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Viele Menschen nach Hurrikan 'Ida' gerettet - eine Million ohne Strom

31.08.2021 - 17:04:26

NEW ORLEANS - Nach dem Durchzug von Hurrikan "Ida" haben Helfer im südlichen US-Bundesstaat Louisiana Hunderte Menschen aus überschwemmten Gebieten gerettet. Mehr als eine Million Haushalte waren aber weiter ohne Strom, wie örtliche Behörden mitteilten. Aus Louisiana und dem östlichen Bundesstaat Mississippi wurden bislang vier Todesfälle infolge des Sturms gemeldet. Angesichts der großen Schäden in Louisiana befürchteten die Behörden aber, dass die Opferzahl dort noch steigen könnte.

Seit dem Auftreffen auf die Küste am Sonntag als Hurrikan der Stärke vier von fünf hat sich "Ida" stark abgeschwächt. Der Sturm zog am Dienstag über das östlich angrenzende Mississippi hinweg und brachte viel Regen und Windgeschwindigkeiten von bis zu 45 Kilometern in der Stunde mit sich, wie das Nationale Hurrikanzentrum erklärte.

Infolge der heftigen Regenfälle wurden in Mississippi Teile einer Schnellstraße weggespült. Mindestens zwei Menschen kamen dabei ums Leben. Die Unterspülung sei wahrscheinlich eine Folge des Sturms "Ida", sagte Cal Robertson von der Highway Patrol dem Sender CNN am Dienstagmorgen (Ortszeit). Den Behörden zufolge ereignete sich das Unglück auf dem Highway 26 in der Nähe der Stadt Lucedale. Zehn Menschen wurden demnach verletzt, drei von ihnen schwer. Auf Bildern war zu sehen, dass die Straße komplett weggebrochen war.

In Louisiana gab es als Folge des Sturms bislang zwei bestätigte Todesfälle. Angesichts der Zerstörung wird aber befürchtet, dass die Opferzahl noch steigen könnte. Die Behörden betonten, die Dämme des Hochwasserschutzsystem in New Orleans und der Region seien nicht gebrochen, weswegen eine Katastrophe vermieden werden konnte.

Allein im Bezirk St. John the Baptist seien fast 800 Einwohner aus überfluteten oder beschädigten Häusern in Sicherheit gebracht worden, teilte Gemeindechefin Jaclyn Hotard laut Medienberichten mit. Etwa 1,5 Meter hoch habe das Wasser in dem Ort gestanden. "Dies ist eine der schlimmsten Naturkatastrophen, die ich je gesehen habe", sagte sie. Nach Angaben von Louisianas Gouverneur John Bel Edwards sind Dutzende Boote, Hubschrauber und Spezialfahrzeuge im Einsatz, um Menschen in dem Katastrophengebiet zu retten. Auch rund 40 Einwohner auf der Insel Grand Isle, die direkt vom Hurrikan getroffen worden war, konnten mit Helikoptern in Sicherheit gebracht werden.

Rund 5000 Soldaten der Nationalgarde seien ebenfalls für Aufräum- und Bergungsarbeiten abgestellt worden. Tausende Arbeiter und Experten sind damit beschäftigt, die Elektrizitätsnetze zu reparieren. Auch New Orleans mit seinen rund 400 000 Einwohnern ist weiter ohne Strom

- und das ausgerechnet während der Sommerhitze, in der die meisten

Anwohner auf ihre elektrischen Klimaanlagen angewiesen sind.

Viel Hoffnung konnte der Gouverneur den Menschen diesbezüglich aber nicht machen: "Ich kann Ihnen nicht sagen, wann die Stromversorgung wiederhergestellt wird, ich kann Ihnen nicht sagen, bis wann alle Trümmer beseitigt sein werden", sagte er. "Das war ein katastrophaler Sturm." Das Weiße Haus warnte, die komplette Wiederherstellung der Versorgung könnte Wochen dauern. Gouverneur Edwards erklärte, das US-Militär werde für Krankenhäuser zusätzliche Generatoren bringen.

Edwards und die Bürgermeisterin von New Orleans, LaToya Cantrell, forderten alle auf, die sich rechtzeitig vor dem Sturm anderswo in Sicherheit gebracht hatten, bis auf Weiteres nicht nach Hause zurückzukehren. Es gebe vielerorts Probleme mit der Wasserversorgung, es gebe keinen Strom, kaum geöffnete Geschäfte, und zu viele Straßen seien noch überflutet oder voller Trümmer. "Jetzt ist nicht die Zeit, zurückzukehren", sagte Edwards. Die Menschen sollten abwarten, bis die örtlichen Behörden eine Rückkehr explizit begrüßten.

Videos von ersten Flügen der Küstenwache über küstennahe Gebiete zeigten ein Bild der Verwüstung - viele Häuser schienen schwer beschädigt, Ortschaften glichen einem Trümmerfeld. In den meisten Orten waren die Bürger vor dem Sturm aufgefordert worden, sich im Landesinneren in Sicherheit zu bringen.

@ dpa.de

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