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Immobilien, Produktion

WIESBADEN - Im Corona-Krisenjahr sind in Deutschland so viele Wohnungen gebaut worden wie seit fast 20 Jahren nicht.

27.05.2021 - 15:00:01

Wohnungsbau gewinnt in Corona-Jahr an Tempo - aber weiter Stau am Bau. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im vergangenen Jahr erstmals seit 2001 wieder mehr als 300 000 Wohnungen fertiggestellt. Aus Sicht der Gewerkschaft IG BAU und der Immobilienbranche reicht das aber nicht, um die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum insbesondere in Städten zu stillen. Die IG BAU warf der Regierung ein Scheitern ihrer Wohnungsbau-Offensive vor.

WIESBADEN - Im Corona-Krisenjahr sind in Deutschland so viele Wohnungen gebaut worden wie seit rund 20 Jahren nicht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im vergangenen Jahr erstmals seit 2001 wieder mehr als 300 000 Wohnungen fertiggestellt. Aus Sicht der Gewerkschaft IG BAU und der Immobilienbranche reicht das aber nicht, um die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum insbesondere in Städten zu stillen. Die IG BAU warf der Regierung ein Scheitern ihrer Wohnungsbau-Offensive vor.

Sorgen bereiten aktuell auch Material- und Handwerkermangel, die die Bautätigkeit bremsen könnten. Schon im vergangenen Jahr war die Zahl der genehmigten, aber noch nicht gebauten Wohnungen weiter gestiegen.

Nach Angaben der Wiesbadener Behörde vom Donnerstag wurden im vergangenen Jahr 306 376 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 4,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und es war der höchste Stand seit 2001 (326 187 Wohnungen). Die Zahlen blieben allerdings erneut unter der Zielvorgabe der Bundesregierung von 375 000 neuen Wohnungen pro Jahr. Die schwarz-rote Koalition hatte sich 1,5 Millionen neue Wohnungen in der laufenden Amtsperiode vorgenommen.

Nach Einschätzung von Politik und Bauwirtschaft müssen jährlich 350 000 bis 400 000 Wohnungen fertig werden, um die große Nachfrage nach Immobilien zu stillen und die Wohnungsnot in den Städten zu bekämpfen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte im Februar dennoch eine positive Bilanz der im Koalitionsvertrag vereinbarten "Wohnraumoffensive" gezogen. Das Ministerium teilte am Donnerstag mit, unter Berücksichtigung der genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen erreiche die Bundesregierung ihr selbst gestecktes Ziel in der laufenden Legislaturperiode. "Unser gigantisches Programm für Millionen neue Wohnungen ist der beste Mieterschutz. Nur mit ausreichend bezahlbarem Wohnraum können wir die Preisentwicklung dämpfen", erklärte Seehofer.

Der Chef der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Robert Feiger, warf der Bundesregierung dagegen vor, ihre Wohnungsbau-Offensive sei gescheitert. "Auf die neue Bundesregierung wartet eine enorme wohnungsbaupolitische Erblast", sagte Feiger. "Ihr sitzt ein gewaltiges Neubau-Defizit im Nacken: Aktuell liegt das bei 630 000 Wohnungen." Bis 2025 müssten in Deutschland 1,5 Millionen neue Wohnungen gebaut werden - vor allem Sozialwohnungen und bezahlbare Wohnungen. Bundesweit seien 12,7 Millionen Haushalte auf eine Wohnung im unteren beziehungsweise mittleren Preissegment angewiesen. Feiger forderte einen Masterplan "Sozialer Wohnungsbau".

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen kritisierte, die Wohnungsbau-Bedingungen entwickelten sich "auch wegen der extrem steigenden Grundstückskosten und der Diskrepanz zwischen Einkommensentwicklung und Baukostenentwicklung in die absolut falsche Richtung". Pro Jahr würden 80 000 neue Sozialwohnungen und weitere 60 000 bezahlbare Mietwohnungen gebraucht. Es sei ein echtes Wohnungsbauprogramm für die Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen notwendig.

Aus Sicht der Branche hat die "Wohnraumoffensive" wichtige Probleme nicht gelöst. Insbesondere in Großstädten blieben bezahlbare Wohnungen und Bauland knapp. Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) forderte jüngst zusätzliche Anstrengungen. Dazu gehörten mehr Bauland und schnellere Genehmigungsverfahren. Zudem müsse über steuerliche Anreize gesprochen werden.

Zuletzt warnte die Immobilienwirtschaft auch, angesichts steigender Preise für Baumaterialien wie Holz, Stahl und Dämmmaterial um teils mehr als 50 Prozent und Lieferengpässen im zweiten Quartal könne es zu weiteren Bauverzögerungen und zusätzlichen Kostensteigerungen kommen.

Dass im vergangenen Jahr nicht noch mehr gebaut wurde, lag vor allem an der hohen Zahl von 779 432 genehmigten, aber nicht fertiggestellten Wohnungen, etwa weil Handwerker und Baufirmen im Immobilienboom überlastet sind. Auch machen viele Vorschriften die Arbeit komplex. Der "Bauüberhang" wächst seit Jahren und erreichte 2020 den höchsten Stand seit dem Jahr 1998.

Auf Mehrfamilienhäuser entfielen im vergangenen Jahr 153 377 fertiggestellte Wohnungen, ein Plus von 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der neugebauten Einfamilienhäuser stieg um 4,1 Prozent auf 87 275 Gebäude. Bei Zweifamilienhäusern gab es einen Zuwachs von 6,0 Prozent auf 20 472 Fertigstellungen.

@ dpa.de

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