Shop Apotheke Europe NV, NL0012044747

(Wiederholung: Überflüssiges Wort gestrichen in der Überschrift.)

01.06.2022 - 17:21:29

WDH/ROUNDUP 2/Nach langer Hängepartie: Es geht etwas voran beim E-Rezept

lagen am Nachmittag in Zürich 2,1 Prozent im Minus, die Titel der in Deutschland notierten Shop Apotheke Europe drei Prozent. Die Online-Anbieter setzen große Wachstumshoffnungen in das E-Rezept, immer wieder jedoch wurde die Fantasie von Investoren in den vergangenen Jahren enttäuscht.

Das papierlose Rezept ist ein Mammutvorhaben bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Lange Zeit ging es - wenn überhaupt - im Schneckentempo voran. Eine Testphase in Berlin-Brandenburg im vergangenen Jahr war ein Flopp. Der Start einer bundesweiten Testphase, an der Praxen freiwillig mitmachen können, verzögerte sich und lief danach schleppend nur an. Aus der Ärzteschaft kam scharfe Kritik an dem Vorhaben, sie fürchtete Umsetzungsprobleme im Alltag. Auch unter den Krankenkassen und Apothekern gab es Vorbehalte. Zudem mangelte es zeitweise an Software-Updates. Im Dezember wurde der für den Jahreswechsel vorgesehene Pflichtstart abgeblasen.

In der bislang laufenden bundesweiten Erprobungsphase wurden in sechs Monaten nur gut 24 000 E-Rezepte eingelöst. Gemessen an den jährlich etwa 500 Millionen Rezepten, die in Deutschland auf Papier ausgestellt werden, ist das ein verschwindend geringer Anteil. Immerhin zeigt die Kurve der Digitalverschreibungen nach oben. Die nun beschlossenen Vorgaben sollen zu mehr Tempo führen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) pries das E-Rezept am Mittwoch als "Gewinn für Patienten, Ärzte und Apotheker" an. Es steigere die Arzneimittelsicherheit und erspare Zeit und Wege. "Das E-Rezept wird sich in der Praxis bewähren und dann schnell bundesweit Anwendung finden", erklärte der Minister. "Es ist der Beginn der überfälligen digitalen Revolution in unserem Gesundheitssystem."

Der Gematik-Beschluss betrifft auch die Apotheken - für sie gilt ab dem 1. September die bundesweite Pflicht, die Digitalverschreibung anzunehmen. Ein Großteil der Apotheken ist ohnehin schon bereit. Der Deutsche Apothekerverband begrüßte die Vorgaben der Gematik. "Wir stellen uns der digitalen Transformation und sind für die konsequente Einführung des E-Rezeptes", sagte der Verbandsvorsitzende Thomas Dittrich. "In den kommenden drei Monaten werden die Apotheken nun auch ihr Personal vollständig schulen, damit Hardware, Software und deren fachgerechte Bedienung reibungslos ineinandergreifen können."

Sorge haben die Apotheken vor "Retaxationen": Dass sie ein Medikament aushändigen, für das E-Rezept später von den Kassen aber nicht das erwartete Geld bekommen. So ein Fall ist der Gematik bei den bisher eingelösten Digitalverschreibungen allerdings nicht bekannt.

Unter Ärzten ist die Skepsis groß - sie fürchten Alltagsprobleme, sollte es mit der Technik hapern. Dass für die Praxen kein Pflichttermin beschlossen wurde, registrierte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, mit Erleichterung. Er stellte infrage, ob so eine Pflicht nötig ist. "Wenn die Anwendung funktioniert und einen Mehrwert für die Patientinnen und Patienten und die Ärztinnen und Ärzte bietet, wird sich das E-Rezept von ganz allein durchsetzen", sagte er. "Ein Zwang zur Nutzung würde den Eindruck erwecken, dass die Verantwortlichen selbst von dem Mehrwert der Anwendung nicht restlos überzeugt sind."

@ dpa.de