Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Wirecard, DE0007472060

Wirecard-Skandal: Umstrittener Apas-Chef Bose freigestellt

14.12.2020 - 16:32:03

Wirecard-Skandal: Umstrittener Apas-Chef Bose freigestellt. BERLIN - Der wegen seiner Aktiendeals im Zusammenhang mit dem Wirecard -Skandal umstrittene Leiter der Wirtschaftsprüferaufsicht Apas ist freigestellt worden. Darüber sei er bereits am 11. Dezember informiert worden, erklärte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle am Montag. "Dies erfolgt um die Integrität der Apas bis zur schlussendlichen Aufklärung des Sachverhalts sicherzustellen." Der Leiter der Unterabteilung Qualitätskontrolle übernehme bis auf Weiteres die Leitung der Behörde.

Apas-Chef Ralf Bose hatte in der vergangenen Woche im Wirecard-Untersuchungsausschuss des Bundestags ausgesagt, privat mit Aktien des Skandalunternehmens gehandelt zu haben, während die Behörde dem Fall bereits untersuchte.

Die Apas beaufsichtigt Abschlussprüfer in Deutschland. Im Fall Wirecard hatten Prüfer von EY jahrelang Bilanzen abgesegnet und sind mit dem Vorwurf konfrontiert, nicht genau genug hingeschaut zu haben. Der inzwischen insolvente frühere Dax -Konzern Wirecard hatte im Juni Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Die Münchener Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Unternehmen seit 2015 Scheingewinne auswies.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte sich in der vergangenen Woche "befremdet" über die Aktienkäufe des Behördenchefs gezeigt und angekündigt, sehr genau zu überprüfen, "ob die geltenden Regelungen eingehalten worden sind und ob es geboten ist, daraus Konsequenzen zu ziehen." Mitglieder der Opposition forderten Boses Entlassung.

Die Freistellung sei unvermeidlich gewesen, kommentierte der Finanzpolitiker der Linken, Fabio De Masi. "Aber warum immer nur Bauernopfer", fragte er zugleich. De Masi kritisierte, es gebe keine klaren Regeln gegen Insiderhandel in Behörden und Ministerien. FDP-Finanzpolitiker Florian Toncar bezeichnete die Freistellung als "einzig richtigen Schritt, um weiteren Schaden von der Apas abzuwenden". "Peter Altmaier bleibt aber aufgefordert, die eklatanten Schwächen des Regelwerks für Mitarbeitergeschäfte umgehend abzustellen."

Auch Danyal Bayaz von den Grünen betonte, die Freistellung könne nur der erste Schritt sein. Nötig seien klare Regeln, die Interessenkonflikte ausschließen. SPD-Finanzpolitikerin Cansel Kiziltepe forderte mehr Transparenz. "Scheinbar wurden jahrelang keine kritischen Fragen bezüglich der eigenen Befangenheit bei der Apas gestellt", betonte sie.

Altmaiers Entscheidung zur Freistellung Boses setzt nach Einschätzung von Bayaz auch Finanzminister Olaf Scholz unter Druck. Dieser wolle bis heute keine Fehler in seinen Behörden sehen und verteidige die Spitze der Finanzaufsicht eisern.

Auch Mitarbeiter der Finanzaufsicht Bafin hatten mit Wirecard-Aktien gehandelt. Nach Angaben der Behörde gibt es dabei aber keine Anzeichen, dass sie einen möglichen Informationsvorsprung zum privaten Vorteil genutzt hätten. Künftig soll Bafin-Beschäftigten der Handel mit Einzelwerten der von der Behörde beaufsichtigten Unternehmen untersagt werden.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Wirtschaftsprüfer EY wechselt Deutschland-Spitze. STUTTGART - Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) wechselt nach dem Wirecard-Skandal ihre Deutschland-Spitze aus. Hubert Barth, seit 2016 Vorsitzender der Geschäftsführung des in Stuttgart ansässigen Deutschland-Ablegers von EY, werde künftig eine neue Rolle übernehmen, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung. Barths Nachfolge treten Henrik Ahlers, bisher schon Mitglied der Geschäftsführung, und Jean-Yves Jégourel als Doppelspitze an. Die Amtsübergabe erfolgt nach EY-Angaben allerdings erst zum 1. Juli. Wirtschaftsprüfer EY wechselt Deutschland-Spitze (Boerse, 25.02.2021 - 14:25) weiterlesen...

Ex-Wirecard-Bank-Vorstand: Bafin hat Wirecard geschützt. "Für mich hat die Bafin Partei ergriffen für die Wirecard AG", sagte der frühere Vorstand der Wirecard Bank, Rainer Wexeler, am Donnerstag im Wirecard-Untersuchungsausschuss. Mit dem Verbot habe die Bafin den Konzern offenbar vor Angriffen von Leerverkäufern schützen wollen. BERLIN - Mit dem Leerverkaufsverbot für Wirecard -Aktien hat sich die Finanzaufsicht Bafin nach Ansicht des früheren Vorstands der Wirecard Bank auf die Seite des Konzerns gestellt. (Boerse, 25.02.2021 - 12:34) weiterlesen...

Kabinett bringt Reform der Finanzaufsicht Bafin auf den Weg. Unter anderem soll die Behörde künftig mit verdeckten Testkäufen überprüfen, ob Kunden ausreichend beraten werden, bevor sie Finanzprodukte kaufen. Zugleich soll die Aufsichtsstruktur der Bafin effektiver und effizienter werden, der Präsident soll mehr Kompetenzen bekommen. Die Koalitionsfraktionen sollen einen entsprechenden Gesetzentwurf nach dem Kabinettsbeschluss vom Mittwoch nun in den Bundestag einbringen. BERLIN - Die Bundesregierung hat die angekündigte Reform der Finanzaufsicht Bafin nach dem Wirecard -Skandal auf den Weg gebracht. (Boerse, 25.02.2021 - 11:36) weiterlesen...

Wirecard-Skandal: Chef von 'Bilanzpolizei' DPR tritt zurück. BERLIN - Im Skandal um den Bilanzbetrug bei Wirecard hat der Präsident der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung, Edgar Ernst, seinen Rücktritt angekündigt. Er werde sein Amt auf eigenen Wunsch zum 31. Dezember niederlegen, teilte die Bilanzpolizei am Mittwoch mit. Ernst wolle der DPR einen personellen Neuanfang ermöglichen. Die Prüfstelle untersucht die Bilanzen deutscher Konzerne auf korrekte Buchführung. Im Fall Wirecard war sie in die Kritik geraten, weil der mutmaßliche Milliardenbetrug nicht auffiel. Wirecard-Skandal: Chef von 'Bilanzpolizei' DPR tritt zurück (Boerse, 24.02.2021 - 22:25) weiterlesen...

Bafin im Visier der Staatsanwaltschaft wegen Wirecard (durchgehend aktualisiert) (Wirtschaft, 24.02.2021 - 16:41) weiterlesen...

Bafin wegen Wirecard im Visier der Frankfurter Staatsanwaltschaft. Es handele sich um eine Vorprüfung, von der Finanzaufsicht seien Informationen eingefordert worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Es gehe um die Frage, ob die Bafin ihren Aufsichtspflichten nachgekommen sei. Hintergrund sind Anzeigen von Wirecard-Aktionären. Außerdem verlangt die Staatsanwaltschaft Auskünfte von einer weiteren Bundesbehörde sowie einer Privatbank. Details nannte der Sprecher nicht. Zuvor hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet. FRANKFURT - Die Finanzaufsicht Bafin ist im Zuge des Wirecard -Skandals ins Visier der Frankfurter Staatsanwaltschaft geraten. (Boerse, 24.02.2021 - 16:27) weiterlesen...