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WASHINGTON - Das US-Außenministerium hat den Kapitän des iranischen Öltankers "Adrian Darya-1" mit einer Millionensumme zur Kooperation bewegen wollen.

05.09.2019 - 21:01:24

US-Regierung bot Kapitän von iranischem Tanker Geld für Kooperation. Das Ministerium bestätigte am Donnerstag auf dpa-Anfrage einen entsprechenden Bericht der "Financial Times". Die Zeitung hatte gemeldet, der US-Sonderbeauftragte für Iran, Brian Hook, habe den Kapitän per E-Mail kontaktiert und ihn aufgerufen, das Schiff in ein Land zu steuern, das den Öltanker dann für die USA beschlagnahmen würde. Als Belohnung seien dem Mann mehrere Millionen US-Dollar in Aussicht gestellt worden. Das Außenministerium erklärte auf Anfrage, die Details in dem Bericht seien korrekt.

Man habe Kontakt zu mehreren Kapitänen und Schifffahrtsunternehmen aufgenommen, um sie warnen, dass die Unterstützung einer ausländischen Terrororganisation Konsequenzen habe, sagte der Sprecher weiter. Der Tanker "Adrian Darya-1" habe iranisches Öl transportiert und so gegen US-Vorgaben verstoßen. Die iranischen Revolutionsgarden organisierten im großem Stil Öllieferungen, um so terroristische Aktionen im Nahen Osten zu finanzieren, sagte er.

Das US-Außenministerium hatte am Mittwoch angekündigt, künftig Belohnungen zu zahlen für Informationen, die dazu führen, Geschäfte der Revolutionsgarden aufzudecken. Dazu gehören demnach Hinweise auf illegale Ölverkäufe und Öllieferungen auf dem Schifffahrtsweg. Die USA haben die Revolutionsgarden als Terrororganisation eingestuft.

Der iranische Öltanker war - zuvor unter anderem Namen - mehr als sechs Wochen lang in Gibraltar unter dem Vorwurf festgehalten worden, er habe das EU-Embargo gegen Syrien unterlaufen. Das oberste Gericht des britischen Überseegebiets gab den Tanker schließlich frei. Seitdem bewegt sich das Schiff im östlichen Mittelmeer. Die USA haben alle Mittelmeerstaaten unter Druck gesetzt, dem Tanker keinen Ankerplatz und keine Unterstützung zu gewähren. Sie versuchen im Konflikt mit dem Iran, die Ölexporte des Landes auf Null zu bringen.

Bei seiner Fahrt durch das Mittelmeer hatte der Tanker zuletzt offenbar das Signal ausgeschaltet, mit dem er geortet werden kann. Dem letzten Signal von Montag zufolge lag der Tanker zuletzt rund 85 Kilometer vor der Küste des Libanons und Syriens.

@ dpa.de

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