wir weiter intensiv an unserer Effizienz und Produktivität arbeiten", sagte Kilian der Deutschen Presse-Agentur. "Es wird zwar keinen "Zukunftspakt II" geben.

Der amerikanische VW -Rivale GM hatte angekündigt, die heimische Produktion zu drosseln und daher Personal entlassen sowie einige Fertigungsstätten dichtmachen zu wollen. Der Abbau könnte laut US-Medien bis zu 15 000 Mitarbeiter betreffen.

"Auch bei Volkswagen werden wir für die Produktion eines Elektroautos weniger Zeit benötigen als für den Bau eines Auto mit klassischem Antrieb", sagte Kilian. Er machte klar, dass in den nächsten Jahren "ohnehin viele Beschäftigte der geburtenstarken Jahrgänge" aus dem Arbeitsleben ausscheiden. "Das bietet uns die Möglichkeit, frei werdende Stellen nicht neu zu besetzen. Zudem bieten wir Altersteilzeit an." So könnten die Beschäftigung gesichert und zugleich die Produktivität gesteigert werden.

Kürzlich hatte VW bekanntgegeben, dass nicht nur in Zwickau, sondern auch in Hannover und Emden E-Autos gebaut werden. Vereinbart wurde dort eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2028, gleichzeitig soll die Mitarbeiterzahl über Altersteilzeitregelungen sinken. Eine Beschäftigungssicherung bis 2025 ist zudem ein Teil des im Herbst 2016 vereinbarten und zunächst zwischen Management und Betriebsrat heftig umstrittenen "Zukunftspakts". Dazu zählt aber auch der Abbau von bis zu 30 000 Stellen, 23 000 davon in Deutschland. Im Gegenzug sollen 9000 Stellen etwa in der Software- und Batterie-Entwicklung entstehen.

Kilian sagte zu den E-Auto-Plänen des Autogiganten: "Volkswagen bekennt sich damit eindeutig zum Standort Deutschland. Wir rechnen mit einem Produktivitätsschub durch die Umstellung auf Elektromobilität von 20 bis 25 Prozent", erklärte er. "Es wäre aber viel zu früh, schon heute über mögliche Beschäftigtenzahlen in einem Jahrzehnt zu spekulieren." Auch für die Zeit von 2025 an und darüber hinaus werde es Gespräche mit der Arbeitnehmerseite geben.

Der Personalvorstand betonte zudem, dass die VW-Motoren- und Komponentenwerke auch bei einem steigenden Anteil der E-Mobilität gebraucht würden. "Es wird noch viele Jahre lang einen großen Anteil an Fahrzeugen mit konventionellen Motoren geben. Außerdem haben wir in unseren Komponentenwerken früh mit Innovationen in Richtung E-Mobilität begonnen. Beispielsweise bauen wir schon heute Elektromotoren", sagte er.

Über die künftige Entwicklung der Industriearbeit sagte Kilian: "Die Transformation wird die Arbeitswelt verändern. Das Thema treibt mich seit dem ersten Tag in meiner neuen Aufgabe um. Vermutlich werden wir nicht mehr in dem Maß wie früher Beschäftigung aufbauen." Dennoch sollten Zukunftsarbeitsplätze geschaffen und Beschäftigte fit gemacht werden für den Wandel.

Angesichts des Megatrends Digitalisierung und der wachsenden Bedeutung künstlicher Intelligenz sei Qualifizierung entscheidend, sagte Kilian. "Am Standort Zwickau schulen wir die Belegschaft für die E-Mobilität. Und mit Blick auf die Digitalisierung beginnen wir in Kürze, Software-Entwickler selbst auszubilden." Im Frühjahr 2019 soll der erste Jahrgang des "Fakultät 73" genannten zweijährigen Ausbildungsprogramms mit 100 Teilnehmern in Wolfsburg an den Start gehen: "Wir haben mit dem Programm ins Schwarze getroffen. Auf die 100 Plätze für den ersten Durchlauf haben wir 1500 Bewerbungen erhalten."

Trotz der immensen Bedeutung des für Volkswagen - und andere deutsche Autobauer - wichtigsten Einzelmarktes China bleibe Deutschland der wichtigste Schwerpunkt, betonte Kilian. "Wir sind schon heute international aufgestellt." Das gelte nicht nur für die Hardware-Entwicklung, sondern auch für die Entwicklung von Software, digitalen Dienstleistungen und Apps. "Heute haben wir eher zu viel Arbeitslast und Projekte in unserer Wolfsburger Entwicklung. Insofern besteht hier keine Gefahr."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

VW-Chef Diess kündigt verschärftes Umbauprogramm für Konzern an. Mit der Verschärfung des Flottenziels müsse der Konzern den Anteil der E-Autos am Gesamtabsatz bis 2030 auf über 40 Prozent hieven, sagte Diess am Dienstag in Wolfsburg. "Das heißt, unser beschlossenes Umbauprogramm, das für diesen Systemwechsel erforderlich ist, reicht noch nicht aus." Möglicherweise müssten weitere Verbrenner-Angebote entfallen, damit verbunden die Werksstrukturen deutlicher umgebaut und zusätzliche Batteriezellfabriken gebaut werden. WOLFSBURG - Die künftigen Klimavorgaben für Neuwagen bedeuten nach Einschätzung von Volkswagen -Konzernchef Herbert Diess ein noch weitergehendes Umbauprogramm für den Autoriesen. (Boerse, 18.12.2018 - 15:56) weiterlesen...

GESAMT-ROUNDUP: Autobauer laufen gegen EU-Entscheidung zu CO2-Werten Sturm. Die europäischen Hersteller sollen den CO2-Ausstoß neuer Fahrzeuge nach dem Willen Brüssels in den kommenden Jahren deutlich verringern. Die Reaktionen fallen reflexhaft aus: Die Autobranche kritisierte die Vorgaben als überzogen und unrealistisch. Befürworter schärferer Klimaschutz-Regeln erwarten dagegen noch größere Reduktionen. Und deutsche Städte mühen sich im Kampf um saubere Luft, Fahrverbote für Dieselfahrzeuge wegen zu hoher Schadstoffwerte zu vermeiden. BRÜSSEL/BERLIN - Der Streit zwischen der EU und der Autoindustrie um mehr Klimaschutz und bessere Luft geht weiter. (Boerse, 18.12.2018 - 15:37) weiterlesen...

Martin Winterkorn nicht mehr im Aufsichtsrat des FC Bayern München. MÜNCHEN - Martin Winterkorn verlässt den Aufsichtsrat des FC Bayern München. Wie der deutsche Fußball-Meister am Dienstag mitteilte, hat der 71-Jährige am 9. Dezember schriftlich den Gremiumsvorsitzenden Uli Hoeneß darüber informiert. Fast 16 Jahre lang war Winterkorn Mitglied des Aufsichtsrats. Martin Winterkorn nicht mehr im Aufsichtsrat des FC Bayern München (Boerse, 18.12.2018 - 12:36) weiterlesen...

EU-Verhandlungsführerin weist Kritik an CO2-Werten für Autos zurück. Die für 2030 vorgesehenen Kohlendioxid-Werte seien "ambitioniert, aber machbar", sagte die Politikerin am Dienstag in Brüssel. Österreich hat derzeit den EU-Vorsitz und hatte die Verhandlungen geleitet. BRÜSSEL - Die österreichische Umweltministerin Elisabeth Köstinger hat Kritik der Autohersteller an den künftigen Klimavorgaben für Neuwagen zurückgewiesen. (Wirtschaft, 18.12.2018 - 10:58) weiterlesen...

Rückrufe bei Porsche: Probleme mit Skisäcken und Tanksystem. Der größte Rückruf betrifft weltweit 4159 Cayenne-Geländewagen in der Hybridvariante. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der Seite "kfz-rueckrufe.de". Demnach gibt es bei Fahrzeugen, die zwischen Juni 2017 und Oktober 2018 gebaut wurden, offenbar ein Problem mit dem Kraftstoffsystem. Wenn der Zapfhahn beim Tanken nicht sauber in den Einfüllstutzen eingesetzt wird, könnte Kraftstoff in den Aktivkohlefilter des Tanksystems gelangen. Das könnte zu Fehlzündungen oder dem Absterben des Motors führen. STUTTGART - Der Autobauer Porsche muss mehrere Tausend Fahrzeuge wegen verschiedener Probleme zurückrufen. (Boerse, 17.12.2018 - 19:44) weiterlesen...

Daniela Cavallo wird VW-Betriebsratsvize - Osterloh-Nachfolgerin?. Daniela Cavallo (43) folgt als Betriebsratsvize auf Stephan Wolf - und könnte langfristig das Amt von Betriebsratschef Bernd Osterloh übernehmen. Der 62-Jährige - bis 2022 gewählt - wird aber noch für einige Jahre weitermachen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr. WOLFSBURG - Die Nachfolgefrage an der Spitze des mächtigen Volkswagen -Betriebsrats wird konkreter. (Boerse, 17.12.2018 - 15:48) weiterlesen...