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WILHELMSHAVEN - Ein Frachter des neuen Reederei-Verbundes Ocean Alliance hat am Wochenende erstmals Wilhelmshaven angelaufen.

14.05.2017 - 13:08:24

JadeWeserPort hofft auf neuen Schwung durch Frachter aus Fernost. Das Containerschiff "OOCL Tianjin" legte am Samstag am Tiefwasserhafen an. Mit gut 8000 Stellplätzen für Standardcontainer (TEU) zählt das Schiff zu den kleineren Frachtern im Containerverkehr. Der Betreiber Eurogate und das Land Niedersachsen erhoffen sich aber von dem neuen Asiendienst aus Fernost einen kräftigen Schub für Deutschlands einzigen Tiefwasserhafen.

Der 2012 eröffnete JadeWeserPort kam bisher nur schleppend in Fahrt. 2016 lag zwar der Umschlag mit 482 000 Standardcontainern um 13 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Von dem langfristigen Ziel mit 2,7 Millionen TEU ist Wilhelmshaven aber noch weit entfernt.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) sieht daher mit der Entscheidung der Reeder-Allianz, Wilhemshaven anzulaufen, einen "ganz wichtigen nächsten Meilenstein erreicht". Für die Außenwirkung des jungen Hafens sei es enorm wichtig, dass Wilhelmshaven jetzt über acht Reedereien erreichbar sei. "Im nächsten Jahr hoffe ich, dass sich der Containerumschlag in Richtung eine Millionen TEU entwickeln wird", sagte Lies.

Als Konkurrenz zu Hamburg oder Bremerhaven sieht Niedersachsen den Hafen aber nicht: Über eine norddeutsche Hafenkooperation soll mehr Umschlag nach Deutschland kommen, hatten der Minister und seine Vorgänger stets betont.

Deutlich größer als der Erstanlauf in Wilhelmshaven soll am Montag das Einlaufen der "MOL Triumph" in Hamburg ausfallen. Mit 400 Metern Länge und Platz für 20 170 TEU ist es das bisher größte Frachtschiff, das an einem Hamburger Kai festmacht. Doch es wird nur halb beladen sein, denn es ist zu hoch, um unter der Köhlbrandbrücke hindurchzufahren. Und die Elbe wird noch länger nicht den nötigen Tiefgang für Mega-Frachter bieten: Die Vertiefung der Fahrrinne stockt nach einem aufschiebenden Urteil des Bundesverwaltungsgerichts im Februar. In diesem Jahr werden die Bagger nicht mehr loslegen.

@ dpa.de

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