Maschinenbau, Regierungen

WISMAR - Zwei Tage nach dem Zusammenbruch der MV Werften richten sich die Blicke langsam nach vorn.

12.01.2022 - 15:30:30

Insolvenzverwalter für MV Werften - Schiff soll weitergebaut werden. Der am Mittwoch vom Amtsgericht Schwerin eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter Christoph Morgen von der Hamburger Kanzlei Brinkmann & Partner will an diesem Donnerstag die rund 1900 Beschäftigten der Schiffbaubetriebe in Wismar, Rostock und Stralsund auf Belegschaftsversammlungen über die Situation und die nächsten Schritte informieren, wie er mitteilte.

Wichtig sei zunächst die Auszahlung der ausstehenden Dezember-Löhne. "Mein Team und ich haben die Insolvenzgeldvorfinanzierung bereits in die Wege geleitet", erklärte Morgen. Die Umsetzung werde noch ein paar Tage dauern. Weiter kündigte der Insolvenzverwalter an, er werde sich zunächst einen Überblick über die wirtschaftliche und finanzielle Situation der MV Werften Gruppe verschaffen. "Das Kreuzfahrtschiff "Global One" möchte ich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MV Werften und den Zulieferern in Wismar zu Ende bauen."

Zugleich gelte es, Landesregierung und Bundesregierung, Betriebsräte und IG Metall sowie Genting als Auftraggeber für Kreuzfahrtschiffe mit an den Tisch zu holen. Für Standorte ohne Aufträge müssten bereits begonnene Investorengespräche fortgesetzt und bestehende Lösungsideen weiterentwickelt werden.

Morgen nahm am Mittwoch an einer ersten Gesprächsrunde von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (beide SPD) sowie Vertretern von IG Metall und Betriebsräten teil. Schwesig sicherte den Standorten und Beschäftigten nach dem Treffen die weitere Unterstützung der Politik zu, wobei sie auch auf den Bund setzt. "Die Landesregierung und die Bundesregierung wollen gemeinsam in einer Arbeitsgruppe darüber sprechen, wie uns auch der Bund bei der Zukunft der Standorte helfen kann", sagte die Regierungschefin.

Schwesig verteidigte das Engagement von Bund und Land bei der bisherigen Entwicklung der MV Werften hin zum Kreuzfahrtschiffbau. Der Schiffbau für Kreuzfahrten hatte eine Perspektive und habe auch in der Zukunft eine Perspektive, denn die Menschen wollten nach der Pandemie wieder auf Kreuzfahrten gehen. Aber es gebe jetzt diese schwierige Corona-Pandemie, die die Werften in MV hart getroffen habe. Die Insolvenz sei bitter, sagte Schwesig.

Für die MV Werften waren am Montag acht Insolvenzanträge gestellt worden. Der Mutterkonzern Genting war infolge der anhaltenden Corona-Pandemie mit seinem Kreuzfahrtgeschäft in Schwierigkeiten geraten. Der Handel mit Genting-Aktien an der Börse in Hongkong ist seit vergangenem Freitag ausgesetzt.

Am Donnerstag wird sich der Landtag in Schwerin in einer Sondersitzung mit der Lage der Werften befassen. Die Fraktion der Linken forderte, die maritime Industrie in Mecklenburg-Vorpommern breiter als bisher aufzustellen. Die CDU-Fraktion warf der rot-roten Landesregierung und der neuen Bundesregierung Versagen im Umgang mit den MV Werften und ihrem Mutterkonzern Genting Hongkong vor. Ihnen sei es nicht gelungen, auf die besonderen Schwierigkeiten der Werften und des Konzerns in der andauernden Corona-Krise einzugehen, kritisierte der finanzpolitische Sprecher der Oppositionsfraktion, Marc Reinhardt.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Meuthen begründet Austritt mit radikalem Kurs vieler AfD-Funktionäre. "Große Teile der Partei und mit ihr etliche ihrer führenden Repräsentanten haben sich für einen immer radikaleren, nicht nur sprachlich enthemmten Kurs, für politische Positionen und verbale Entgleisungen entschieden, die die Partei in vollständige Isolation und immer weiter an den politischen Rand treiben", teilte er am Freitag mit. In einer Pressemitteilung schrieb er weiter, sein Kampf für einen "strikt vernunftgeleiteten und maßvollen Kurs der Partei" sei gescheitert. BERLIN - Der langjährige AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat seinen Austritt aus der Partei mit dem aus seiner Sicht zu radikalen Kurs vieler AfD-Spitzenfunktionäre begründet. (Wirtschaft, 28.01.2022 - 16:31) weiterlesen...

Luftwaffe beteiligt sich in Rumänien an Sicherung des Nato-Luftraums. Ziel sei es, bei Alarmierungen für gemeinsame Schutzflüge deutscher und italienischer Eurofighter bereit zu sein, teilte die Luftwaffe am Freitag mit. Dies sei Teil der Nato-Mission "enhanced Air Policing South" in Rumänien, ein Beitrag zur Bündnissolidarität. BERLIN - Die Luftwaffe wird sich im Februar und März von Rumänien aus mit drei Eurofightern an der Sicherung des Nato-Luftraums beteiligen. (Boerse, 28.01.2022 - 16:31) weiterlesen...

Island lockert Corona-Maßnahmen zwei Wochen nach Verschärfung wieder. REYKJAVIK - Rund zwei Wochen nach einer Verschärfung will Island seine Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung wieder deutlich lockern. "Heute haben wir gute Nachrichten", sagte die isländische Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir am Freitag bei einer Pressekonferenz in Reykjavik. Ab Samstag (29. Januar) dürfen sich wieder 50 Menschen versammeln, zuvor hatte diese Zahl bei 10 gelegen. Clubs und Pubs dürfen wieder öffnen, nachdem sie Mitte Januar schließen mussten. Damals sah sich die Regierung zu einer Verschärfung veranlasst, weil sie das Gesundheitssystem als stark belastet ansah. Nun gibt es insbesondere im Freizeitbereich viele Lockerungen, etwa eine höhere Auslastung von Schwimmbädern oder Fitnessstudios. Island lockert Corona-Maßnahmen zwei Wochen nach Verschärfung wieder (Boerse, 28.01.2022 - 16:28) weiterlesen...

Altkanzler Schröder wirft Ukraine 'Säbelrasseln' vor. "Ich hoffe sehr, dass man endlich auch das Säbelrasseln in der Ukraine wirklich einstellt", sagte Schröder in dem Podcast "Die Agenda". BERLIN - Altkanzler Gerhard Schröder hat die deutsche Absage an Waffenlieferungen in die Ukraine verteidigt und die ukrainische Kritik daran mit deutlichen Worten zurückgewiesen. (Boerse, 28.01.2022 - 16:19) weiterlesen...

Stoltenberg: Russland setzt Truppenaufmarsch in Ukraine-Krise fort. "Russland verlegt mehr Truppen, mehr schweres Gerät und jetzt auch Tausende von Kampftruppen nach Belarus", sagte Stoltenberg am Freitag bei einer Online-Veranstaltung der Denkfabrik Atlantic Council in Washington. "Die Aufrüstung geht also weiter." Es gebe allerdings keine Gewissheit darüber, ob der russische Präsident Wladimir Putin tatsächlich eine Invasion der Ukraine plane. WASHINGTON/BRÜSSEL - Russland setzt den Truppenaufmarsch im Ukraine-Konflikt nach Angaben von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg ungeachtet aller Aufrufe zur Deeskalation fort. (Boerse, 28.01.2022 - 16:00) weiterlesen...

Bahn prüft Kosten für Stuttgart 21 - Hermann: Der Kostendeckel gilt. Eine Sprecherin sagte am Freitag in Berlin, derzeit laufe eine Kostenüberprüfung des Projektes, die nicht abgeschlossen sei und deren Ergebnis abgewartet werden müsse. In Medienberichten wird über Kosten von inzwischen mehr als 9 Milliarden Euro spekuliert. Nach bisherigen Plänen kostet der Umbau des Hauptbahnhofs in Stuttgart samt Anschluss im Bereich Fildern (S21) 8,2 Milliarden Euro. BERLIN/STUTTGART - Die Deutsche Bahn will bis zum Frühjahr Klarheit über mögliche Mehrkosten beim Bahnprojekt Stuttgart 21 schaffen. (Boerse, 28.01.2022 - 15:45) weiterlesen...