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VIRUS / ROUNDUP 2 / Ökonomen: Corona-Krise könnte Wende am Immobilienmarkt bringen

26.03.2020 - 11:04:24

VIRUS/ROUNDUP 2/Ökonomen: Corona-Krise könnte Wende am Immobilienmarkt bringen. (Es wurden aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts ergänzt am Ende des ersten Absatzes.)

Immobilien im Zusammenhang mit der Corona-Krise vorerst auf Mietsteigerungen oder Kündigungen. Auch Vonovia sieht wegen der Pandemie bis auf Weiteres von höheren Mieten ab, und Deutsche Wohnen hat zugesagt, Zahlungen zu stunden.

"Die rosigen Zeiten für Vermieter sind vorbei, und der Verhandlungsspielraum für Mieter könnte wieder wachsen", sagt Voigtländer. "Viele Vermieter dürften erst mal froh sein, wenn sie zuverlässige Mieter nicht verlieren."

Ähnlich sieht Günter Vornholz, Professor für Immobilienökonomie an der Bochumer EBZ Business School, die Lage. "Wer nicht muss, kauft in der Krise keine Immobilie oder verschiebt den Umzug in eine größere Wohnung", sagte er. Ein Anstieg von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit verringere den finanziellen Spielraum, den Haushalte für die Miete hätten. "Einige Verträge könnten für Mieter zu teuer werden."

Bei Immobilienkäufern komme dazu, dass Menschen mit Aktienvermögen im jüngsten Börsencrash viel Geld verloren hätten - das fehle nun zum Wohnungskauf. Der Druck auf die Immobilienpreise wachse, so Vornholz. Für Großanleger blieben Immobilien zwar attraktiv. Doch es sei unklar, ob sie die hohen Preise zahlten, wenn es Unsicherheit über die Mieteinnahmen gebe. Auch ein Ende des langen Immobilienbooms sei denkbar, meint Vornholz. "Wenn die Corona-Krise lange dauert und die Einschränkungen im Alltag bleiben, könnte das die Wende bedeuten."

Ein Einbrechen der Mieten und Kaufpreise sieht IW-Experte Voigtländer aber nicht. Preisrückgänge um 30 Prozent, wie manche Beobachter schon prophezeiten, halte er für unwahrscheinlich. "Die Wohnungsknappheit in den Städten bleibt, die Zinsen für Finanzierungen sind niedrig, und viele Menschen haben hohe Vermögen." Mit Zinssenkungen in der Corona-Krise haben Notenbanken jüngst die Niedrigzinsen zementiert.

Gegen einbrechende Preise und Mieten auf breiter Front spricht auch die Wohnungsknappheit in den Städten. Daran dürfte sich so schnell nichts ändern. Denn die Corona-Krise trifft auch die Baubranche. Mancherorts kommt es schon zu Verzögerungen. "Große Baufirmen haben Probleme, da bei Subunternehmen ausländische Arbeitskräfte fehlen", berichtet der Zentralverband Deutsches Baugewerbe. Die Bauarbeiten im Land gingen weiter, wenn auch mit erhöhten Vorsichtsmaßnahmen. "Die Arbeiter müssen Abstand halten und notfalls in versetzten Schichten arbeiten."

@ dpa.de