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Curevac, NL0015436031

TÜBINGEN - Das Tübinger Biotechunternehmen Curevac geht davon aus, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA seinen Impfstoff trotz geringer Wirksamkeit zulassen wird.

01.07.2021 - 13:23:59

Curevac-Chef Haas geht von Impfstoff-Zulassung in der EU aus. "Die Population der 18- bis 60-Jährigen ist besonders begünstigt von unserem Impfstoff. Darüber haben wir mit der EMA gesprochen", sagte Vorstandschef Franz-Werner Haas am Donnerstag bei einer Online-Pressekonferenz. Es gebe einen ganz klaren Trend, dass der Impfstoff bei Jüngeren wirke.

und Biontech , wie mit Abstrichen auch Johnson & Johnson und Astrazeneca , dann gibt es keinen Platz für einen Impfstoff, der nicht so gut ist", sagte Lauterbach der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Das Präparat des Tübinger Unternehmens Curevac ist ein sogenannter mRNA-Impfstoff - wie die von Biontech/Pfizer (Deutschland/USA) und Moderna (USA).

Dass der Impfstoff insgesamt deutlich weniger wirksam ist als Biontech/Pfizer und Moderna wertete Haas "erstmal nicht" als Niederlage. "Es geht darum, die Weltbevölkerung zu impfen", sagte Haas. Mit der EU haben man einen Liefervertrag über 225 Millionen Dosen. "Wir gehen davon aus, dass die Bundesregierung ihre Quoten abnimmt. Wo der Impfstoff dann eingesetzt wird, darüber können wir nicht entscheiden." Nach früheren Angaben aus dem Bundesgesundheitsministerium entfallen 53 Millionen Dosen auf Deutschland. Das Präparat muss zweimal gespritzt werden, pro Geimpftem sind es also zwei Dosen.

Das Ergebnis der klinischen Studie sei "keine totale Niederlage" für Curevac, sondern ein Schritt voran, erklärte der Leiter der Impfstoff-Studie von Curevac, Peter Kremsner. Das Ergebnis sei aber im Vergleich zu den anderen RNA-Impfstoffen oder auch dem Novavax-Impfstoff deutlich schlechter. Kremsner geht dennoch davon aus, dass die Ema den Impfstoff zulassen wird. "Das ist ein sicherer Impfstoff, der verträglich ist und eine Wirksamkeit zeigt. Ob er dann breit angewendet wird und in welchen Ländern, ist eine ganz andere Sache." Fast 99 Prozent der Covid-19-Toten seien altersbezogen über 65 Jahre alt.

Sollte der Impfstoff genehmigt werden durch die Ema, habe die EU eine Abnahmeverpflichtung, sagte Haas. Die Ema in Amsterdam hatte im Februar ein schnelles Prüfverfahren für den Impfstoff der Tübinger Firma gestartet.

Die Bundesregierung hatte den Curevac-Impfstoff ursprünglich für die Impfkampagne eingeplant. Zuletzt rechnete das Gesundheitsministerium aber nicht mehr mit Lieferungen des Unternehmens. An Curevac ist auch der Bund indirekt über die KfW zu 16 Prozent beteiligt. Auf diese Weise wollte Berlin das Unternehmen gegen eine mögliche Übernahme aus dem Ausland absichern. Den größten Anteil am Unternehmen hält der SAP -Mitbegründer und Investor Dietmar Hopp.

In der finalen Analyse wurden insgesamt 228 bestätigte Covid-19-Fälle über 15 aufgetretene Virusstämme hinweg untersucht. Von den 228 Fällen wurden 204 sequenziert, um zu identifizieren, welche Variante die Infektion verursacht hatte. In rund 86 Prozent der Fälle waren dies sogenannte besorgniserregende Varianten (51 Prozent) und Varianten von besonderem Interesse (rund 35 Prozent). An der Studie hatten rund 40 000 Probanden in zehn Ländern in Lateinamerika und Europa teilgenommen.

@ dpa.de