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Vapiano, DE000A0WMNK9

Vapiano-Chef tritt zurück

18.08.2019 - 18:52:37

Vapiano-Chef tritt zurück. KÖLN - Der Chef der angeschlagenen Restaurantkette Vapiano , Cornelius Everke, hat am Sonntag seinen Rücktritt für Ende August angekündigt. In einer Mitteilung des Unternehmens wurden persönliche Gründe genannt. Der Vertrag werde "einvernehmlich" zum 31. August beendet, hieß es weiter.

Die schnell gewachsene Restaurantkette steckt seit längerem tief in der Krise. Bei einem Umsatz von rund 372 Millionen Euro musste das Unternehmen 2018 einen Verlust von 101 Millionen Euro hinnehmen. Dies lag vor allem an hohen Abschreibungen und höheren Betriebskosten im Zuge der Ausdehnung. Der Schuldenberg wuchs deutlich an. Auf gleicher Fläche - also ohne Berücksichtigung der neuen Restaurants - sank der Umsatz um ein Prozent.

Einen Nachfolger für Everke hat Vapiano der Mitteilung zufolge noch nicht gefunden. Die Aufsichtsratsvorsitzende Vanessa Hall soll das Unternehmen vorübergehend bis mindestens April 2020 führen. Die dauerhafte Nachfolge soll dann in einem "strukturierten Prozess" gesucht werden.

Der Aufsichtsrat möchte in seiner turnusmäßigen Aufsichtsratssitzung am Dienstag den Vertrag des Finanzchefs Lutz Scharpe für weitere drei Jahre bis Juni 2023 verlängern. In der Mitteilung von Sonntagabend betont das Unternehmen, Kontinuität auf der Position des Finanzvorstands zu wollen.

Das scheint angesichts der Entwicklungen der vergangenen Monate auch notwendig. Dreimal hatte Vapiano im Frühjahr die Vorlage des Jahresabschlusses verschoben und dies mit Verhandlungen wegen eines dringend benötigten Kredits über 30 Millionen Euro begründet. Erst Ende Mai kam eine verbindliche Kreditzusage von den finanzierenden Banken und den Großaktionären. Rund vier Wochen später gab es dann erst den Jahresabschluss.

Vapiano war 2017 an die Börse gegangen. Mit den Erlösen aus dem Börsengang setzte die Kette auf Expansion, im vergangenen Jahr kamen mehr als 30 neue Restaurants hinzu. In 33 Staaten ist Vapiano inzwischen präsent mit rund 230 Restaurants, die meisten davon in Deutschland. Noch-Vorstandschef Everke räumte im Juni Fehler bei der Wachstumsstrategie ein. "In der Vergangenheit haben wir uns bei der Auslandsexpansion etwas verhoben", sagte er.

Doch die Probleme sind nicht nur im Ausland zu suchen. Lange Warteschlangen sorgten auch in Deutschland bei Kunden immer wieder für Ärger. Dieses Problem will das Unternehmen nach früheren Angaben angehen, indem Arbeitsabläufe geändert und die Menükarte vereinfacht werden.

49 verschiedene Gerichte hatte man dauerhaft auf der Karte plus 10 saisonale Gerichte, zudem konnte man unter elf verschiedenen Pastasorten wählen. Das sei zu viel, zumal das Bestellungen kompliziert mache, sagte Everke im Juni. Einen asiatischen Salat brauche man zum Beispiel künftig nicht mehr. Er kündigte an, die Menükarte bald zu verschlanken. "Wir müssen zurück zu den Wurzeln, also zur klassischen, ehrlichen italienischen Küche."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Vapiano macht schwere Zeiten durch. Auf vergleichbarer Fläche sank der Umsatz auf dem immens wichtigen Heimatmarkt Deutschland im ersten Halbjahr um 3,4 Prozent, wie aus dem am Mittwoch publizierten Zwischenbericht der Kölner Firma hervorgeht. Beim Umsatz auf vergleichbarer Fläche werden neue Lokale herausgerechnet ("Like-for-Like"). Insgesamt sanken die Erlöse hier um 3,2 Prozent. Nur durch Neueröffnungen und Zukäufe konnte der Konzern seine Erlöse steigern, und zwar um gut 12 Prozent auf 196,6 Millionen Euro. Die neue Konzernchefin Vanessa Hall betonte, man müsse zügig die "Gästeloyalität" verbessern und die "Like-for-Like"-Umsätze steigern. KÖLN - Die kriselnde Restaurantkette Vapiano hat in der Kundengunst an Boden verloren. (Boerse, 11.09.2019 - 13:36) weiterlesen...

Restaurantkette Vapiano mit hohem Verlust und noch mehr Schulden. Im ersten Halbjahr 2019 stieg der Verlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 34,3 Millionen Euro, wie aus dem am Mittwoch publizierten Zwischenbericht der Kölner Firma hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war das in etwa eine Verdopplung. Der Konzernumsatz stieg zwar auf 196,6 (Vorjahr: 175,1) Millionen Euro, dies lag aber an Neueröffnungen und Zukäufen. Auf vergleichbarer Fläche sackte der Umsatz hingegen um 3,2 Prozent ab. Zudem wuchs der Schuldenberg deutlich an. Die neue Vapiano-Chefin Vanessa Hall betonte, man müsse die "Gästeloyalität" verbessern. KÖLN - Die angeschlagene Restaurantkette Vapiano hat abermals tiefrote Zahlen geschrieben. (Boerse, 11.09.2019 - 09:04) weiterlesen...