Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Transport, Verkehr

WIESBADEN / FRANKFURT - Der Export schwächelt, Maschinenbauer erhalten weniger Aufträge und die Weltbank senkt ihre Konjunkturprognose: Ein baldiges Ende der Flaute scheint vorerst nicht in Sicht.

09.01.2020 - 15:08:26

GESAMT-ROUNDUP: Trüber Jahresausklang für Export und Maschinenbau. Globale Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltkonjunktur belasteten die deutsche Exportbilanz auch im November. Einen Lichtblick gab es bei der Industrieproduktion. Ökonomen sehen darin aber noch keine Trendwende. Zudem beurteilt die Weltbank die globalen Wachstumsperspektiven skeptischer als zuletzt.

Im November lieferten die Unternehmen Waren "Made in Germany" im Wert von 112,9 Milliarden Euro ins Ausland, das waren 2,9 Prozent weniger als im November 2018, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Die Einfuhren verringerten sich um 1,6 Prozent auf 94,6 Milliarden Euro.

"Die Rückgänge bei den deutschen Ex- und Importen verdeutlichen einmal mehr, dass die Handelskonflikte und die eintrübende Weltkonjunktur deutliche Spuren in der Gesamtbilanz 2019 hinterlassen werden", erläuterte Holger Bingmann, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA. Vor allem der Handelskrieg zwischen den USA und China belastet die globale Wirtschaft. Unternehmen sind verunsichert und halten sich mit Investitionen zurück, worunter Deutschland als große Exportnation besonders zu leiden hat.

In den ersten elf Monaten legten die Ausfuhren insgesamt lediglich um 0,7 Prozent auf 1229,6 Milliarden Euro zu. Von den Wachstumsraten der Boomjahre ist der Export damit weit entfernt. Der BGA rechnete zuletzt mit einem Exportwachstum im Gesamtjahr 2019 von maximal 0,5 Prozent.

Mit Sorge sieht die Wirtschaft die Zuspitzung des Konfliktes zwischen den USA und Iran. "Die Risiken für die Weltwirtschaft haben sich zu Jahresbeginn erneut verschärft", sagte Bingmann. Die Eskalation im Nahen Osten bedeute einen weiteren Unsicherheitsfaktor für die Unternehmen. Ähnlich beurteilte der Außenwirtschaftschef des Deutsche Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, die Perspektiven. "2020 bleiben globale Unsicherheiten durch Handelskonflikte, Sanktionen oder dem Brexit bestehen." Die neuerlichen Spannungen im Nahen Osten verdüsterten die Aussicht auf eine baldige Erholung des Auslandsgeschäfts.

Zwar stieg die Industrieproduktion nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im November im Vergleich zum Vormonat um 1,1 Prozent und damit stärker als von Analysten erwartet. Konjunkturexperten sehen darin aber noch keine Trendwende. "Insgesamt dürften zwar die stärksten Einbrüche hinter uns liegen, die Industrierezession ist aber noch nicht überwunden", erklärte Nils Jannsen vom Institut für Weltwirtschaft (IfW). Auch Commerzbank-Experte Marco Wagner sieht keinen Anlass für Entwarnung angesichts zuletzt gesunkener Auftragseingänge.

Deutlich zu spüren bekommen exportorientierte deutsche Schlüsselindustrien den Gegenwind, wie beispielsweise der Maschinenbau. Im November sank der Auftragseingang nach Angaben des Branchenverbandes VDMA um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. "Damit setzt sich die negative Entwicklung der vergangenen Monate fort", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Die Schwäche der Industrie bremst auch das Wirtschaftswachstum der größten Volkswirtschaft Europas. Konjunkturexperten und die Bundesregierung rechnen damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vergangenen Jahr in Deutschland lediglich um etwa 0,5 Prozent gewachsen ist, nach 1,5 Prozent 2018. Der jahrelange Aufschwung ist damit vorerst beendet. Erste Daten für 2019 gibt das Statistische Bundesamt am Mittwoch (15. Januar) bekannt.

Auch die Zukunftsaussichten wirken eher trübe. So senkte die Weltbank ihre Prognose für das globale Wirtschaftswachstum für dieses und kommendes Jahr leicht. Die Erwartungen wurden um jeweils 0,2 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent (2020) und 2,6 Prozent (2021) verringert. Damit dürfte die Weltwirtschaft in diesem Jahr etwas stärker zulegen als im vergangenen Jahr - ausgehend jedoch von dem schwächsten Wachstum seit der Finanzkrise vor etwa zehn Jahren, wie die Weltbank betonte.

Angesichts der globalen Konjunkturschwäche rechnet der Kreditversicherer Euler Hermes in diesem Jahr mit einem weltweiten Anstieg der Firmenpleiten um rund sechs Prozent. Zwar habe sich der Anstieg im Vergleich zu 2019 etwas verlangsamt, dafür sei er jedoch fast überall zu beobachten, berichtete die Allianz-Tochter. In Europa wie auch in Deutschland erwartet Euler Hermes ein Plus von drei Prozent. Damit steigen die Firmeninsolvenzen in Deutschland erstmals seit zehn Jahren wieder.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

VIRUS/GESAMT-ROUNDUP: China-Rückkehrer in Stuttgart erwartet. Das DRK übernehme im Auftrag der Bundesregierung die Betreuung, sagte ein Sprecher der Hilfsorganisation am Donnerstag in Berlin. Ein Sprecher des baden-württembergischen Sozialministeriums sagte, die Gesundheitsbehörden seien auf die Ankunft der Menschen vorbereitet. Zunächst hatte der Südwestrundfunk darüber berichtet. STUTTGART/PEKING/YOKOHAMA - Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) erwartet an diesem Freitag in Stuttgart weitere Reiserückkehrer aus der vom Coronavirus besonders betroffenen chinesischen Stadt Wuhan. (Wirtschaft, 20.02.2020 - 20:30) weiterlesen...

Erneut Demonstrationen gegen Rentenreform in Frankreich. Demonstranten versammelten sich Medienberichten zufolge am Donnerstag etwa in Rouen, Saint-Etienne und Marseille. In der Hauptstadt Paris war ein großer Demonstrationszug angekündigt. Dieser sollte am Nachmittag vom südlichen Stadtteil Montparnasse in Richtung Place d'Italie ziehen. Gewerkschaften hatten zu dem Massenprotest aufgerufen - es ist mittlerweile der zehnte große Protesttag seit Beginn der Streiks und Demonstrationen Anfang Dezember. PARIS - In Frankreich hat es erneut Demonstrationen und Protestaktionen gegen die geplante Rentenreform gegeben. (Boerse, 20.02.2020 - 19:45) weiterlesen...

VIRUS/GESAMT-ROUNDUP: Zwei 'Diamond Princess'-Passagiere tot. Erstmals gibt es zudem zwei Tote im Iran, der Ansteckungsweg war zunächst völlig unklar. Einen ersten Todesfall meldete Südkorea. Dort geht nach einer Häufung neuer Infektionen die Angst vor einer Ausbreitung der vom Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 um. In China gibt es unterdessen wieder Verwirrung: Erneut wurde die Zählweise bestätigter Infektionen geändert. Außerhalb von Festland-China sind inzwischen mehr als zehn Covid-19-Tote erfasst, Dutzende Menschen sind in kritischem Zustand. PEKING/YOKOHAMA/TEHERAN - Zwei mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Passagiere von Bord des Kreuzfahrtschiffes "Diamond Princess" in Japan sind gestorben. (Boerse, 20.02.2020 - 17:18) weiterlesen...

VIRUS/Luftfahrtverband: Coronavirus könnte Luftverkehrs-Wachstum 2020 ausbremsen. Nach ersten Berechnungen dürfte die Ticketnachfrage bei Airlines aus dem asiatisch-pazifischen Raum wegen des Virus um etwa 13 Prozent geringer ausfallen als gedacht, teilte die IATA am Donnerstag in New York mit. Da auch Airlines aus anderen Regionen betroffen seien, rechnet die IATA weltweit mit weniger Passagier-Flugverkehr als im Vorjahr. NEW YORK - Die Ausbreitung des Coronavirus könnte das Wachstum des weltweiten Luftverkehrs nach Einschätzung des Branchenverbands 2020 mehr als ausbremsen. (Boerse, 20.02.2020 - 16:58) weiterlesen...

Condor-Übernahme durch polnische PGL nimmt kartellrechtliche Hürde. Der Deal verzerre den Wettbewerb nicht, begründete die Behörde in Bonn am Donnerstag ihre Entscheidung. Allerdings ist die Übernahme noch nicht in trockenen Tüchern, denn einzelne Gläubiger und Konkurrenten wollen den Verbund aus Condor und der PGL-Airline LOT mit rund 20 Millionen jährlichen Passagieren noch verhindern. FRANKFURT - Das Bundeskartellamt hat die geplante Übernahme des Ferienfliegers Condors durch die staatliche polnische Luftfahrt-Holding PGL genehmigt. (Boerse, 20.02.2020 - 16:08) weiterlesen...

Betriebsrat lehnt Stellenabbau bei Airbus ab - Kündigungen möglich. Man lehne ihn "entschieden ab" und setze sich "für jeden Arbeitsplatz ein", betonten die Arbeitnehmervertreter in einem aktuellen Schreiben an die Belegschaft. "Betriebsbedingte Kündigungen müssen ausgeschlossen werden. Jeder der bleiben will, muss bleiben dürfen!", heißt es darin weiter. TAUFKIRCHEN - Der geplante Abbau von mehr als 2300 Stellen in der Rüstungs- und Raumfahrtsparte von Airbus stößt auf Widerstand des Betriebsrats. (Boerse, 20.02.2020 - 15:39) weiterlesen...