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WASHINGTON - Die prominente Frauenrechtlerin Irene Natividad hat Frauenquoten als wichtiges Mittel zur Gleichberechtigung in der Wirtschaft gelobt.

15.01.2020 - 17:47:24

Gesetzliche Frauenquote ist hilfreich. "Keiner will das Gesetz brechen", sagte Natividad der Deutschen Presse-Agentur. Also beriefen Unternehmen verstärkt Frauen in ihre Führungsgremien. Es sei zwar bedauerlich, dass vorgeschriebene Quoten nötig seien. Doch auch in einigen Ländern, die keine gesetzliche Regelung hätten, sei der Anteil der Frauen in Vorstandspositionen deutlich gestiegen - wegen des sozialen Drucks.

- sei zwar ein nettes Zeichen, könne aber erst der Anfang sein. "Wir müssen das Thema beschleunigen - das ist der Schlüssel für das 21. Jahrhundert", sagte die 70-Jährige. "Frauen zu beschäftigen, ist im Interesse eines jeden Landes." Staaten hätten ihr Bruttoinlandsprodukt erhöht, weil Frauen angefangen haben zu arbeiten. "Es hat nichts mit Fairness und Gerechtigkeit zu tun. Es hat mit Wirtschaftskraft zu tun."

Natividad nannte Japan als positives Beispiel. Regierungschef Shinzo Abe habe etwa die Börse gezwungen, Aufsichtsratssitze für Frauen zu öffnen und Tausende Kinderbetreuungsstätten gründen lassen. "Abe hat "Womenomics" zu einem zentralen Faktor seiner Politik gemacht, denn ohne den Einsatz von Frauen wird Japan bald nicht länger die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt sein."

Weltweit gebe es zwar noch zahlreiche Probleme, in einigen Regionen habe die Benachteiligung von Frauen auch kulturelle Gründe, sagte Natividad. Wichtig sei außerdem, in Bildung zu investieren. So seien mehr Frauen in IT-Berufen notwendig. Noch immer seien die meisten Programmierer Männer. Das wirke sich auch auf Apps aus, da diese häufig aus männlicher Perspektive programmiert würden. Das habe sogar zu Beschwerden von Männern geführt, die von Apps als kreditwürdiger eingestuft worden seien als ihre besser verdienenden Ehefrauen - nur weil sie Männer sind.

"Aber es gibt eine Sache, die mir Hoffnung macht: #MeeToo ist geschehen, es gab die Frauenmärsche." Unternehmen seien nun auf der Hut. "Niemand will verklagt werden. Niemand will, dass sein Topmanager als Belästiger oder Vergewaltiger genannt wird." Konzerne legten mehr Aufmerksamkeit auf dieses Thema, das umfasse auch ethische Fragen am Arbeitsplatz. #MeToo habe ein Momentum geschaffen und Grenzen überquert. "Und es gab Konsequenzen: Führungskräfte wurden gestürzt."

Hoffnung machten auch Frauen in Führungspositionen wie die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sowie die Chefinnen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB), Kristalina Georgiewa und Christine Lagarde. "Das sind hoch qualifizierte Frauen, aber es sind Einzelfälle, das ist nicht die Regel. Es gibt nicht viele von ihnen", sagte Natividad.

Vielmehr bedauere sie, dass Angela Merkel in absehbarer Zeit als Kanzlerin aufhört. "Sie hat Europa stabil gehalten. Sie wurde nicht für alles geliebt, was sie getan hat, aber ich bewundere ihre Standhaftigkeit und ihre Führungsstärke", sagte Natividad. "In einer Zeit, in der die Welt so unstabil ist, bedauere ich, dass sie sich anders orientiert."

@ dpa.de