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WIEN / PARIS - Die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA will Kleinanleger besser vor bestimmten hochspekulativen Finanzprodukten schützen.

27.03.2018 - 12:08:24

EU-Aufsicht beschränkt Vertrieb von hochspekulativen Finanzprodukten. Dazu wird der Vertrieb sogenannter Binärer Optionen ganz verboten und der Vertrieb von finanziellen Differenzgeschäften (CFD) stark eingeschränkt. Das erklärte die ESMA am Dienstag in Paris.

Mit dem Maßnahmenpaket werde ein "besserer Anlegerschutz in der gesamten EU gewährleistet", erklärte der ESMA-Vorsitzende Steven Maijoor. "Binäre Optionen und finanzielle Differenzgeschäfte sind keine nachhaltigen Finanzanlagen, sondern hochriskante Wetten auf finanzielle Ereignisse", erläuterten die Vorstände der österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA, Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller. Auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin berichtete über das Verbot.

Analysen der nationalen Behörden zum CFD-Handel in verschiedenen EU-Staaten hatten demnach gezeigt, dass der Großteil der Kleinanleger Verluste eingefahren hatte. Bei Binären Optionen hätten derartige Analysen durchgängige Verluste in Kleinanlegerkonten aufgezeigt.

Über die rechtliche Handhabe, den Vertrieb riskanter Finanzprodukte an Kleinanleger zu beschränken oder zu verbieten, verfügt die ESMA erst mit der zu Jahresbeginn in Kraft getretenen EU-Finanzmarktverordnung MiFIR (Markets in Financial Instruments Regulation). Die nunmehr angekündigten Maßnahmen werden ab Inkrafttreten zunächst für drei Monate gültig sein und können danach bei Bedarf verlängert werden.

Binäre Optionen (binary options) sind Wetten auf eine Ja/Nein-Entscheidung. Tritt das zuvor definierte Ereignis ein, erhält der Käufer einen festgelegten Betrag, andernfalls verfällt die gekaufte Option wertlos. Als Basiswerte kommen Indizes, Aktien, Währungspaare oder auch Rohstoffe in Frage, wobei bezogen auf einen fixierten Zeitpunkt nur auf einen fallenden oder steigenden Kurs spekuliert wird. Die Online-Angebote von Binären Optionen sind - so der Vorwurf - häufig so ausgestaltet, dass für die Kunden zwangsläufig Verluste entstehen.

Bei CFDs (Contracts For Differences) handelt es sich um finanzielle Differenzgeschäfte. Bei diesem Finanzprodukt spekuliert der Käufer auf die Preisänderung des zugrunde liegenden Vermögenswertes, etwa einer Aktie, einer Ware, einer Währung oder eines Index. Wenn der Preis fällt, ist der Kunde verpflichtet, bei Fälligkeit eine Zahlung in Höhe der Differenz zwischen dem vereinbarten Terminkurs und dem aktuellen Wert zu leisten. Durch eine Hebelwirkung kann es zu Verlusten kommen, die das investierte Kapital bei weitem übersteigen.

@ dpa.de

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