BOEING CO, US0970231058

TOULOUSE - Airbus aller Voraussicht nach das dritte Jahr in Folge vor dem US-Rivalen Boeing , der bis Ende November lediglich 302 Passagier- und Frachtjets ausgeliefert hatte.

10.01.2022 - 19:57:28

Airbus lässt Boeing 2021 erneut hinter sich

und United Airlines .

Bei den Großraumjets kamen brutto nur 46 Bestellungen herein. Dazu zählten ein Auftrag des deutschen Ferienfliegers Condor, der seine Langstreckenflotte mit 16 A330neo erneuert sowie Bestellungen für elf Exemplare des neuen Großraumfrachters A350F.

In den Bestellungen der A320neo-Familie sind auch einige Exemplare der neuen Langstreckenversion A321XLR enthalten. Mit diesem Modell sollen sich Flüge etwa von Mitteleuropa in die USA mit weniger Passagieren rechnen als bislang.

Airbus hat mit der Entwicklung dieser Version schon vor der Pandemie begonnen. Allerdings erholt sich der Verkehr auf der Langstrecke langsamer von der Corona-Krise als auf der Kurz- und Mittelstrecke, was die A321XLR für mehr Fluggesellschaften interessant machen könnte. Der Erstflug solle noch im laufenden Jahr stattfinden, sagte Airbus-Verkaufschef Christian Scherer in einer Telefonkonferenz. Die erste Auslieferung sei weiterhin für 2023 geplant.

Nachdem der Hersteller die Produktion der A320-Familie in der Krise von rund 60 auf 40 Maschinen pro Monat zurückgefahren hat, steuert er inzwischen neue Rekorde an. Nach monatlich etwa 45 Jets Ende 2021 soll es bis Sommer 2023 schrittweise auf 65 Maschinen nach oben gehen, wie Airbus-Chef Faury bekräftigte. Das wären so viele wie nie zuvor. Für Mitte des Jahrzehnts hat der Manager sogar bis 75 Maschinen pro Monat im Auge.

Wie stark Airbus die Produktion in der Zeit nach 2023 tatsächlich ausweitet, werde noch in diesem Jahr entschieden, sagte Faury in der Telefonkonferenz. Derzeit befinde man sich noch in der Prüfungsphase, und Airbus führe dazu Gespräche sowohl mit den Zulieferern als auch mit den Kunden.

Eine Prognose zu den Bestellungen im neuen Jahr wollte Verkaufschef Scherer nicht abgeben. Allerdings solle ein im Dezember angekündigter Großauftrag der französisch-niederländischen Air France-KLM über 100 Jets in den kommenden Wochen unterschrieben werden. Zudem gab der Hersteller am Abend eine Bestellung des Flugzeugfinanzierers Azorra über 22 Exemplare des Airbus A220 bekannt.

Konkurrent Boeing leidet unterdessen noch immer unter den Nachwirkungen der Flugverbote für seinen Mittelstreckenjet 737 Max. Während die Auslieferungen des Modells inzwischen wieder zunehmen und große Neubestellungen hereinkamen, musste der Hersteller die Auslieferung seines Langstreckenjets 787 "Dreamliner" über Monate hinweg aussetzen. Wie viele Auslieferungen der US-Konzern im vergangenen Jahr geschafft hat und wie die Auftragsbilanz aussieht, will er an diesem Dienstag (11. Januar) bekannt geben.

@ dpa.de