Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Ernährung, Produktion

WILKAU-HASSLAU - Das einzige Haribo-Werk in Ostdeutschland steht endgültig vor dem Aus.

01.03.2021 - 18:16:03

Haribo beendet Verkaufsverhandlungen - Werk in Sachsen vor dem Aus. Für die Immobilie in Wilkau-Haßlau bei Zwickau habe sich kein Käufer gefunden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Deswegen habe man sich entschieden, die Verkaufsverhandlungen zu beenden. Nun solle das Gespräch mit der Stadtverwaltung gesucht werden, "um das Gelände anderweitig zu entwickeln". Das Unternehmen verwies auf den Sozialplan für die 119 betroffenen Beschäftigten. Kündigungen seien bereits ausgesprochen und würden für einen Teil der Belegschaft Ende März wirksam.

Seit Ende 2020 ruht die Produktion in dem Werk. Haribo hatte die Schließung mit immensen Investitionen begründet, die dort nötig seien. Den Angaben zufolge hatten mehrere Interessenten angeklopft, letztlich aber keiner ein Angebot für das Areal abgegeben. Zuletzt hatten Gespräche mit dem Konkurrenten Katjes bei den Mitarbeitern Hoffnung auf eine Zukunft der Süßwarenproduktion am Standort genährt - dafür hatte sich Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) eingesetzt.

Das Gelände solle künftig "im Sinne der Bürger" genutzt werden, erklärte der Geschäftsführende Gesellschafter von Haribo, Hans Guido Riegel. "Ökonomische Interessen unsererseits stehen dabei ausdrücklich nicht im Vordergrund." Riegel verwies auf den Sozialplan für die 119 betroffenen Beschäftigten. Knapp 80 hätten bereits eine neue Arbeit gefunden oder gingen in den Ruhestand. Riegel: "Wir sind aufgrund der positiven Lage am Arbeitsmarkt in der Region sehr zuversichtlich, dass wir zeitnah die meisten Mitarbeitenden wieder in neue Anstellungen bringen - das zeigt die Entwicklung der letzten beiden Monate sehr deutlich." Kündigungen seien bereits ausgesprochen und würden für einen Teil der Belegschaft Ende März wirksam, hieß es.

In Wilkau-Haßlau wurden schon zu DDR-Zeiten Gummibären & Co produziert, 1990 übernahm Haribo das Werk. Als der Goldbären-Produzent im November seine Schließungspläne öffentlich machte, folgte eine Welle des Protests: Mehrere Demonstrationen, eine Online-Petition, auch der Bundestag befasste sich mit dem Fall. Enttäuscht äußerte sich daher die Linke-Abgeordnete Sabine Zimmermann aus Zwickau. Das Vorgehen von Haribo sei eine "reine Hinhaltetaktik" gewesen, "um den Protest kleinzuhalten und die Situation schönzureden".

Mit seiner Entscheidung hat Haribo am Montag Betriebsratschef Maik Pörschmann überrascht. Er habe davon noch nichts gehört, sagte er am Nachmittag am Telefon. Gewerkschafter Lißner sprach von einem weiteren "traurigen Kapitel Ost". Haribo habe über Jahre aus dem Werk Gewinne gezogen, aber Investitionen unterlassen - nun werde es einfach dicht gemacht, kritisierte er. "Das macht ungeheuer wütend."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Saarland hält trotz Bundes-Notbremse an 'Saarland-Modell' fest. "Wir halten auch weiterhin an unserem Modell fest", teilte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) mit. "Das Saarland-Modell ist ein langfristig angelegtes Management-Modell, mit dem wir die Corona-Pandemie nachhaltig kontrollieren werden." Anreize zum Testen seien "ein Schlüssel in der Pandemiebekämpfung". SAARBRÜCKEN - Auch wenn das Saarland ab Samstag wegen der Bundes-Notbremse in weiten Teilen zurück in den Lockdown muss: Das Saarland-Modellprojekt, das auf Öffnungen auf der Basis von Tests setzt, ist nicht vom Tisch. (Boerse, 23.04.2021 - 10:37) weiterlesen...

ANALYSE-FLASH: Goldman hebt Ziel für Nestle auf 118 Franken - 'Buy'. Der Nahrungsmittelkonzern habe im ersten Quartal das stärkste organische Wachstum innerhalb von zehn Jahren verzeichnet, schrieb Analyst John Ennis in einer am Freitag vorliegenden Studie. NEW YORK - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Nestle von 117 auf 118 Franken angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. (Boerse, 23.04.2021 - 09:24) weiterlesen...

Kartoffelindustrie in der Krise. Die Frittenbuden wollen Weltkulturerbe werden, kein Land exportiert mehr tiefgekühlte Kartoffelprodukte als Belgien. Doch auch diese Branche blieb von den Folgen der Corona-Krise nicht verschont. Bauern blieben im Frühjahr vergangenen Jahres auf ihren Kartoffeln sitzen, die Kühlkammern waren randvoll - was einen Sprecher der Kartoffelindustrie im April 2020 zu einem ungewöhnlichen Aufruf verleitete: Esst mehr Fritten. Ein Jahr später ist er überzeugt: Die Bitte hat gewirkt. BRÜSSEL - Fritten sind in Belgien so etwas wie in Deutschland Sauerkraut, Brat- und Currywurst und Döner zusammen: ein identitätsstiftendes Nationalgericht. (Boerse, 23.04.2021 - 06:33) weiterlesen...

Gewerkschaft ruft zu Protesten vor Tönnies-Zentrale auf. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ruft am Mittag zu Protesten für höhere Löhne vor der Firmenzentrale von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück in Ostwestfalen auf. In den vergangenen Tagen hatte es auch bei anderen Fleischbetrieben wie Vion in Bayern oder Danish Crown in Niedersachsen Warnstreiks und Protestaktionen gegeben. RHEDA-WIEDENBRÜCK - Am Ende einer Aktions- und Streikwoche in der deutschen Fleischindustrie erreicht der Protest am Freitag (12.00 Uhr) auch Deutschlands größten Schlachtbetrieb. (Boerse, 23.04.2021 - 06:01) weiterlesen...

Corona-Krise trifft Kartoffelbranche in Frittenland Belgien. Statt wie geplant 5,6 Millionen Tonnen Kartoffeln seien in dem Jahr nur 5,08 Millionen Tonnen verarbeitet worden geworden, teilte Romain Cools vom Verband der kartoffelverarbeitenden Industrie (Belgapom) mit. 2019 waren es noch 5,4 Millionen Tonnen gewesen. BRÜSSEL - Die Kartoffelbranche im frittenverliebten Belgien hat im Corona-Jahr 2020 deutliche Einbußen hinnehmen müssen. (Boerse, 23.04.2021 - 05:57) weiterlesen...

Bolsonaro sichert bei Klimagipfel Ende der Abholzung bis 2030 zu. Brasilien werde die illegale Abholzung bis 2030 beenden, sagte Bolsonaro beim virtuellen Klimagipfel auf Einladung von US-Präsident Joe Biden am Donnerstag. Damit würde es seine Emissionen bis zu diesem Datum um 50 Prozent verringern. WASHINGTON - Der international unter Druck geratene brasilianische Staatschef Jair Bolsonaro hat Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel und zum Erhalt des Amazonasgebiets versprochen. (Boerse, 22.04.2021 - 18:04) weiterlesen...