Flugzeugbau, Regierungen

WIEN - Wegen der geringen Aussichten auf ein Ende des Ukraine-Krieges konzentriert sich UN-Generalsekretär Antonio Guterres vorerst auf die globalen Auswirkungen des Konflikts und Fluchthilfe statt auf Friedensverhandlungen.

11.05.2022 - 17:25:26

Fokus auf Kriegsfolgen und Flucht statt Friedensdiplomatie. Der Moment für solche Gespräche werde kommen, sagte Guterres am Mittwoch in Wien. "Aber in unmittelbarer Zukunft sehe ich ihn nicht".

Deshalb liege der Fokus der Vereinten Nationen derzeit auf der Sicherstellung der globalen Lebensmittelversorgung, sagte Guterres. Dies könne aber nur gelingen, wenn ukrainische Agrarerzeugnisse, russische Lebensmittel und Dünger trotz des Krieges wieder zurück auf die Weltmärkte gelangen. "Damit das passiert, arbeite ich aktiv daran, entsprechende Gespräche zu fördern", sagte er nach einem Treffen mit Österreichs Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen.

Außerdem hätten die Vereinten Nationen entschieden, sich auf Verhandlungen zu Evakuierungen der Zivilbevölkerung und Hilfslieferungen in der Ukraine zu konzentrieren. Nach der Evakuierungsaktion aus Mariupol gebe es weiterhin Kontakte mit russischen und ukrainischen Behörden. "Es wird ähnliche Operationen geben, aber wir wollen diese nicht öffentlich machen, solange sie nicht abgeschlossen sind", sagte Guterres.

Laut Guterres untergräbt der Krieg in der Ukraine auch den Kampf gegen den Klimawandel. Das Thema sei nach hinten gerückt. "Es gibt ein ernsthaftes Risiko, dass wir den Klimawandel nicht mehr ernst genug nehmen." Guterres reiste für eine Sitzung der Chefinnen und Chefs der UN-Organisationen nach Wien, die diese Woche stattfindet.

@ dpa.de

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