Ernährung, Getränke

WIESBADEN - Das deutsche Gastgewerbe sieht sich trotz einer Umsatzerholung im Juni weiterhin in einer tiefen Krise.

19.08.2022 - 13:23:27

Gastgewerbe sieht sich weiterhin in tiefer Krise. Den Betrieben drohe angesichts stark steigender Kosten das dritte Verlustjahr in Folge, warnte der Dehoga-Bundesverband am Freitag in Berlin. Die Branche sei zeitgleich mit explodierenden Kosten in den Bereichen Energie, Lebensmittel und Personal konfrontiert, sagte Verbandspräsident Guido Zöllick laut einer Mitteilung. Zusätzlich seien wegen der geplanten Corona-Maßnahmen wieder starke Umsatzverluste im kommenden Winter zu erwarten.

Laut Statistischem Bundesamt hat das Gastgewerbe im Juni erstmals wieder einen Umsatz auf dem Niveau von vor der Coronakrise erreicht. Vor allem dank deutlicher Preissteigerungen hatten die Wirte und Hoteliers wieder so viel Geld in den Kassen wie zuletzt im Februar 2020. Der nominale Umsatz lag im Juni bereinigt um Saison- und Kalendereffekte um 0,1 Prozent höher als in diesem letzten vollen Monat ohne Auswirkungen der Pandemie.

Die Dehoga verwies hingegen auf die preisbereinigte Umsatzentwicklung. Real, also zu unveränderten Preisen, fehlten im ersten Halbjahr 22,1 Prozent des Geschäfts im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019. Eine deutliche Erholung ist hingegen im Vergleich zum Krisenjahr 2021 zu erkennen, als in der ersten Jahreshälfte zunächst noch umfangreiche Lockdowns galten. Seitdem haben sich die Umsätze laut Bundesamt nahezu verdoppelt, nämlich mit Steigerungen um 109,2 Prozent nominal und 98,5 Prozent real.

"Die Halbjahresbilanz zeigt, dass das dritte Verlustjahr in Folge droht. Die existenziellen Sorgen und Nöte der Unternehmer wachsen erneut", warnte Zöllick. Er verlangte eine Deckelung der Energiekosten sowie die Verstetigung der Mehrwertsteuerabsenkung für Speisen auf 7 Prozent. Der verringerte Satz war zum 1. Juli 2020 eingeführt worden und soll bislang zum Ende des Jahres auslaufen. "Die 7 Prozent Mehrwertsteuer müssen dauerhaft bleiben. Ansonsten werden viele Betriebe die Krise nicht überleben."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Großhändler ruft cadmiumbelastete Tintenfischarme zurück. Bei einer Laborüberprüfung sei ein erhöhter Cadmiumgehalt festgestellt worden, hieß es am Freitag auf dem Portal lebensmittelwarnung.de. Das Schwermetall sei giftig für die Nieren, als krebserregend eingestuft und könne eine Demineralisierung der Knochen verursache. Deshalb sollten Kunden das betroffene Produkt nicht verwenden. HAMBURG - Ein Hamburger Lebensgroßhändler hat aus Litauen stammende Tintenfischarme zurückgerufen. (Boerse, 23.09.2022 - 18:32) weiterlesen...

WDH: USA unterstützen UN-Ernährungsprogramm in Kenia mit Rekordspende. (Stellt in Überschrift und erstem Absatz klar, dass es sich um eine Rekordspende für das WFP in Kenia handelt.) WDH: USA unterstützen UN-Ernährungsprogramm in Kenia mit Rekordspende (Boerse, 23.09.2022 - 17:38) weiterlesen...

Könnten Soja enthalten: Vegane Flammspieße bei Kaufland zurückgerufen. Betroffen seien mehrere Chargen der Produkte "K-take it veggie Vegane Flammspieße" in den Sorten BBQ und Hot mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 1.10.2022, teilte Kaufland am Freitag mit. NECKARSULM - Weil Soja enthalten sein könnte, werden vegane Flammspieße bei Kaufland zurückgerufen. (Boerse, 23.09.2022 - 13:09) weiterlesen...

Indien fordert im Ukraine-Krieg Rückkehr an den Verhandlungstisch. Die Auswirkungen des Konflikts seien auch in entfernten Regionen der Welt zu spüren, sagte Außenminister Subrahmanyam Jaishankar am Donnerstag in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York zur Lage in der Ukraine. Die Nuklearfrage bereite in einer globalisierten Welt dabei besondere Sorgen, warnte er vor dem Hintergrund der Gefechte um das von Russland besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja. NEW YORK - Indien hat Russland und die Ukraine aufgerufen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. (Wirtschaft, 22.09.2022 - 18:40) weiterlesen...

Agrarverbände warnen vor Zusammenbruch der Obst- und Gemüseproduktion. "Die explodierenden Energiekosten gefährden die Unternehmen der Obst-, Gemüse-, Gartenbau- und Kartoffelwirtschaft in ihrer Existenz", hieß es in dem Schreiben vom Donnerstag. Besonders mittelständische und kleine Unternehmen fielen nicht in den Geltungsbereich von Hilfsprogrammen und bräuchten branchenspezifische Unterstützung, forderten die Verbände. BERLIN - In einem gemeinsamen Appell an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) haben der Deutsche Bauernverband und weitere Agrarverbände angesichts steigender Energiepreise vor einem Zusammenbruch der Produktion von Obst und Gemüse gewarnt. (Boerse, 22.09.2022 - 12:14) weiterlesen...

USA versprechen neue Milliardenhilfe für Ernährungssicherheit. US-Präsident Joe Biden werde bei seiner Rede vor der UN-Generalversammlung hierzu an diesem Mittwoch neue Unterstützung im Umfang von mehr als 2,9 Milliarden US-Dollar (rund 2,9 Milliarden Euro) ankündigen, teilte das Weiße Haus in Washington vorab mit. Die Mittel ergänzten die 6,9 Milliarden US-Dollar, die die US-Regierung im laufenden Jahr bereits zur Unterstützung der weltweiten Ernährungssicherheit bereitgestellt habe. NEW YORK - Die US-Regierung will weitere Milliardenhilfen bereitstellen, um die Ernährungskrise auf der Welt abzumildern. (Boerse, 21.09.2022 - 17:51) weiterlesen...