Airbus, NL0000235190

(Wiederholung aus technischen Gründen)

25.01.2022 - 14:39:29

WDH/ROUNDUP: Lufthansa greift mit starkem Partner nach Nachfolgerin der Alitalia

vertreten.

Italien ist schon lange ein Sehnsuchtsland der Lufthansa, immer mal wieder wurden bei der Alitalia Kooperationen und Teilübernahmen angestrebt. Der Markt südlich der Alpen gehört zu den umsatzstärksten in Europa mit einem starken Touristengeschäft und engen Bindungen nach Nordamerika. Bereits Spohrs Vorvorgänger Wolfgang Mayrhuber hatte 2009 versucht, die neu gegründete "Lufthansa Italia" gegen die damals gerade privatisierte Alitalia zu etablieren. Nach hohen Verlusten verblieb 2011 nur noch die Lufthansa-Tochter Air Dolomiti in Italien, wo inzwischen Ryanair und Wizz Air das Geschehen dominieren.

"Natürlich ist der italienische Markt hochlukrativ. Und da Italien niemals auf seine eigene Airline verzichten wird, ist die Übernahme ein richtiger Schritt", sagt Gerald Wissel von der Luftfahrt-Beratungsgesellschaft Airborne. Er warnt aber zugleich vor alten und neuen Problemen. Der Einfluss der italienischen Gewerkschaften müsse dauerhaft begrenzt und das ausufernde Drehkreuz-System des Lufthansa-Konzerns neu sortiert werden. "Man sollte Rom mit Wien, München und Brüssel gemeinsam betrachten."

Für die Verantwortlichen in Rom scheint die Offerte der Lufthansa und der MSC-Reederei mit ihren italienischen Wurzeln sehr verlockend zu sein. Die industrielle Logik der Offerte sei "sehr überzeugend" und "äußerst interessant", verteilte Altavilla schon einmal reichlich Vorschusslorbeeren. Neben rund drei Millionen MSC-Kreuzfahrtpassagieren als potenziellen Kunden sehe er auch Möglichkeiten im Frachtbereich: "Cargo ist heute der Sektor, in dem die höchsten Gewinnspannen erzielt werden."

Die Branchenriesen in der Schifffahrt liefern sich mit prall gefüllten Kassen einen Wettstreit um Übernahmeziele. Die sehr expansive, 1970 vom Italiener Gianluigi Aponte gegründete Mediterranean Shipping Company (MSC) hat gerade nach Jahrzehnten den Konkurrenten Maersk vom ersten Platz bei der angebotenen Frachtkapazität verdrängt. Aponte gehörte schon 2008 zu einem Aktionärskonsortium zur Rettung der Alitalia, stieg aber bald aus dem von Silvio Berlusconi geschmiedeten Bündnis aus.

"Ihre Ziele sind vielfältig und zeigen die Ambitionen, mehr Einfluss auf die globalen Lieferketten zu gewinnen", schreiben die Analysten der Unternehmensberatung PwC in einer aktuellen Studie über die Mega-Reedereien. Neben Investitionen ins Kerngeschäft Schifffahrt sowie in Hafenterminals kauften Reedereien verstärkt auch "Spediteure, um direkten Zugang zu den Verladern zu erhalten". Auch Airlines passen da nicht schlecht, wie es die französische CMA CGM vormacht.

@ dpa.de

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