American Airlines, US02376R1023

WASHINGTON - Wegen Sicherheitsbedenken der Luftfahrtbranche machen AT&T und Verizon in letzter Minute Zugeständnisse bei ihren erweiterten 5G-Services für schnelleres Internet auf Mobiltelefonen.

19.01.2022 - 16:02:02

AT&T und Verizon machen Zugeständnisse bei 5G-Einführung an Flughäfen. Man habe sich freiwillig entschieden, die Einführung des neuen Mobilfunkstandards in der Nähe von Flughäfen zunächst zu begrenzen, teilte Verizon am Dienstag mit. Vorausgegangen war ein Konflikt mit US-Fluggesellschaften, die Beeinträchtigungen des Luftverkehrs befürchten, da sich ein Funkfrequenzbereich des 5G-Internets und bestimmte Flugzeugelektronik in die Quere kommen könnten.

setzte auf ihren US-Flügen am Mittwoch keine Boeing 747-8 ein, für deren Funkhöhenmesser die FAA zunächst keine Freigabe gegeben hatte. Von Frankfurt nach Los Angeles, Chicago und San Francisco kamen nun ältere Jumbos vom Typ 747-400 zum Einsatz, die sonst Richtung Asien geflogen wären. Ein Flug von Frankfurt nach Miami wurde laut einer Sprecherin ganz gestrichen und die Passagiere auf eine Maschine ab München umgebucht. Streichungen oder ein weiterer Flugzeugtausch seien am Donnerstag und bis auf Weiteres nicht geplant. Auch bei der Tochter Austrian wurde ein anderer Flugzeugtyp eingesetzt als zunächst vorgesehen. Die Swiss flog hingegen wie geplant mit drei Boeing 777 Richtung USA.

Am Freitag hatte bereits die US-Flugaufsicht FAA wegen Sicherheitsbedenken aufgrund der 5G-Einführung spezielle Maßnahmen für Landungen des Boeing-Langstreckenjets 787 "Dreamliner" angeordnet. Bei nasser oder verschneiter Landebahn an Flughäfen mit 5G-Service müssten zusätzliche Vorkehrungen getroffen werden, da die Maschinen einen längeren Bremsweg benötigen könnten, teilte die Behörde mit. Wegen Risiken für die Luftfahrt hatte die FAA AT&T und Verizon zuvor dazu gedrängt, die eigentlich für den 5. Januar geplante 5G-Einführung an Flughäfen um zwei Wochen zu verschieben.

Die Bundesnetzagentur teilte mit, in Deutschland gebe es ein deutlich geringeres Gefährdungspotenzial. Hintergrund ist, dass andere 5G-Frequenzen als in den USA genutzt werden. "Gleichwohl werden in den zuständigen europäischen Gremien unter Beteiligung der Bundesnetzagentur, der Flugsicherheitsbehörden sowie von Vertretern der Mobilfunk- und Luftfahrtindustrie weitere Untersuchungen vorgenommen, um Beeinflussungen sicher ausschließen zu können", hieß es von der Behörde. So seien bei ersten Messungen in Frankreich und Norwegen keine konkreten Beeinflussungen festgestellt worden.

@ dpa.de