Transport, Verkehr

WIESBADEN - Deutschlands Exportunternehmen drohen nach Zuwächsen im ersten Halbjahr schwierige Monate.

03.08.2022 - 13:55:59

Exportplus im Halbjahr - Herausforderungen in den nächsten Monaten. In den ersten sechs Monaten stiegen trotz Lieferengpässen und Konjunkturabkühlung bei wichtigen Handelspartnern die Warenausfuhren gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 754,2 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) bleiben die nächsten Monate für die Exporteure aber eine Herausforderung. Darüber könne auch das Wachstum im Juni nicht hinwegtäuschen.

WIESBADEN - Deutschlands Exportunternehmen drohen nach Zuwächsen im ersten Halbjahr schwierige Monate. In den ersten sechs Monaten stiegen trotz Lieferengpässen und Konjunkturabkühlung bei wichtigen Handelspartnern die Warenausfuhren gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 754,2 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Groß- und Außenhandel kämen insgesamt bislang stabil durch die Krisen, sagte der Präsident des Branchenverbandes BGA, Dirk Jandura: "Dort, wo Unternehmen noch von gefüllten Auftragsbüchern profitieren, blicken sie aber dennoch sorgenvoll in den Herbst."

Zugleich warnte er mit Blick auf den umstrittenen Besuch der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan: "Wir brauchen keine weitere Eskalation des Konflikts und Verschlechterung der Wirtschaftsbeziehungen unserer zwei größten Handelspartner, den USA und China."

Auch nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) bleiben die nächsten Monate für die Exporteure eine Herausforderung. Darüber könne auch das Wachstum im Juni nicht hinwegtäuschen. Störungen der Lieferketten sowie hohe Kosten für Energie, Rohstoffe und importierte Vorprodukte behinderten weiterhin die Produktion, sagte DIHK-Außenwirtschaftsexpertin Carolin Herweg. "Die sich abkühlende Konjunktur bei wichtigen Exportpartnern, wie den USA, China oder der Eurozone, dämpft zudem die Nachfrage nach Produkten "Made in Germany"."

Noch stärker als die Ausfuhren legten im ersten Halbjahr die Importe zu. Eingeführt wurden Waren im Wert von 722,5 Milliarden Euro, das waren 26,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Eine Rolle dürften dabei auch die gestiegenen Preise für Rohöl und Gas gespielt haben.

Deutschland ist abhängig von Energieimporten aus dem Ausland. Die Preise für Öl und Gas sind seit Beginn des Ukraine-Krieges deutlich gestiegen. Die drohende Gasknappheit belastet zudem zunehmend den Ausblick der Exportwirtschaft. Dies geht aus einer jüngst veröffentlichten Umfrage des Münchner Ifo-Instituts unter etwa 2300 Industrieunternehmen hervor. Die Exporterwartungen, ein Stimmungsindikator der Branche, trübten sich zuletzt ein.

Im Juni zogen die Exporte nach einer Delle im Mai aber noch einmal an. Die Ausfuhren stiegen gegenüber dem Vormonat um 4,5 Prozent. Ein Plus von 6,2 Prozent gab es trotz der Konjunkturabkühlung in den USA im Handel mit der größten Volkswirtschaft der Welt. Die Exporte nach China legten dagegen im Monatsvergleich nur um 2,4 Prozent zu. Das Land zählt mit den USA zu den wichtigsten Einzelmärkten für Waren "Made in Germany".

Insgesamt führte Deutschland im Juni Waren im Wert von 134,3 Milliarden Euro aus. Das waren 18,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Importe legten um 27,9 Prozent auf 127,9 Milliarden Euro zu.

Trotz der Sanktionen gegen Russland nach dem Angriff auf die Ukraine stiegen die Exporte in das Land im Juni gegenüber dem Vormonat um 14,5 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Innerhalb eines Jahres brachen sie allerdings um 40,3 Prozent ein. Die Importe aus Russland erhöhten sich um 4,8 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Das Land liefert vor allem Rohstoffe und Energie.

@ dpa.de

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