Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Transport, Verkehr

(Tippfehler bereinigt)

22.10.2019 - 20:24:24

WDH/ROUNDUP 4: Bahn ist nicht gleich Bahn - Staatskonzern hat viel Konkurrenz

BERLIN - Blau, gelb und grün: Für Bahnkunden in Deutschland wird das Zugangebot immer bunter. Auf vielen Regionalstrecken fahren nicht mehr die roten Züge der Deutschen Bahn, sondern die Konkurrenz des deutschen Staatskonzerns. Die Wettbewerber leisten heute 35 Prozent des Angebots, für 2024 rechnen sie mit 45 Prozent, wie aus einem Bericht hervorgeht, den die Verbände Mofair und Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) am Dienstag in Berlin vorlegten. Sie stützen sich dabei auf entsprechende Vergabeentscheidungen.

Mehr Wettbewerb auf der Schiene - und damit auch günstigere Fahrpreise - das war eines der Ziele der Bahnreform 1994. Sie machte aus der Bundesbehörde ein privatwirtschaftliches Unternehmen im Staatsbesitz. Im Güterverkehr hält die Deutsche Bahn noch knapp die Hälfte des Geschäfts. Im Fernverkehr aber kommen die Kunden an den weißen ICE und Intercitys des Konzerns kaum vorbei.

Nach Zahlen der Bundesnetzagentur sind mehr als 300 Eisenbahnbetreiber auf dem deutschen Netz unterwegs. "Im internationalen Vergleich zählt der deutsche Eisenbahnmarkt damit zu den nationalen Eisenbahnmärkten mit der höchsten Anzahl von Wettbewerbern", heißt es in der jüngsten Marktuntersuchung der Aufsichtsbehörde.

Mit der Bahn-Tochter DB Regio konkurrieren kommunale und landeseigene Bahnen, Töchter ausländischer Staatsbahnen und Privatbahnen. Die Nummer Zwei in Deutschland ist die deutsche Tochter des französischen Transdev-Konzerns, die etwa die Nordwestbahn und die Bayerische Oberlandbahn betreibt. Es folgen Ableger der Staatsbahnen Italiens und der Niederlande, Netinera und Abellio.

Die Rivalen hatten zunächst kleinere Ausschreibungen mit Nebenstrecken gewonnen, deshalb ist ihre Auslastung noch geringer als die der Deutschen Bahn. Jeden vierten Kilometer fahren die Kunden heute mit der Konkurrenz, wie aus dem "Wettbewerber-Report Eisenbahnen 2019/20" von Mofair und NEE hervorgeht. Eine steigende Auslastung wird erwartet.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte die Bahn erst kürzlich unter Druck gesetzt: Bis Mitte November soll sie unter anderem erklären, wie sie wieder mehr Ausschreibungen gewinnen will. Der Regionalverkehr wird von Organisationen der Ländern und Kommunen ausgeschrieben, bestellt und finanziert.

Im Fernverkehr fährt die Bahn dagegen auf eigene Rechnung. Bis auf vereinzelte Züge der Flixbus-Schwestermarke Flixtrain haben die ICE und Intercity keine Konkurrenz. Investitionskosten und Risiken sind hoch - Planungssicherheit wie im Regionalverkehr mit seinen langjährigen Verkehrsverträgen: Fehlanzeige. Daher scheiterten die bisherigen Angreifer an der Übermacht des Staatskonzerns. Erst am Montag stampfte das Unternehmen Rheinjet seinen Plan für einen Zug zwischen Frankfurt, Stuttgart und München ein.

Immer wieder wird gefordert, Netz und Betrieb bei der Deutschen Bahn zu trennen, um den Wettbewerb zu fördern - nicht zuletzt vom Bundesrechnungshof. Es sei gang und gäbe, dass Verantwortliche zwischen beiden Konzernbereichen wechselten, sagte der Präsident des DB-Wettbewerber-Verbands Mofair, Christian Schreyer. In anderen Ländern wie etwa in Frankreich seien solche Wechsel ausgeschlossen.

Der Staatskonzern ist zwar verpflichtet, sein Netz jedem Konkurrenten diskriminierungsfrei zu öffnen. Konkurrenten bemängeln aber immer wieder, konzerneigene Anbieter hätten Vorteile gegenüber Konkurrenten.

Diese fordern etwa, dass der Bund auf seine geplante jährliche Kapitalspritze für die Bahn verzichtet. "Zuschüsse müssen zweckgebunden sein und dürfen nicht ins Eigenkapital der Deutschen Bahn fließen", sagte etwa der Vorstandsvorsitzende des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen, Ludolf Kerkeling, am Dienstag. Die europäischen Wettbewerbsbehörden habe der Verband bereits auf das Thema aufmerksam gemacht, es sei mit einem Verfahren zu rechnen, sagten Kerkeling und Schreyer. Der Bund solle das Geld stattdessen in einen Fonds für das Schienennetz einbringen - so dass es allen zugute komme.

Bei der Deutschen Bahn hieß es, einer möglichen Prüfung sehe man gelassen entgegen. "Vergangene Kapitalerhöhungen fanden immer regelkonform statt", betonte eine Sprecherin. Auch künftig werde man sich an geltende Wettbewerbsregeln halten.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

AKTIE IM FOKUS: Deutsche Post unter Dax-Gewinnern - Investiert in Expressdienste. Während eine Rally beim deutschen Leitindex am Nachmittag nachließ, zeigten die Papiere des Logistikkonzerns angesichts eines vermeldeten Investitionsprogramms relative Stärke. Zuletzt rückten sie um fast 1 Prozent auf 34,43 Euro vor. Sie festigten damit ihr höchstes Kursniveau seit Mai 2018. FRANKFURT - Die Aktien der Deutschen Post haben am Dienstag im Dax zu den größeren Kursgewinnern gezählt. (Boerse, 19.11.2019 - 16:41) weiterlesen...

Hessische Busfahrer wollen am Mittwoch weiter streiken. Der Ausstand werde am Mittwoch "auf jeden Fall" fortgesetzt, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jochen Koppel der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Frankfurt. Die Gewerkschaft warte auf ein besseres Angebot der Arbeitgeber. FRANKFURT - Im Tarifstreit um die Fahrer privater Busunternehmen in Hessen ist keine Einigung in Sicht - und somit auch keine Entwarnung für Fahrgäste. (Boerse, 19.11.2019 - 16:10) weiterlesen...

Boomende Expressbranche rüstet auf - DHL investiert eine Milliarde. Mit dem Geld werden unter anderem 14 Langstreckenflieger bis zum Jahr 2021 gegen neue Modelle ersetzt, wie das Unternehmen am Dienstag in Troisdorf (NRW) mitteilte. In den vergangenen Jahren lagen die Investitionen nach Firmenangaben etwas niedriger, eine konkrete Zahl wurde nicht genannt. Express ist der größte Gewinnbringer des Konzerns: Der Bereich machte zuletzt zwar nur etwa ein Viertel des Konzernumsatzes aus, aber die Hälfte des Betriebsgewinns. TROISDORF - Ob spritsparende Flugzeuge oder bessere Sortieranlagen: Mit mehr als einer Milliarde Euro jährlich will die Deutsche Post DHL ihr boomendes Expressgeschäft stärken. (Boerse, 19.11.2019 - 16:03) weiterlesen...

Schulze will Produktion neuer Kraftstoffe in Deutschland vorantreiben. Wasserstoff etwa kann aus Strom gewonnen werden und als Brennstoff in Autos genutzt werden. Die Produktion solcher aus Öko-Strom gewonnener Treibstoffe will Bundesumweltministerin Svenja Schulze in Deutschland voranbringen. Dazu lud die SPD-Politikerin am Dienstag rund 250 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Gewerkschaften zu einer Konferenz nach Berlin ein. BERLIN - Der Abschied von Diesel und Benzin bringt synthetische Kraftstoffe ins Spiel. (Wirtschaft, 19.11.2019 - 15:25) weiterlesen...

WDH/ROUNDUP/Trotz Flugverbot: Erste Boeing-Kunden fassen Vertrauen in 737 Max (Falsches Wort im sechsten Absatz, dritter Satz ausgetauscht: Unglücke rpt Unglücke. (Boerse, 19.11.2019 - 14:57) weiterlesen...

Erste Boeing-Kunden fassen wieder Vertrauen in 737 Max. Auf der Luftfahrtmesse in Dubai rangen sich erste Fluggesellschaften wieder zum Kauf von Boeings Katastrophenjet 737 Max durch, für den seit März nach zwei Abstürzen mit 346 Todesopfern ein weltweites Flugverbot gilt. Weitere Gespräche mit Kunden laufen. Wann die Maschinen der Reihe wieder abheben dürfen, ist jedoch immer noch unklar. Die Boeing-Aktien gewannen am Dienstag im vorbörslichen US-Handel etwas mehr als ein Prozent hinzu. DUBAI - Der US-Flugzeugbauer Boeing gewinnt in seiner schweren Krise offenbar etwas Vertrauen bei seinen Kunden zurück. (Boerse, 19.11.2019 - 14:32) weiterlesen...