SAP SE, DE0007164600

WALLDORF - Europas größer Softwarehersteller SAP will im neuen Jahr beim Wachstum große Schritte nach vorn machen.

14.01.2022 - 10:20:27

SAP zieht Tempo im Cloudgeschäft an - Ergebnis bleibt unter Druck. Die Gewinne aus dem Tagesgeschäft müssen wegen hoher Investitionen aber erst einmal weiter zurückstehen. Das Dax -Schwergewicht geht aktuell für 2022 davon aus, dass das operative Ergebnis im besten Fall nur stabil bleibt, am unteren Ende der Prognosespanne aber gar um 5 Prozent sinken könnte. Allerdings nimmt sich SAP-Chef Christian Klein beim geplanten Wachstum der zum Zukunftsgeschäft erklärten Cloudsoftware auch überraschend viel vor. Im Schlussquartal des vergangenen Jahres gelang den Walldorfern hier ein Endspurt.

und Salesforce SAP im Nacken sitzt und Marktanteile verloren gehen könnten, hatte Klein Anfang vergangenes Jahr mit "Rise" ein neues Produktbündel aus der Taufe gehoben, um die Kunden mit einfacheren Mitteln zu einem schnelleren Umstieg in die Cloud zu bewegen. Nun sprach er von einem "gewaltigen Erfolg" des Angebots.

Die Beschleunigung der Cloudgeschäfte erfordert Investitionen in Technik, Produkte und Werbung. Zudem sind die Cloudprodukte zunächst nicht so profitabel wie teure Softwarepakete im einmaligen Lizenzverkauf, sollen sich aber über die Laufzeit nach und nach rentieren - denn die Cloudsoftware wird entweder im Abo bezahlt oder über Nutzungsgebühren.

Der Gesamtumsatz von SAP stieg 2021 im Jahresvergleich um 2 Prozent auf 27,8 Milliarden Euro. Unter dem Strich kletterte auch der Nettogewinn 2021 um 2 Prozent auf 5,38 Milliarden Euro. Zwar musste SAP viel mehr Geld für die aktienbasierte Mitarbeitervergütung ausgeben: Rund 2,8 Milliarden Euro standen dafür diesmal zu Buche gegenüber knapp 1,1 Milliarden im Vorjahr - das lag vorwiegend am Börsengang der US-Marktforschungstochter Qualtrics und am gestiegenen Aktienkurs. Im Gegenzug profitierte SAP aber über die Risikokapitalbeteiligungsgesellschaft Sapphire Ventures von der guten Wertentwicklung ihrer Investitionen in Start-Ups.

SAP will nun in diesem Jahr Aktien im Wert von bis zu einer Milliarde Euro zurückkaufen. Die angekauften Papiere sollen für künftige Zuteilungen aus einem anteilsbasierten Vergütungsprogramm verwendet werden, wie es hieß. "Indem wir unsere anteilsbasierten Vergütungen für neue Zuteilungen ab 2022 vorwiegend durch Aktien statt Barzahlungen ausgleichen, möchten wir die Aktienkultur in unserer Belegschaft weiter stärken und sicherstellen, dass die Interessen unserer Mitarbeitenden eng an den Interessen unserer Aktionäre ausgerichtet sind", sagte Finanzchef Luka Mucic.

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