Siemens Energy, DE000ENER6Y0

(Wochentag im vorletzten Satz des 5. Absatzes korrigiert)

02.09.2022 - 21:12:27

WDH/ROUNDUP 3: Vorerst kein Gas durch Nord Stream 1/Regierung: Versorgung sicher

am Freitagabend bei Telegram mit. Grund sei ein Ölaustritt in der Kompressorstation Portowaja. Bis zur Beseitigung bleibe der Gasdurchfluss gestoppt. Es war damit gerechnet worden, dass nach Abschluss der angekündigten dreitägigen Wartungsarbeiten ab Samstagmorgen wieder Gas durch die Leitung fließt.

Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums erklärte am Freitagabend, die Meldungen von Gazprom habe man zur Kenntnis genommen. "Wir kommentieren diese in der Sache nicht, aber die Unzuverlässigkeit Russlands haben wir in den vergangenen Wochen bereits gesehen und entsprechend haben wir unsere Maßnahmen zur Stärkung der Unabhängigkeit von russischen Energieimporten unbeirrt und konsequent fortgesetzt. Dadurch sind wir jetzt wesentlich besser gerüstet als noch vor einigen Monaten."

Die Lage auf dem Gasmarkt sei angespannt, die Versorgungssicherheit aber gewährleistet, sagte die Sprecherin. Die Gasspeicher seien außerdem zu 84,3 Prozent gefüllt. "Das Oktober-Speicherziel von 85 Prozent dürfte daher schon in den ersten Septembertagen erreicht sein." Auch bei der Versorgung über andere Lieferwege als russische Pipelines und neue Anlandekapazitäten für Flüssiggas komme man gut voran.

Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, betonte die Bedeutung der deutschen Vorsorgemaßnahmen. "Angesichts der russischen Entscheidung, vorerst kein Gas über Nord Stream 1 fließen zu lassen, gewinnen die LNG-Terminals, die relevanten Speicherstände und signifikante Einsparnotwendigkeiten an Bedeutung", twitterte Müller am Freitagabend. "Gut, dass Deutschland inzwischen besser vorbereitet ist, jetzt kommt es aber auf jede/n an", schrieb Müller weiter.

Das weitaus meiste Erdgas erhält Deutschland inzwischen aus Norwegen, den Niederlanden und Belgien. Am Donnerstag flossen nach Angaben der Bundesnetzagentur rund 2900 Gigawattstunden Erdgas aus diesen Ländern nach Deutschland. Zum Vergleich: Am Montag, dem letzten Tag vor der angekündigten Lieferreduktion, transportierte Nord Stream 1 rund 348 Gigawattstunden russisches Erdgas. Die eingespeicherte Menge betrug zuletzt immer ein Mehrfaches dieser Liefermenge aus Russland. So wurden etwa am Mittwoch 965 Gigawattstunden Erdgas in Deutschland eingespeichert, gleichzeitig wurden den Speichern 354 Gigawattstunden entnommen. Unterm Strich blieben also 611 Gigawattstunden in den Speichern.

Gazprom zufolge ist das Leck in der Kompressorstation bei den gemeinsam mit Experten von Siemens Energy erledigten Wartungsarbeiten festgestellt worden. Das ausgetretene Öl sei an mehreren Stellen gefunden worden. Es sei nicht möglich, den sicheren Betrieb der letzten dort noch verbliebenen Gasturbine zu garantieren. Schon in der Vergangenheit sei es zu solchen Ölaustritten gekommen, hieß es.

Ein Brief über die Beanstandungen am Aggregat Trent 60 mit der Nummer 24 und über die notwendigen Reparaturen sei an den Chef von Siemens Energy, Christian Bruch, gegangen, teilte Gazprom weiter mit. Siemens Energy bestätigte die Gazprom-Mitteilung am Freitagabend auf Anfrage zunächst nicht.

Die EU-Kommission reagierte derweil empört auf die Gazprom-Mitteilung: "Die Ankündigung von Gazprom von heute Nachmittag, Nord Stream 1 erneut unter falschen Vorwänden stillzulegen, ist ein weiterer Beleg seiner Unzuverlässigkeit als Lieferant", schrieb ein Sprecher der EU-Kommission am Freitagabend auf Twitter. Es sei auch ein Beweis für den Zynismus Russlands, da es vorziehe, Gas zu verbrennen, statt Verträge zu erfüllen.

Zuvor waren erste Gaslieferungen für Samstagmorgen angekündigt worden. Das ging aus vorläufigen Daten der Webseite der Nord Stream AG hervor. Der Umfang der angekündigten Lieferungen entsprach dabei zunächst dem Niveau vor der Unterbrechung, also etwa 20 Prozent der maximal möglichen Menge und damit täglich 33 Millionen Kubikmeter Erdgas. Am späten Freitagnachmittag zeigten die vorläufigen Daten dann aber nur noch eine kaum nennenswerte Menge an. Seit Mittwochmorgen floss kein Gas durch die zuletzt wichtigste Leitung für russisches Gas nach Deutschland. Grund waren laut Gazprom Wartungsarbeiten.

Der russische Energieriese Gazprom sei nicht schuld daran, dass die Zuverlässigkeit der Leitung durch die Ostsee gefährdet sei, hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge am Mittag gesagt. Es gebe keine technischen Reserven. "Es läuft nur eine Turbine", sagte er auf die Frage eines Journalisten nach möglichen weiteren Unterbrechungen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Umfrage: Mehrheit der Bayern gegen Abstandsregel für neue Windräder. 54,4 Prozent gaben bei der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Grünen im bayerischen Landtag an, "auf jeden Fall" bzw. "eher ja" für die Abschaffung zu sein. Dagegen erklärten zur Abschaffungsfrage nur 38,1 Prozent "auf keinen Fall" oder "eher nein". MÜNCHEN - Mehr als die Hälfte der Menschen in Bayern wünscht sich laut einer repräsentativen Umfrage die vollständige Abschaffung der umstrittenen 10H-Abstandsregel für den Bau von mehr Windrädern. (Boerse, 26.09.2022 - 05:56) weiterlesen...

Macron will Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. "Ich möchte, dass erneuerbare Projekte doppelt so schnell realisiert werden", sagte Macron am Donnerstag bei der Inbetriebnahme von Frankreichs erstem Offshore-Windpark bei Saint-Nazaire. Gesetze sollten dazu angepasst und Verfahren beschleunigt werden. "Unsere Nachbarn sind viel schneller gewesen als wir", sagte Macron zum Rückstand seines Landes bei der Windenergienutzung. SAINT-NAZAIRE - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron strebt einen deutlich schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien an. (Boerse, 22.09.2022 - 16:26) weiterlesen...

Windindustrie-Betriebsräte erwarten gute Marktentwicklung. So fürchteten fast 90 Prozent der Befragten, dass der Mangel an Fachleuten eine ernsthafte Gefahr für den Ausbau der Windkraft in Deutschland darstellt, heißt es in der am Mittwoch vorgestellten Befragung von Arbeitnehmervertretern aus bundesweit 28 Unternehmen mit insgesamt mehr als 25 000 Beschäftigten. In Folge der Corona-Pandemie und des Russland-Krieges gegen die Ukraine berichteten den Angaben zufolge zudem 77 Prozent der Befragten von Problemen in der Lieferkette. Hohe Energie- und Stahlpreise, Engpässe bei Elektronikkomponenten und blockierte Transportwege machten den Unternehmen zu schaffen. HAMBURG - Mehr als drei Viertel der Betriebsräte in der Windindustrie erwarten laut einer Umfrage der IG Metall eine positive Marktentwicklung, sorgen sich aber wegen des Fachkräftemangels. (Boerse, 21.09.2022 - 10:25) weiterlesen...