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WASHINGTON - Die deutschen Autohersteller Volkswagen , Daimler und BMW wollen mit großen Investitionen in den USA die Autozölle für US-Importe aus Europa verhindern.

05.12.2018 - 06:33:24

Autobosse sehen nach Visite bei Trump Chance auf Zollverzicht. "Wir haben einen großen Schritt nach vorne gemacht, um die Autozölle zu vermeiden", sagte der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Herbert Diess, am Dienstag nach einem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump und weiteren Vertretern der US-Administration im Weißen Haus.

soll es in Seattle zu einer Kooperation kommen. "Ich glaube, es geht um viel, es stehen viele Arbeitsplätze in Frage, wenn der Präsident wirklich 25-prozentige Zölle verhängen würde", betonte Diess. Gespräche seien auch über die Angleichung deutscher und amerikanischer Standards für die Autos geführt worden, betonte der Volkswagen-Chef.

BMW teilte mit, die Münchner hätten bereits 9,3 Milliarden US-Dollar (8,2 Mrd Euro) in ihr Werk in Spartanburg (South Carolina) investiert. Bis 2021 seien Investitionen in Höhe von weiteren 600 Millionen Dollar und die Schaffung von 1000 zusätzlichen Arbeitsplätzen vorgesehen. 70 Prozent der Produktion würden exportiert - ein großer Beitrag für die US-Handelsbilanz. BMW prüfe gerade den Standort für ein zusätzliches Motorenwerk in den USA.

Der US-Präsident hatte vor dem Treffen noch einmal bei Twitter klargemacht, was er von freier Marktwirtschaft hält: "Ich bin ein Mann der Zölle." Dieser Weg werde immer der beste sein, um die wirtschaftliche Macht Amerikas zu maximieren, so Trump weiter. Auch wenn er sich dabei vor allem auf die Verhandlungen im Handelsstreit mit China bezog, war Trumps Twitter-Bekenntnis zu Zöllen zunächst nicht gerade ein Mutmacher für die Autobosse.

US-Handelsminister Wilbur Ross forderte die deutschen Autobauer im Finanzsender CNBC bereits zu mehr Produktion in den USA auf. Ziel sei es, das US-Handelsdefizit mit Deutschland bei Autos und Autoteilen zu senken, sagte Ross. Das gehe "hoffentlich mit erhöhter Produktion in den Vereinigten Staaten" einher. Wichtig sei es zudem, einen großen Teil der künftigen Elektroautoproduktion in die Staaten zu bekommen, so der Minister weiter. Allerdings hatte es auch widerstreitende Äußerungen gegeben. Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow hatte eine grundsätzliche Streichung von staatlicher Fördermitteln bei Elektroautos ins Spiel gebracht - dafür müsste er aber wohl erst eine Mehrheit im Kongress organisieren.

Die US-Regierung hatte nach Unternehmensangaben eingeladen, um über die Handelssituation zu diskutieren. Konkret verhandelt wird demnach nichts, die Automanager machten aber die Bedeutung der deutschen Konzerne für die US-Industrie deutlich. Ob und wie das Treffen tatsächlich Bewegung in den festgefahrenen Handelsstreit zwischen Washington und Brüssel bringen kann, bleibt abzuwarten.

@ dpa.de